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Ausflug ins Alpenvorland

Unbedingt sehenswert - Laufstall mit gehörnten Pinzgauern von Familie Oberholzner Rupert, Oberholz in Elixhausen!
Unbedingt sehenswert - Laufstall mit gehörnten Pinzgauern von Familie Oberholzner Rupert, Oberholz in Elixhausen!
Der neue Handels- und Sortierstall der EZG in Bergheim
Der neue Handels- und Sortierstall der EZG in Bergheim
Überzeugende Herde am Stieglgut Wildshut!
Überzeugende Herde am Stieglgut Wildshut!
Ein gutes Konzept hat sich der Gastagwirt Fritz Maislinger mit der Aussiedlung der Landwirtschaft geschaffen!
Ein gutes Konzept hat sich der Gastagwirt Fritz Maislinger mit der Aussiedlung der Landwirtschaft geschaffen!

Tirols Pinzgauer Züchter on Tour!

Wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit fand auch heuer wieder der traditionelle Ausflug des Vorstandes der Tiroler Pinzgauer Züchter statt. Im heurigen Jahr führte uns der Weg in den Flachgau und ins benachbarte Innviertel. Der Treffpunkt war der Widmooshof der Familie Widmoser in Waidring. Bis alle eingetroffen waren, wurden der Stall und das dazugehörige Inventar genauestens unter die Lupe genommen. Die Familie Widmoser hat vor einigen Wochen den „Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis 2016" für besonders nachhaltiges und innovatives Wirtschaften erhalten. Der Bio-Heumilchbetrieb zeichnet sich durch besonders gute Grundfutterqualität und hohe Lebensleistungen aus.

Nach dieser kurzen Besichtigung starteten wir und unser erstes Ziel war der neue Sortierstall des Rinderzuchtverband bzw. der Erzeugergemeinschaft in Bergheim. Interessiert bestaunten die Teilnehmer das ausgeklügelte Aufstallungssystem, welches die Arbeit und die Sicherheit für die Mitarbeiter verbessert. Es wurde auch über die lange Zeit der Planung und Bewilligung dieses Projektes berichtet, welches auch mit vielen Hindernissen gezeichnet war. Nun ist es fast geschafft und der Stall wird in wenigen Wochen in Betrieb gehen und wird ein wichtiger Umschlagplatz für eine funktionierende Vermarktung von Nutz- und Schlachtvieh in Westösterreich werden.

Die Zeit drängt und der Weg führte uns weiter ins benachbarte Innviertel, wo als nächstes Ziel dasGut „Wildshut" auf dem Programm stand. Wildshut war früher eine eigenständige Brauerei mit angeschlossener Landwirtschaft, wie es früher viele gab. Vor rund 100 Jahren wurde sie von der Familie Kiener, Besitzer der Stieglbrauerei, gekauft. 2012 wurde dann das 1. Biergut eröffnet und um eine Schaubrauerei erweitert. Auf der dazugehörigen Landwirtschaft, die nur ca. 1 km von der Brauerei entfernt liegt erwartete uns schon das motivierte Melkerehepaar Zita und Christian Prommegger, die auf der Suche nach einer eigenen Landwirtschaft in Wildshut gelandet sind und dort ihrer Leidenschaft frönen können. Der Betrieb umfasst mit dem Rochushof in Salzburg-Maxglan eine Fläche von ca. 195 ha und wird biologisch bewirtschaftet. Neben der Milchwirtschaft und dem Grünland wird auch Ackerbau betrieben und der überwiegende Teil des Getreides, hauptsächlich alte Getreidesorten für das Bierbrauen in Wildshut, wird selbst angebaut. Im Stall stehen ca. 40 Milchkühe samt Nachzucht, gut die Hälfte davon sind Pinzgauer, der Rest Fleckviehkühe. Die männlichen Kälber werden teilweise als Ochsen gemästet. Ziel ist es in einigen Jahren eine Milchviehherde mit ausschließlich reinrassigen Pinzgauertieren präsentieren zu können. Der Unternehmer Heinrich Dieter Kiener, Besitzer der Stieglbrauerei, lebt die Tradition und Nachhaltigkeit und zu einer Traditionsbrauerei gehört auch eine alte Rinderrasse und deswegen haben auch die Pinzgauer in Wildshut Einzug gehalten. Bekannt wurde der Betrieb in Pinzgauerkreisen auch durch den Kauf des Teststieres „Lurex", den teuersten Stier beim Herbststiermarkt 2015. Wir konnten schon einige vielversprechende Kälber besichtigen, der Stier selbst ist zurzeit auf der Besamungsstation. Im Sommer gehen die Kühe auf eine Kurzrasenweide, im Stall wird zugefüttert und im Winter wird mit einem Futtermischwagen gefüttert. Die Kühe werden mit einem Lely - Melkroboter gemolken. Die Zeit verging wie im Flug und ein bissig kalter Ostwind hat uns entgegengeblasen und so zogen wir weiter in die nahegelegene Brauerei. Dort erwartete uns schon Franz Zehentner, ein gebürtiger Leoganger, der seit einigen Jahren Verwalter in Wildshut ist. Franz und Christian haben uns dann in die Kunst des Mälzens, Röstens und des Brauens eingeführt und anhand einiger kurzer Videos wurde uns das noch veranschaulicht. Es war ein besonderer Tag in Wildshut, denn es fand der 1. Adventmarkt am Biergut statt. Franz Zehentner und seinem Team ist für die nette Aufnahme zu danken und für die tolle Weiterentwicklung des Betriebes zu gratulieren.

Nach einer Bierverkostung, interessanten Ausführungen über die Kunst des Bierbrauens und gemütlichem Beisammensein ging es weiter zum nächsten Ziel und zwar zum Betrieb der Familie Oberholzner in Elixhausen. Die begeisterte Bauersfamilie bewirtschaftet einen Heumilchbetrieb und liefert ihre Milch an die Käserei in Elixhausen, einer der wenigen übriggebliebenen örtlichen Käsereien im Flachgau. Der funktionierende Milchverarbeitungsbetrieb erzeugt besten Käse, kann sich über mangelnden Absatz nicht beklagen und trotzt den großen Molkereien. Eine große Besonderheit am Betrieb der Familie Oberholzner ist der Stall, der als Kompoststall ausgeführt ist und die ca. 30 Pinzgauer Kühe, die haben nämlich alle Hörner und das in einem Laufstall. Der Stall ist großzügig angelegt, hinter dem Fressbereich ist eine große Liegefläche, die mit Hobelspännen oder Sägemehl eingestreut wird. Diese Fläche wird zweimal am Tag mit einem alten Traktor und einem Grubber durchgemischt. Dieses Gemisch aus Mist und Einstreu wird dann schön langsam zu Kompost und dabei erwärmt es sich und die Kühe haben einen warmen Liegebereich. Der fertige Kompost wird dann zweimal im Jahr von der Liegefläche aufs Feld gebracht. Der Stall ist als Kaltstall ausgeführt und es wurde sehr viel in Eigenregie errichtet, somit konnten auch die Baukosten möglichst gering gehalten werden. Es wurde ausschließlich eigenes Holz verwendet, das auf dem Hof mit einer Mobilsäge geschnitten wurde. Gemolken wird in einem 6er Tandem-Melkstand, der abgeschlossen und beheizt ist. Im Sommer können die Kühe Tag und Nacht auf die angrenzenden Weiden und im Winter wird bestes Belüftungsheu gefüttert. Auf Kraftfutter wird gänzlich verzichtet und der Betrieb wird gerade auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. In der Herde läuft ein Sprungstier mit, der immer in Maishofen auf den Versteigerungen gekauft wird. Leider hat sich der Betrieb noch nicht entschließen können Mitglied beim Rinderzuchtverband zu werden. Vielleicht hat da unser Besuch etwas bewirkt. Mit einer kleinen Jause aus köstlichen Käse der Elixhausener Käserei beendeten wir den höchst interessanten Besuch. Für die liebevolle Aufnahme möchten wir uns bedanken und möchten der Familie Oberholzner recht herzlich zum tollen Betrieb und ihren gelungenen Stallbau gratulieren.

Als letzte Station unseres Ausfluges stand der Gastagwirt in Eugendorfam Programm. Die Familie Maislinger hat sich vor ca. 3 Jahren entschlossen, die Milchwirtschaft mit Fremdarbeitskräften aufzugeben und auf Bio - Pinzgauer Ochsenmast umzustellen. Es war auch immer schwieriger passendes Personal für den Milchbetrieb zu finden. Kurzer Hand rissen sie den alten Stall direkt neben dem Wirtshaus ab und bauten ca. 1 km entfernt eine neue Hofstelle auf. Die Ochsen kann die Familie jetzt selber betreuen, denn sie sind an keine fixen Stallzeiten gebunden. Wichtig war Fritz Maislinger, der mit Leib und Seele Bauer und Gastwirt ist, dass die ganze Familie hinter diesem Projekt steht. Besonders die Kinder waren es, die gesagt haben sie möchten die Landwirtschaft weiter betreiben, denn sie gehört zum Gastagwirt dazu. Neben den Ochsen werden auch noch Mastschweine, Hühner und im Sommer auch Schafe gehalten. Der größte Teil der Ochsen kommt im Wirtshaus als köstliche Rindfleischspezialitäten auf den Teller und die Gäste sind von der Qualität vollauf begeistert. Der Rest wird über die Erzeugergemeinschaft vermarktet. Eine besondere Kooperation gibt es mit dem Landwirt Günther Kaiser, der ihm Pinzgauer Kälber aufzieht, von der Milch entwöhnt und kastriert. In Bio Qualität versteht sich, was gar nicht so einfach ist. Die jungen Ochsen kommen mit einem Alter von ca. 5 Monaten auf den Hof und haben keine Umstellungsprobleme. Mit dem Wechsel in die Ochsenmast wurde auch von der Heu- auf Silowirtschaft umgestellt. Der Gastagwirt ist ein Musterbeispiel, wie sich die Produkte aus der eigenen Landwirtschaft im Wirtshaus veredeln lassen und dies schätzen die Gäste sehr. Es ist zu wünschen, dass es viele Nachahmer gibt, denn viele Gastwirte haben auch eine Landwirtschaft dabei. Fritz und seiner Familie ist zu ihrem Erfolgsprojekt zu gratulieren und wir bedanken uns sehr für die nette Aufnahme bei der Familie Maislinger. Nach einer gemütlichen Kaffeejause ging es wieder mit vielen tollen Eindrücken und regem Gedankenaustausch nach Hause. Wir bedanken uns noch bei allen, dass sie für uns die Stalltüren geöffnet und uns so herzlich aufgenommen haben. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, denn solche Ausflüge stärken die Gemeinschaft.

Thomas Edenhauser

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