Wundersame Pinzgauer-Vermehrung in der Schweiz!
Eine fast unglaubliche (Weihnachts-)geschichte....

Die beiden Kalbinnen noch trächtig in den Schweizer Alpen

Der quicklebendige Pinzgauer-Nachwuchs

Der Hof Zug der Familie Engel in Antönien(Kanton Graubünden)
Vor kurzem erreichte uns die Mitteilung von einem neuen Pinzgauer-Züchter in der Schweiz, der besonders freudige Erlebnisse mit den Pinzgauern hätte. In einem kurzen Rückmail an Fam. Engel ersuchten wir um einen kurzen "Pinzgauer-Erfahrungsbericht" und es folgte eine wunderschöne Geschichte, die wir hier gerne original wiedergeben:
Liebe Christina Sendlhofer,
vielen Dank für das Mail, es hat uns sehr gefreut und überrascht , dass sogar aus dem Ursprungsgebiet der Pinzgauer ein Mail kommt. So sieht man, dass überall liebe Leute sind die mit einem die Freude teilen, wenn man Glück im Stall hat.
Ich kenne die Rasse Pinzgauer schon ziemlich lange, der Bruder von mir war, als er die Landwirtschaft-Schule besuchte, auf einer Schulreise im Salzburgerland und besuchte dort Betriebe, unter andern auch Pinzgauerzuchtbetriebe. Ich schaute damals die Fotos an die er gemacht hatte, seit dieser Zeit wusste ich, dass ich einmal Pinzgauer will, das war im Jahre 1993 oder 1994.
Wir haben einen Bergbauernhof auf 1500 Meter, mit eigener Milchverarbeitung und bis jetzt vorwiegend Braunvieh. Wir hatten diesen Sommer eine alte Kuh, die nicht mehr trächtig wurde und wir gaben sie ins Schlachthaus. Nun war genau der richtige Zeitpunkt gekommen, wenn wir schon etwas kaufen müssen, um eine Pinzgauerin zu suchen.
Also riefen wir den Viehhändler Rolf Hinder an, der sagte uns im Herbst würden Pinzgauer importiert, und er würde sich melden sobald er mehr wüsste.
Er rief uns an und sagte heute würden die Tiere kommen, und wir machten gleich ab dass wir noch heute kommen würden.
Also fuhren wir zu Rolf Hinder - wir und ein befreundeter Bauer. Es war ein herrliches Bild, 30 Stück Pinzgauer vor sich zu haben. Wir gingen durch die Herde hin und her und wussten, dass wir eine auslesen können von allen, sonst war ja noch niemand hier. Der befreundete Bauer hatte für sich schon eine ausgesucht und wir hatten "unsere Favoriten" auch schon gesehen. Eine von denen lief immmer mit einer andern über die Wiese, immer Bauch an Bauch. Der Viehhändler sagte die seien beide vom gleichen Bauern, also war das nichts für uns weil wir wollten ja nur eine und die Beiden auseinander nehmen das wollten wir nicht. Nach langem hin und her entschieden wir uns für zwei Pinzgauer, und somit war das doch wieder das Richtige für uns . Wir reservierten also dann die Zwei, die zusammen gehören (die kommen aus dem Betrieb von Marianne und Anton Eder in Steinbach 3, 5662 Gries ).
Drei Wochen später kamen die Rinder dann zu uns, als die ganze Sache mit der Quarantäne vorbei war. Kurz darauf kalbte die von dem befreundeten Bauer, und hatte ein Kuhkalb, somit fiel die Wahrscheinlichkeit, dass wir ein Kuhkalb bekommen, natürlich schon, weil 100 % Kuhkälber kann man ja nicht erwarten.
Später dann kalbte die erste von uns und hatte auch ein Kuhkalb, die Freude war gross. Meine Frau und ich waren sehr zufrieden und erwarteten von der 2. nichts anderes als ein Stierkalb, obwohl es halt schon schön wäre wenn die auch noch ein Kuhkalb hätte. Etwa 2 Wochen später ging es dann bei der 2. los mit dem Kalben. Ein Kuhkalb !!!
Ich untersuchte sie noch schnell und merkte, es ist noch eins da. Kurz später war auch das zweite Kalb da und - ich konnte es fast nicht glauben, trotz mehrmaligem nachschauen ...es war noch ein Kuhkalb!!!
Somit war unser Pinzgauerbestand von zwei auf 5 Stück angewachsen, und macht somit schon mehr als ein Drittel von unserem ganzen Viehbestand aus.
Alle sind munter und wohlauf, und wir haben täglich grosse Freude an den sehr gutmütigen und lieben Pinzgauer.
Das ist nun die fast unglaubliche Geschichte von unsern Pinzgauern.
Nun hätte ich noch einen Wunsch an die Pinzgauer-Züchter:
Die Rasse Pinzgauer ist eine wunderbare Rasse und die Bauern mit Pinzgauervieh können stolz sein auf diese Tiere.
Darum seid vorsichtig und zurückhaltend mit den Einkreuzungen von RH-Stieren. Mit solchen Verdrängungskreuzungen sind schon etliche Rassen verschwunden oder fast verschwunden. Auf etwas mehr Leistung züchten muss man mit Reinrassigen Tieren und nicht mit Fremdrassen, ich weiss eine Leistungsteigerung ist schneller da wenn man Fremdrassen einkreuzt, aber die Rasse Pinzgauer ist auch bald verschwunden. Die Farbzeichnung ist zwar bei den Eingekreuzten meistens noch recht schön und macht nicht den grossen Unterschied zu den Reinrassigen, aber verschiedene Rassen unterscheiden sich ja bekanntlich nicht nur durch ihre Fellfarbe. Es ist auch der Charakter von den Tieren was auch zu den Rassemerkmalen gehört, und der ruhige Charakter der Pinzgauer geht sicher am schnellsten verloren, wenn man RH einkreuzt.
Hier in der Schweiz wird die Rasse Pinzgauer in den nächsten Jahren noch stark zunehmen, und somit haben die Züchter im Ursprungsgebiet der Pinzgauer eine gute Chance Zuchttiere zu verkaufen für die Schweiz, und ich kann Euch versichern, dass hier keiner auf Kreuzungstiere wartet.
Nun wünschen wir Euch eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Viele liebe Grüsse aus den Schweizer Bergen von Erwin und Vroni Engel

















