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20 Jahre F.E.R.B.A. - Jubiläumstreffen im Aostatal

Angekommen! Das FERBA-Plakat weist den Weg zur Tagung!
Klein und kompakt - die Valdostana-Rasse
mit besten Voraussetzungen für den traditionellen Kuhkampf!
Nachzucht in verschiedenen Farbtönen
In der Aufzuchtstation werden die künftigen Zuchtstiere getestet
Einstreu wäre Luxus... - der Messestall in Aosta
Über 250 Kühe wurden bei der Nationalschau in Aosta prämiert
Die Delegation der F.E.R.B.A. anlässlich des Jubiläumstreffen

Vereinigung der europäischen Bergrinderrassen trifft sich in Italien

Am 30. April und 1. Mai fand die jährliche Vollversammlung der Vereinigung europäischer Bergrinderrassen FERBA statt. Veranstaltungsort war wie bei der Gründungsversammlung vor 20 Jahren das Aostatal in Italien, das an der Grenze zur Schweiz und Frankreich liegt. 11 Bergrinderrassen aus fünf Alpenländern haben sich damals zusammengeschlossen, um die Interessen der Bergbauern, die die Erhaltung der Berglandwirtschaft mit lokalen, angepassten Rinderrassen betrieben, zu bündeln und nach außen zu vertreten. Die in der Föderation zusammengeschlossenen Züchterorganisationen befassen sich mit Rinderrassen, die einige gemeinsame Merkmale aufweisen:

* Sie werden meistens in kleineren Betrieben gezüchtet.   
* Sie sind bestens für die Weidewirtschaft sowie für die Almen in den Bergen und Hochgebirgen geeignet.   
* Sie haben einen äußerst interessanten Genotypus.   
* Sie gehören zur alpinen Kultur.   
* Sie spielen eine wichtige Rolle in der Erzeugung typischer Produkte.   
* Sie sind nicht schuld am Überschuss landwirtschaftlicher Produkte.

Der Präsident der FERBA, Giovanni Battista Polla, Obmann der Rendena-Rasse aus dem Trentino, eröffnete die Generalversammlung und bekräftigte die Ziele der FERBA: Erhaltung und Bewirtschaftung des Berggebietes sowie die Erzeugung von Produkten höchster Qualität.
Alle Mitglieder sind sich einig, dass gerade in Hinsicht der neuen Förderperiode 2014 – 2020 verstärkt für diese Ziele eingetreten werden muss. Es wurde beschlossen, dass jede Mitgliedsorganisation hier bei den politischen Vertretern mit Nachdruck darauf hinweist.

Der 1. Mai stand ganz im Rahmen der Valdostana-Rasse.
Dr. Mario Vevey, Zuchtleiter der Rasse führte uns durch die Aufzucht- und Besamungsstation, erklärte das Zuchtprogramm und führte uns durch die XXI. Nationalschau in der großen Kuhkampfarena in Aosta. Es gibt drei Farbschläge der Rasse, Pezzata Rossa, rot-weiß-gescheckte Tiere, Pezzata Nera, schwarze Tiere und Pezzata Castana, kastanienbraune Tiere.
Etwa 40.000 Herdebuchtiere werden im Aostatal gehalten. Aus der Milch der Valdostana-Rasse wird der berühmte Fontina-Käse hergestellt, dieser Käse darf nur aus der Milch der heimischen Rasse gemacht werden.
Das sichert der Rasse ein abgegrenztes, geschütztes Zuchtgebiet, es gibt im Aostatal keine anderen Rinderrassen. Im Sommer werden alle Tiere aufgrund der begrenzten Talflächen und riesigen Almen gealpt. Die Tiere sind alle sehr kleinrahmig und geben je nach Farbschlag zwischen 3.000 und 4.500 kg Milch.

Die Besonderheit des schwarzen Farbschlages ist der Kuhkampf. Beginnend im Frühling bis in der Herbst finden an jedem Wochenende Kuhkämpfe statt. Die Valdostana-Rasse ist neben den Eringern und den Tuxern die dritte Kampfkuhrasse im Alpenraum. Die typischen Kurzkopfrinder mit schwerem Horn haben viel Kampfeslust in der Genetik. Es gibt sogar einen Zuchtwert für den Kampfgeist, der aus den Siegerlisten der Kuhkämpfe errechnet wird. Jedes Jahr werden rund 90 interessante Stierkälber auf der Aufzuchtstation eingestellt und bis ein Jahr auf ihre Zuwachsleistung geprüft. Die 30 besten jedes Jahrganges werden dann abgesamt und in den Prüfeinsatz gegeben, die anderen zum Natursprung verkauft und die schlechteren geschlachtet.

Eine der Höhepunkte jeden Jahres ist die Nationalschau der Valdostana-Rasse in der Arena in Aosta. Über 250 Kühe werden ausgestellt, prämiert und ausgezeichnet. Beim Preisrichten wird sehr viel Wert auf den Rassetypus und den Adel gelegt. Alle drei Farbschläge werden einzeln gerichtet. Die Pezzata Rossa werden mehr zur Milchproduktion, die Pezzata Nera und Castana fast ausschließlich für den Kuhkampf verwendet. Die zahlreichen Zuschauer wurden auf der Schau mit besten regionalen Fleisch- und Käsespezialitäten sowie guten Weinen bewirtet. Die Kosten hierfür übernimmt die Zuchtorganisation.

Nächstes Jahr soll das FERBA-Treffen im Schwarzwald stattfinden. Die Hinterwälder feiern ihr 125-jähriges Jubiläum und laden dazu herzlich ein.

Mathias Kinberger

 

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