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Ausflug der Südtiroler Jungzüchter ins Salzburger Land

Zusammen unterwegs - Südtirols Jungzüchter mit Kollegen aus Nord- und Osttirol sowie dem Allgäu!
Paradekuh SULAIKA (V.Power Red) - Mutter vom Besamungsstier Lockpower Pp
Hier ist das beste Milchschaf Österreichs zu Hause - am Reithgut der Familie Rohrmoser in Saalbach
Beeindruckende Meingold-Tochter am Grubhof bei Familie Berger
Keine Unbekannte! DONNA (V.Infrarouge), trächtig zum 10. Kalb

Jungzüchtercup als Anlass zur Besichtigungstour!

Am letzten Samstag machten sich neun Mitglieder des Ausschusses der Pinzgauer Jungzüchter in aller Herrgottsfrüh' auf in Richtung Salzburg. Um 10 Uhr erwarteten sie schon die Pinzgauer-Jungzüchterfunktionäre Gabriel Riedlsperger und Georg Innerhofer. Zudem fanden sich die Jungzüchter aus Osttirol und aus dem Bezirk Kitzbühel, sowie einige Jungzüchter aus dem deutschen Allgäu in Maishofen ein.

Auftakt am Schüttgut

Nach einer kurzen Begrüßung und einer ordentlichen Stärkung, ging es bereits zum ersten Betrieb von Porsche Wolfgang, Schüttgut in  Zell am See.
Dort angekommen warteten schon Betriebsleiter Hermann Egger und seine Söhne Stefan und Andreas auf die interessierenden Jungzüchter. Zum Betrieb gehören 85 ha Mähfläche, 600 ha Almfläche und 6,5 ha Maisfelder. Die Alm befindet sich ca. 25 km entfernt in Rauris und ist über den Sommer Heimat für die gesamten 250 Rinder.

Zurzeit liegt der Betriebsdurchschnitt der 111 Kühe durchschnittlich bei 9300 kg Milchleistung und ca. 4 % Fett und 3,4% Eiweiß. Die Tiere werden mit zwei Lely Melkrobotern gemolken. Der Betrieb ist weit über die Landesgrenzen hinaus für seine hervorragenden Pinzgauer Tiere bekannt. So konnten die Jungzüchter auch einige bekannte Schaukühe erkennen, wie zum Beispiel die heurige Dairy Grand Prix Gesamtsiegerin Bambi (Power Red), sowie die Dairy Grand Prix Gesamteutersiegerin Klarissa (V.Rusty).
Des weiteren stammen vom Betrieb auch einige Stiere (Bimark, Rusty, Malsara, Met II, Lockpower), welche in der Pinzgauer Zucht positive Spuren hinterlassen haben. Die sehr gute Arbeit, die vor allem Hermann Egger leistet, spiegelt sich auch anhand der sehr hohen Anzahl an Dauerleistungskühen im Stall wider, welche die magische Marke von 100.000 Liter erreichten.

Interessante Nischenproduktion von Schafmilch am Reithgut

Nach einem spannenden Austausch ging es weiter nach Saalbach-Hinterglemm. Dort wartete schon der nächste Betrieb der Familie Rohrmoser, Reithgut.  Diese bewirtschaften einen Bergbauernbetrieb mit 100 ha Eigenfläche und ca. 100 ha Pachtfläche. Davon werden 70 ha für die Futtermittelproduktion (1 bis 3 schnittig) verwendet. Das Futter wird mit Hilfe einer Heubelüftung mit Entfeuchtungsanlage getrocknet. Auf dem Betrieb werden ca. 350 Milchschafe und ca. 150 Jungschafe der Rasse Lacaune gehalten. Die Milch der Tiere wird zur Erlebnissennerei Zillertal in Mayrhofen geliefert. Aufgrund der sehr guten Milchinhaltsstoffe von 6,8 % Fett und 5,7% Eiweiß, bekommt die Familie Rohrmoser zurzeit 2,5 Euro pro Kilogramm Milch.
Im Stallgebäude, das erst 2019 für die Milchschafe gebaut wurde, befindet sich das beste Milchschaf Österreichs mit 1600 Liter Jahresleistung.
Die Jungschafe und Widder befinden sich den Sommer über auf der Alm und die Milchschafe sind das gesamte Jahr auf dem Betrieb. Diese können von Anfang Juli bis Ende Oktober auf der Weide grasen. Mit Hilfe eines Mischwagens (Kapazität 24 m3) werden Heu, mehliges Kraftfutter, Futterkalk, Salz und Wasser für eine ausgewogene Futterration zusammengemischt. Die meisten der Jungzüchter*innen halten selbst keine Schafe und waren deshalb umso gespannter auf den Austausch mit der Familie.

Grubhof - Vorzeigezuchtbetrieb und Wiege der Jungzüchterarbeit

Der Nachbarbetrieb war das letzte Ziel der Betriebsbesichtigungen. Dort wartete Berger Eveline und Sohn Josef mit seinen zwei Kindern schon gespannt auf das schaulustige Publikum. Zum Grubhof in Saalbach gehören 35 ha Mähfläche, 50 ha Almfläche und 12 ha Waldfläche. Auf dem Betrieb werden vorwiegend Originale Pinzgauer, sowie auch einige Tiere der Rasse Pinzgauer gehalten. Des weiteren befinden sich am Betrieb auch einige wenige Holsteintiere und Fleckviehtiere, welche vor allem für den Weiterverkauf in Maishofen gezüchtet werden. So werden ca. 12- 15 Tiere pro Jahr in Maishofen verkauft. Der Stalldurchschnitt liegt zurzeit bei 7500 Liter Milch. Ein weiteres Standbein für den Betrieb sind die 120 Gästebetten, die hauptsächlich im Winter vermietet werden.

Die gesamten Rinder verbringen den Sommer von Mai bis Oktober auf der hofeigenen Alm. Das Futter setzt sich zur Hälfte aus Silage und zur anderen Hälfte aus Heu zusammen. Der Betrieb ist für seine Originalen Pinzgauer, aber auch für die Pinzgauer Tiere mit RF, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Dies konnten die Jungzüchter*innen auch im Stall beeindruckend wiedererkennen. Vor allem die zwei Stiermütter Dolly (V.Rat), erwartet ihr 11. Kalb und die achtlaktierende Almerin (V. Morus), zeigen sich für ihr Alter in einer hervorragenden Form.
Einige Teststiere stammen aus diesem Betrieb, wie zum Beispiel die Stiere Fabius, Meso, Steinadler, Starmor oder Aladin.

Der Betrieb ist auch für seine exterieurstarken Tiere bekannt, welche diese Stärke gekonnt schon öfters auf einigen Schauen unter Beweis stellte. Josef erwähnte zudem, dass neun Kühe eine Lebensleistung zwischen 50.000 – 90.000 kg Milch aufweisen können. Nach der interessanten Stallbesichtigung konnten sich die Jungzüchterinnen mit selbstgemachten Kuchengebäck stärken, bevor die Reise nach Maishofen zum Pinzgauer Jungzüchtercup weitergehen konnte.

Ein großes Danke gilt den drei Familien für die interessanten und belehrenden Betriebsbesichtigungen.
Zudem bedanken sich die Südtiroler Jungzüchter bei den Pinzgauer Jungzüchtern für die Organisation und freuen sich schon auf den nächsten Besuch im Salzburger Land.

Felix Oberhollenzer

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