Pinzgauer Rind Pinzgauer Rind Pinzgauer Rind Pinzgauer Rind
24.10.2011

Pinzgauer Jungzüchtertag

Eindrucksvoller Sonntag in Niedernsill und Piesendorf!

Die Erfolgsgeschichte "Jungzüchtertag" geht weiter - mit vielen begeisterten Menschen, vorbildlichen Züchterfamilien und ansprechenden Pinzgauer-Herden!

Der Auftakt erfolgt am Oberkrenmooshof bei Familie Nindl

Hannes Hofer freut sich, seinen Arbeitskollegen, den Jagglbauern Anton Höllwerth begrüßen zu dürfen!

Ein schönes Ambiente - der Hof des Ginzbauern mit sehr leistungsbereiten Kühen der Familie Reiter!

Nette Stimmung am Stöcklhof - im Hintergrund wartet das nächste Büffet auf seine Gäste!

Für Spaß und Heiterkeit ist auch am Schaunberghof noch gesorgt

Fünf hoch interessante Betriebskonzepte, herrlichstes Herbstwetter und zahlreiches Publikum waren die Grundlage für einen überaus stimmungsvollen und gelungenen Jungzüchtertag 2011, der im Raum Niedernsill-Piesendorf über die Bühne ging.

Der Auftakt erfolgte am frühen Vormittag am Gaisbichl bei Familie Nindl, Oberkrenmoos und es erwartete die große Besucherschar nicht nur die Morgensonne, sondern ein sehr stimmiges Ambiente von Alt und Neu.
Obmann Hannes Hofer eröffnete mit viel Freude den Jungzüchtertag, der nicht nur der Wissensvermittlung sondern auch der Gemeinschaft dienen sollte.
Er dankte besonders den Züchterfamilien, die mit ihrer Bereitschaft zum Öffnen von Tür und Tor die Basis für derartige Erlebnisse schaffen.
Ebenso erfreut zeigte sich Familie Nindl über den Besuch – Betriebsführer
Anton Nindl schilderte in netten Worten die Entwicklung des schönen Hofes, den er 2009 mit seiner Frau Margret  übernommen hat. Den sehr praktischen und modernisierten Stall beleben 10 reinrassige Pinzgauer Kühe, die in biologischer Haltung jährlich durchschnittlich ca. 5.500 kg Heumilch produzieren. Ein wesentliches Standbein am Oberkrenmooshof bildet Antons' selbstständige Tätigkeit über den Maschinenring (Sommer- und Winterdienst) sowie die Vermietung von schönen Privatzimmern und Appartements im neu ausgebauten Bauernhaus. Der Jungbauer erwähnte den großen Wert des Zusammenhalts in der Familie, der einen maßgeblicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg darstellt.  
Dass am Oberkrenmooshof ein hohes Maß an Gastfreundschaft gelebt wird, bewies die Einladung zur ersten Jause, der an diesem einzigartigen Sonntag noch mehrere folgen sollten….

Mit schönen Eindrücken führte die Reise anschließend ins Tal zum Hof des Jagglbauern, wo Anton und Brigitte Höllwerth mit der Aussiedlung ihres Betriebes ein wahres Schmuckkästchen geschaffen haben. Das alte Gehöft, das sowohl im Haus als auch im Stall sehr beengt war, bewog die Bauersleute zum Bau einer neuen Wohnstätte in 300 m-Entfernung, welche 1997 bezogen wurde. Zehn Jahre wurde täglich zwischen Haus und Stall „gependelt“, bevor man sich 2007 auch zum Bau eines  neuen, komfortablen Laufstalles entschloss. Bald durften auch sieben ansprechende, reinrassige  Milchkühe sowie die Nachzucht in die „neue Heimat“ übersiedeln und  erbringen  hier unter besten Bedingungen jährlich durchschnittlich ca. 5.600 kg Milch, natürlich biologisch und allein mit Gras- bzw. Heufütterung.
Anton Höllwerth betonte ganz klar, dass das Erfolgskonzept nur aufgrund des enormen Einsatzes der gesamten Familie funktioniere. Als beinahe "rund um die Uhr arbeitender Installateur" sind die Hauptakteure am Hof seine Frau Brigitte sowie die drei Kinder. Mit Sohn Andreas, Freundin Kerstin und Nachwuchs Anton ist auch die Nachfolge gesichert, Andreas hat sich mit dem Bau einer zweckmäßigen und schönen Garage schon sehr positiv verwirklicht. Die wunderschöne Hofanlage wurde zudem noch kulinarisch prächtig umrahmt – bei einem köstlichen Kuchenbuffet und gutem Tee ließ es sich gut und gerne verweilen und schließlich war das nächste Ziel ja der Nachbar, der sich ganz einfach übers Feld erreichen ließ!

Bei „diesem Nachbarn“ handelte es sich um den nächsten Vorzeigehof, den der Familie Reiter, Ginz in Niedernsill. Als erste Begrüßung stellte sich die leistungsbetonte, schöne Pinzgauerherde (z.T. veredelt mit RF) des Ginzbauern ein, dieser folgten aber sogleich die "Chefitäten des Hofes", nämlich Johann und Andreas Reiter. Jungbauer Andreas Reiter begrüßte die Ankommenden aufs Herzlichste und erzählte von der Geschichte des Hofes. Die Eltern Hans und Burgi wohnten mit ihren drei kleinen Kindern in Aurach, als Hans den Hof seines Großvaters in Niedernsill erbte. Die große Liebe zur Landwirtschaft ließ die junge Familie nicht zögern und so übersiedelte sie kurzerhand in den Pinzgau, wo 1980 die Hofanlage neu erbaut wurde und seitdem mit viel Freude und Hingabe erfolgreiche Pinzgauerzucht betrieben wird. Am Ginzhof werden rund 5 Kühe mit Nachzucht gehalten und ebenso wird hier beste Heumilch erzeugt - nämlich ca. 6.500 kg/Kuh und Jahr. Einmal mehr kam zum Ausdruck, wie wertvoll das Miteinander am Hof ist – während nämlich Andreas und Claudia beruhigt ihren Berufen nachgehen können, sorgen Hans und Burgi für ein besonderes Wohlgefühl der Pinzgauer sowie der Gäste, die sich am Ginzhof verständlicherweise gerne niederlassen.
Dieses Wohlgefühl wurde auch über 60 BesucherInnen zuteil, die von Familie Reiter in großzügiger Manier eingeladen wurden. Versorgt mit köstlichen Frankfurtern, herrlichen Mehlspeisen und wohltuender Mittagssonne verstrich die Zeit nur allzu schnell und es hieß wieder aufzubrechen, da ja schon die nächsten Gastgeber auf ihren Auftritt warteten.

Das nächste auserwählte Ziel war der Stöcklbauer der Familie Gundi und Hans Hollaus – ein ehrwürdiger Hof mit einem wunderschönen Bauernhaus, das weit über 400 Jahre alt sein dürfte. Tradition haben hier auch die Pinzgauer, die komplett in Reinzucht gehalten werden. (25 Kühe erbringen einen Stalldurchschnitt von 5.800 kg Milch)  
Der gesamte Viehbestand von ca. 60 Stück verbringt den Sommer auf der Alm im Rattensbachtal auf 146 ha, wo 1999 (Grundalm) und 2002 (Hochalm) die Almhütten neu errichtet wurden. Ein wesentliches Standbein bildet auch am Stöcklhof der Tourismus – so werden im Bauernhaus schöne Appartements angeboten und auch das künftige Austraghaus wird momentan noch für die Gästebeherbergung genutzt. Sehr ansprechend wurde auch ein Carport gestaltet, welches am Sonntag allerdings nicht den Autos, sondern vielmehr der Besucherschar zur Verfügung stand – kurzerhand  wurde es zur "Labestation" umfunktioniert, welche aus einem herrlichen Buffet, bestückt mit köstlichen Brötchen und Getränken bestand!

Zeitgleich mit der Sonne hieß es vom Stöcklhof Abschied zu nehmen, als letzte Station wartete noch der Schaunberghof auf seinen Besuch. Betriebsführer Hannes Foidl-Bernsteiner stellte allererst seine Familie vor, die immerhin vier Generationen umfasst. (Uropa Hans feiert demnächst seinen 103. Geburtstag und nimmt noch rege am Familienleben teil!)
Der Schaunberghof gilt seit langer Zeit als bestflorierender Pinzgauer Zucht- und Direktvermarktungsbetrieb, welcher 2005 mit dem Bau eines eigenen Schlachtraumes bzw. einer Käserei ideale Voraussetzungen für eine qualitative Produktion geschaffen hat. Die schön gelegene Alm im Mühlbachtal bietet nicht nur den Gästen ein nettes Wanderziel, sondern auch den traditionellen Pinzgauer-Viehbestand eine gute Sömmerung (23 Kühe erbringen eine durchschnittliche Milchleistung von ca. 5.500 kg). Beginnend ab März am Hof und im Anschluss auf der Alm wird von der Familie jährlich 3.000 kg qualitätsvoller Käse produziert, welcher bei Einheimischen und Gästen reißenden Absatz findet. Für den Verzehr der Molke sorgen jeden Sommer 15 Almschweine, deren Fleisch bereits schon vor der Geburt restlos vergriffen ist...;-)
Die "winterliche Mehrzeit" von Hans wird am Schaunberghof den Pferden gewidmet, die hier schon seit eh und je ihren festen Platz einnehmen und für schöne, gemütliche Ausfahrten im Schnee gerne genutzt werden.
Das nächste Projekt am Schaunberghof ist gerade "im Wachsen" - die noch etwas kalte und nackte Betonlandschaft wird demnächst von einer Holzhülle eingehaust und dem Viehstand im kommenden Jahr einen komfortablen und arbeitserleichternden Laufstall bieten - wir wünschen jedenfalls viel Glück und Freude bei der Vollendung des Neubaus!
Der gute Umgang mit Gästen ist bei der Familie Foidl nicht nur auf der Alm Thema, auch das Bauernhaus bietet schöne Unterkünfte für einen gemütlichen Urlaub mit hausgemachten Köstlichkeiten. In diesen Genuss kam auch die begeisterte Ausflugs-Truppe, bevor es endgültig Zeit wurde um Abschied zu nehmen von einem überaus netten und erlebnisreichen Tag unter Gleichgesinnten und Freunden!

Am Ende bleiben unvergessliche Eindrücke eines Sonntags, der mit großer Offenheit, einer netten Gemeinschaft und einer schier unglaublichen Gastfreundschaft gefüllt war. 

Für das selbstverständliche Öffnen von Tür und Tor und die immense Gastfreundschaft gebührt den fünf Züchterfamilien ein herzliches Vergelt's Gott - danke aber auch allen, die mit ihrem Dabeisein für die schönen Stunden der Gemeinschaft gesorgt haben!  

Christina Sendlhofer

 



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