Almauftriebe anno dazumal...
Der Weg ist das Ziel! Anspruchsvolle Almauftriebe auf die Fissladalm im Kaunertal sowie den Salzburger Untersberg!
Der jährliche Almauftrieb auf die Fissladalm im Tiroler Kaunertal ist nichts für Konditionsschwache oder Ausdauerlose, nimmt der Weg in eine Höhe von 2.000 m eine Gehzeit von sieben Stunden in Anspruch.
Robert Haslwanter, Greteler in Kauns hat die Alm im Fisslad-Tal gepachtet und eröffnete am vergangenen Samstag mit insgesamt 57 Rindern (darunter einiges an Zinsvieh) und einer fleißigen Treiberschar den Almsommer 2022. Mitten unter der bunten Rinderschar sind neben Jungvieh und Trächtigen auch Roberts Mutterkühe mit ihren Kälbern, die jüngsten davon erst sechs Wochen alt (!).
Diese schaffen nicht nur die Wegstrecke mit Leichtigkeit, sondern müssen den Sommer auch ohne Behausung auskommen, zudem ist auf einer Höhe von 2.000 m aufwärts die Anzahl großer Bäume als Unterstand auch eine überschaubare! Entgegenkommend wirken hier die guten Eigenschaften der Pinzgauer -, die neben ihrem angeborenen Instinkt mit genügend Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit ausgestattet sind und einen Sommer in dieser Höhenlage für die Stärkung von Kondition und Konstitution optimal nützen können!
Seinen zweiten Almauftrieb hat Sebastian Feldbacher, Weißbacher aus Großgmain seit kurzem hinter sich - er hat sich der Rekultivierung seiner Alm am Untersberg verschrieben und nach der letztjährigen, erfolgreichen Premiere das Ziel nun schon etwas weiter gesteckt.
Belebten im letzten Jahr fünf Pinzgauer-Ochsen den Untersberg, so sind es heuer insgesamt 12 Rinder - eine Mutterkuh, vier Ochsen und der Rest Jungvieh.
Mithilfe ehestmöglicher Bestoßung und einer straffen Weideführung rückt Feldbacher mit aller Kraft dem "Bürstlingbewuchs" zu Leibe. "Hab' sie jetzt gezielt die erste Woche auf einen Fleck gezäunt, der stark vom Bürstling (Borstgras) bewachsen ist", schrieb der motivierte Jungbauer, dessen Einsatz sich in der zusehends steigenden Qualität der Almweide innerhalb kurzer Zeit bereits bemerkbar macht!
Wenngleich der Auftrieb zur <link www.krone.at/2727065 - external-link-new-window "Opens external link in new window">Vierkaseralm am Fuße des Untersbergs </link>nur 3,5 Stunden in Anspruch nimmt, kann man das "Projekt" nicht hoch genug einschätzen - schließlich musste zuvor in wochenlanger Arbeit der Steig erst einmal "rindviehtauglich" adaptiert werden, um den Vierbeinern ein einigermaßen gefahrloses Auf- und Absteigen zu ermöglichen!
Mittlerweile werden wohl alle wiederkäuenden Sommerfrischler ihre "Höhenlager" erreicht haben und mit dem nahenden kalendarischen Sommerbeginn müssen wir zur Kenntnis nehmen, das die Sonnenwende schon wieder greifbar ist - es gilt also die schönen Tage auszukosten und neben all der Arbeit und Pflicht, die kostbaren Sonnenstrahlen einzufangen!
Und sollte es gelingen, manch schönen Moment mittels Foto festzuhalten, dann laden wir ein, sie mit uns zu teilen - +43 664 8132660!
Christina Sendlhofer

