8. Bodenseetag im vorarlbergischen Zwischenwasser
Der Westen Österreichs als Gastgeber für den Pinzgauer-Informationstag 2020!
Knapp 50 Züchter, Interessierte und Freunde des Pinzgauer Rindes aus Vorarlberg, Deutschland und der Schweiz folgten der Einladung zum jährlichen Bodenseetag, der uns dieses Mal ins Ländle führte und wieder einmal eindrucksvoll zeigte, wie bedeutend dieses Treffen für die Pinzgauer Züchterschaft im Westen ist.
Der Vormittag wurde genutzt, um den Züchtern und Interessierten des Pinzgauer Rindes aus diesen Regionen aktuelle Informationen rund ums Pinzgauer Rind weiterzugeben und sie über aktuelle Veranstaltungen und Projekte zu informieren.
Thomas Sendlhofer, Zuchtberater der Rinderzucht Salzburg stellte zu Beginn das aktuelle Angebot an Pinzgauer-Besamungsstieren sowohl im Milch- als auch im Fleischbereich vor.
Marlene Berger, GF ARGE Pinzgauer Rinderzuchtverbände berichtete mit einer Bildpräsentation über die Aktivitäten und Projekte der ARGE Pinzgauer und Pinzgauer Jungzüchter im abgelaufenen Jahr, das mit vielen Schauen und Veranstaltungen ein sehr intensives Programm bot. Dies ist aber für unsere Rasse als Werbeplattform sehr bedeutend und stärkt die Gemeinschaft unter den Pinzgauer Züchtern.
Thomas Sendlhofer ließ mit Bildern die Schauen mit Pinzgauer Beteiligung vom vergangenen Jahr noch einmal Revue passieren und hob die Qualität der Pinzgauer Rinder und die Wichtigkeit der Schauen als Motor für die züchterische Weiterentwicklung hervor.
Der Nachmittag stand im Zeichen der Gastfreundschaft und Gemeinschaft – die Betriebe Tullianhof und Madlenserhof in Zwischenwasser wurden besichtigt und untereinander Informationen ausgetauscht.
TULLIANSHOF
Daniela und Mathias Martin führen den Tullianhof auf 950 Meter Seehöhe im Nebenerwerb. 12,5 Hektar Grünland und zwei Hektar Wald werden bewirtschaftet und dienen den sieben Kühen mit Nachzucht und einem Zuchtstier als Futtergrundlage.
Im Sommer werden die Tiere auf der Tschuggenalpe, auf welcher sieben Bauern ihre Tiere auftreiben, gealpt. Seit mittlerweile zehn Jahren werden am Tullianhof Mutterkühe gehalten, 2008 kam die erste Pinzgauer Kuh auf den Hof. Die männlichen Nachkommen werden kastriert und als Jungrinder im Alter von etwa zehn Monaten geschlachtet und als Qualitätsrindfleisch direktvermarket. Neben den Rindern werden am Tullianshof noch Schweine, Legehennen und im Sommer Masthühner gehalten.
MADLENSERHOF
Mit dem Kauf des Madlenserhofes im Jahr 2008 haben sich Susanne und Peter Maier ihren Lebenstraum von einem eigenen Betrieb erfüllt, auch wenn dafür einiges in Kauf genommen werden muss, was heutzutage für viele undenkbar wäre, es gibt nämlich keinen direkten Strom- und Kanalanschluss am Madlenserhof. Als Stromquelle dienen eine Photovoltaikanlage und ein Stromaggregat, die Kläranlage wird demnächst neu gebaut. Dafür wird das mit einem wunderbaren Ausblick und der ruhigen Lage des Madlenserhofes auf 1200 Meter Seehöhe belohnt. Zehn Hektar Grünland werden im Nebenerwerb bewirtschaftet, 293 Berghöfekatasterpunkte unterstreichen die Lage des Bergbauernbetriebs.
Im 2012 gebauten Laufstall mit Auslauf werden sechs typvolle Pinzgauer Mutterkühe mit ihren Kälbern und etwa zwei bis drei Nachzuchttiere gehalten. Die männlichen Nachkommen werden als Jungrinder geschlachtet und direktvermarktet. Etwas weiter talwärts sind in einem zweiten Stall auch noch sieben Eseln und Ziegen untergebracht. Die Rinder verbringen den Sommer auf der Tschuggenalpe.
Am Madlenserhof wird nebenbei auch eine Mostschenke betrieben – am Wochenende werden hier Biker und Wanderer von Susanne mit Köstlichkeiten versorgt und dürfen das schöne Ambiente am Madlenserhof genießen.
Ein herzliches Dankeschön an Familie Martin und Familie Maier für das Öffnen ihrer Stalltüren und die besondere Gastfreundschaft! Ein Dankeschön auch an alle Teilnehmer, die einmal mehr wieder für eine nette Gemeinschaft unter Gleichgesinnten, Bekannten und Freunden gesorgt haben.
Marlene Berger




