Almwanderung inmitten des Nationalparks Hohe Tauern

Lohnender Almtag auf der Hauseralm im Bramberger Habachtal!
Wenn auch die Gruppe der Wanderer, die sich für den Besuch der Hauseralm entschied, keine allzu große war, so wurden jene, die sich für den Tag im Bramberger Habachtal entschieden, mit einem überaus gemütlichen und schönen Almtag im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern belohnt.
Wunderbares Sommer- (und für viele somit auch Ernte-)wetter empfing die Teilnehmer am Parkplatz zum Habachtal, von wo der Smaragdwegentlang des eindrucksvollen, tosenden Habachs bis zur ersten Alm und zugleich dem Ziel -
der Hauseralm führte.
Vor der altehrwürdigen Kapelle, die Mathias Blaikner vor zwei Jahren von der Hofstelle auf die Alm "übersiedelte", hielt Markus Proßegger, Altbauer vom Steinachhof in Bramberg, einen würdigen Wortgottesdienst, umrahmt von stimmigen Weisenbläsern.
Im Anschluss stellte Almbesitzer Mathias Blaikner, Oberhausbauer in Bramberg in kurzen Wort die Alm vor, die mit 40 ha den kleinsten, aber wohl wichtigsten Teil der drei Almbesitze darstellt.
Auf rund 20 ha verbleibender Futterfläche weiden nicht nur die 33 Milchkühe und ein paar Kälber, sondern befindet sich mit der Enzianhütteder Hauptbetriebszweig, ist diese für ihre gute Beherbergung und die perfekte Gastlichkeit weitum bekannt.
Ebenso eine gewichtige Rolle spielt der Tourismus im Tal - bietet das Bauernhaus der Familie Blaikner Platz für 20 Gäste, welche nicht nur eine Wohlfühl-Unterkunft mit ausgiebigem Frühstücksbuffet, sondern dank Seniorchefin Elisabeth auch täglich ein köstliches Abendessen genießen dürfen.
In ehrlichen Worten schilderte der begeisterte Bauer, dass der Reichtum der Alm nur aufgrund des Tourismus' gegeben ist - wenngleich der mächtige Habach ein wunderbares Element ist, so zerstörerisch zeigt er sich bei Unwettern, wie beispielsweise im letzten Sommer, wo sich die Wucht und Brutalität der Naturgewalt leider einmal mehr von ihrer schlimmsten Seite zeigte.
Dass sich Nationalpark, Landwirtschaft und Tourismus durchaus gut ergänzen und voneinander profitieren, erwähnte der Hauserbauer ebenso - Blaikner betonte das gute Miteinander mit Wolfgang Urban, GF des Nationalparks Hohe Tauern, weil sich in Zusammenarbeit mit Grundbesitzer, Nationalpark und Tourismusverband viele kostenaufwändige Projekte einfacher umsetzen lassen.
Eines davon, ein besonders gelungenes ist der Smaragdweg, der nicht nur für die Kinder den Weg ins Tal kurzweilig und interessant erscheinen lässt, sondern auch die großartige Handwerkskunst vieler Beteiligten zur Schau stellt und sich von den Einnahmen der Parkplatzbewirtschaftung erhält.
Nach einer guten kulinarischen Stärkung lockte es manchen noch zur qualitätsvollen Hauserbauern-Kuhherde und zum Almstall, bevor sich die Gruppe nach und nach wieder auflöste, um sich auf den Heimweg zu begeben!
Gitti und Mathias Blaikner sowie Oma Lisbeth dürfen wir an dieser Stelle ganz herzlich zu ihrem Betrieb gratulieren, handelt es sich schließlich um ein gewaltiges Familienprojekt, das nur mit Hilfe größten Fleißes und des nötigen Zusammenhalts vieler Generationen zu schaffen ist!
Nicht umsonst erinnerte Mathias Blaikner am Ende seiner Almvorstellung noch an seinen Papa Alois, der im letzten Oktober leider allzu früh verstorben ist und bestimmt zu gerne inmitten des Geschehens gewesen wär'.
Umso berührender, wenn seinen Lieben auch in der Erinnerung ein gebührender Platz gegeben ist, der mit Nichts und niemanden zu ersetzen ist!
Christina Sendlhofer

