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5. Bodenseetag in Liechtenstein und der Schweiz

Herzliche Begrüßung in der Regierung Vaduz - v.l.Alfred Lampert, Josef Nindl, Thomas Sendlhofer, Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer, Hans Gimpl und Mathias Kinberger
Herzliche Begrüßung in der Regierung Vaduz - v.l.Alfred Lampert, Josef Nindl, Thomas Sendlhofer, Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer, Hans Gimpl und Mathias Kinberger

Hochinteressante Tagung im Westen!

Der bereits zum fünften Mal stattgefundene Bodenseetag hat sich zum Vier-Länder-Tag entwickelt. Neben den bisher teilnehmenden Pinzgauer Freunden aus der Schweiz, Deutschland und Österreich hat sich mit Lichtenstein das vierte Land im Bodenseeraum dazugesellt.

Im Frühjahr 2016 kamen durch Ankäufe von Heinz Becker und Alfred Lampert die ersten Pinzgauer nach Liechtenstein. Durch das große persönliche Engagement von Alfred Lampert um die Pinzgauer Rasse war die Idee geboren, den Bodenseetag im Fürstentum abzuhalten.

Neben Thomas Sendlhofer vom Rinderzuchtverband Salzburg und Mathias Kinberger von der ARGE Pinzgauer Rind reisten zwei Züchter mit gegen Westen. Hans Gimpl aus St. Lorenz und Sepp Nindl aus Niedernsill sind bereits Bekannte von Alfred und folgten gerne der Einladung. Über Initiative von ARCHE Austria-Obmann Thomas Strubreiter luden wir auch die Regierungsrätin Marlis Amann-Marxer, zuständig für die Landwirtschaft in Liechtenstein zu unserem Treffen ein. Die Landwirtschaftsministerin lud uns am Freitagnachmittag zu einem Apero und Gedankenaustausch in das Regierungsgebäude in Vaduz ein. Sie hob die Wichtigkeit der Zucht von an Klima und Standort angepassten Rassen hervor. Diese Rassen leisten einen wichtigen Beitrag zu einer umweltgerechten Landwirtschaft und dem Erhalt der Biodiversität. So können auch die Pinzgauer einen wichtigen Beitrag zur Bestoßung der Almen in Liechtenstein leisten und damit die Offenhaltung der wunderschönen Kulturlandschaft sichern.

Anschließend besuchten wir Alfreds sehr gemütliches und nett eingerichtetes Pinzgauer Stüble und durften den Abend mit einem wunderbaren Abendessen im Restaurant Luce mit Alfred beschließen.

Am Samstag konnten wir über 30 interessierte und begeisterte Pinzgauer Züchter in Vaduz begrüßen. Trotz des starken Schneefalls haben es viele Züchter aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Liechtenstein geschafft, das Treffen zu besuchen und den Informationsaustausch zu nutzen. Auch die zwei bekannten Pinzgauer Importeure in die Schweiz, die Viehhändler Rolf Hinder und Franz Scherrer konnten begrüßt werden.

Nach der Begrüßung durch Hausherr und Gastgeber Alfred Lampert informierten Thomas Sendlhofer und Mathias Kinberger über Aktuelles und Historisches aus der Pinzgauer Zucht. Zuchtberater Sendlhofer stellte das Pinzgauer Besamungsangebot vor, erklärte die neue Zuchtwertschätzung für Fleischrinder und gab einen Rückblick auf die Bundesfleischrinderschau 2016 in Maishofen. GF von der ARGE Pinzgauer, Kinberger berichtete über die Pinzgauer Veranstaltungen im letzten Jahr und zeigte Bilder von historischen Pinzgauer Exporten in alle Welt.

Nach einem sehr guten Dreigänge-Menü im hauseigenen Restaurant wechselten wir die Landesgrenze und fuhren zum Milchviehbetrieb Mathias Vetsch nach Sevelen. Herr Vetsch bewirtschaftet dort einen 23 ha großen Milchvieh- und Gemüsebaubetrieb. Auf 10 ha werden jedes Jahr Spinat, Karotten und Karfiol angebaut. Daneben werden 23 Milchkühe und etwa 10 Aufzuchtrinder gehalten. Mittlerweile sind bereits sieben der Kühe Pinzgauer und es sollen mehr werden. Auch drei Pinzgauer befinden sich in Aufzucht. Durch einen Zufall kam vor drei Jahren die erste Pinzgauer Kuh (von Georg Buchegger, Weinauhäusl in Annaberg) auf den Betrieb. Diese Kuh hat überzeugt und so wurden weitere Kühe angekauft. Mathias überzeugen die Pinzgauer mit ihrer Robustheit, dem Charakter und den guten Zellzahlen. Alle Kühe haben unter 50.000 Zellzahl, eine Kuh hält sogar den Betriebsrekord mit aktuell 5.000 Zellzahl.

Anschließend ging es zurück nach Liechtenstein auf den Schlosshof. Hier werden 80 Mutterkühe der Rassen Simmentaler, Pinzgauer und Grauvieh gehalten. Einige der Kühe gehören verschiedenen Liechtensteiner Familien, die Mitglied im Verein www.alpafrööd.li sind. Diese überwintern ihre Kühe am Schlosshof und alpen sie im Sommer auf den Liechtensteiner Almen. Hier hat auch Alfred Lampert seine Kühe stehen und hilft mit viel Leidenschaft am Betrieb mit. Die Tiere geben viel Kraft zurück und so kann Alfred hier Energie schöpfen.

Am Schlosshof wurde dann der 5. Bodenseetag beschlossen und die Teilnehmer machten sich doch bei festem Schneetreiben auf den Nachhauseweg. An dieser Stelle dürfen wir im Namen der ARGE Pinzgauer Rind und des Rinderzuchtverbandes Salzburg ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren vor Ort sagen. Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen heute mit so viel Idealismus die Pinzgauer Idee vorantreiben. Ein Dankeschön auch den Betrieben, die ihre Stalltüren für uns geöffnet haben. Auf ein Wiedersehen bei einer Pinzgauer Veranstaltung, aber spätestens beim 6. Bodenseetag 2018!

Mathias Kinberger

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