Das Zuchtprogramm
Um ein Zuchtprogramm durchführen zu können, bedarf es vorerst einer Zuchtzieldefinition.
Für die Rasse Pinzgauer ist es besonders wichtig, dass ihre Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit im Zuchtziel deutlich zum Ausdruck kommt und sich am spezifischen Anforderungsprofil der Betriebe orientiert. Es sind dies in erster Linie halbintensive Betriebe in der Milchproduktion, die ihren wirtschaftlichen Erfolg über die Minimierung der Kosten suchen, sowie Betriebe mit Mutterkuhhaltung.
DIE ZUCHTMETHODEN
Die Reinzucht
Diese Methode hat eindeutig die größte Bedeutung, denn durch sie ist der Weiterbestand einer Rasse in ihrer ursprünglichen Form möglich. Jeder Züchter soll sich der Wichtigkeit der Reinzucht bewusst sein und mithelfen durch gezielte Zuchtarbeit die Eigenschaften der Rasse zu erhalten und zu verbessern.
Die Veredelungskreuzung
Wird zur Verbesserung der Milchleistung und der Euterqualität von vielen Betrieben durch den Einsatz von RF-Stieren verwendet. Der Zuchterfolg wird aber bei mehrmaliger Verkreuzung durch Aufspaltung wenig berechenbar. Bei sinnvollem Einsatz sind aber durchaus positive Effekte zu erwarten.
Die Gebrauchskreuzung
Bei züchterisch wenig interessanten Tieren wird oftmals eine Anpaarung mit Fleischrassestieren durchgeführt, da die Nachkommen bei der Vermarktung als Schlachttiere einen höheren Preis erzielen.
ZUCHTBUCHEINTEILUNG
Nachdem das geltende Tierzuchtrecht (neue Landestierzuchtgesetze 2009/10) entsprechend umgesetzt werden muss, war es für sämtliche Organisationen notwendig ihre Zuchtprogramme zu überarbeiten bzw. dem geltenden Recht Genüge zu tun.
Das Zuchtbuch ist aufgeteilt in ein Hauptbuch (A und B) und ein Vorbuch (C und D).
Das Zuchtprogramm der Rasse Pinzgauer liegt bereits in der Behörde zur Genehmigung vor und hat eine kleine Änderung in der Zuchtbucheinteilung zur Folge.
Einteilung jetzt:
Bis jetzt wurden alle weiblichen Tiere unter 25% Fremdgenanteil in das Hauptbuch (A oder B) eingetragen und von 25,1% bis 74,9% Fremdgenanteil in das Vorbuch (C und D). Bei den männlichen wurden nur reinrassige Tiere kleiner gleich 6,25% ins Hauptbuch eingetragen. Alle anderen wurden im Vorbuch registriert.
Einteilung künftig:
Weibliche Tiere bis max. 12,5% Fremdgenanteil im Hauptbuch und von 12,6% Fremdgenanteil und höher im Vorbuch. Bei männlichen Tieren bleibt die Eintragung von maximal 6,25% gleich wie derzeit.
Weiters werden Tiere, welche dem Pinzgauer-Typ nicht entsprechen (= RF-Farbzeichnung) nicht mehr ins Zuchtbuch Rasse Pinzgauer eingetragen, sondern in jenes der Rasse Holstein.
Alle anderen PI x RF-Tiere mit Pinzgauer-Typ werden ins Vorbuch Pinzgauer eingetragen.

















