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Bayerns Pinzgauerzüchter formieren sich!

Winterauslauf am Tandlmaier Hof in Surberg/Landkreis Traunstein
Winterauslauf am Tandlmaier Hof in Surberg/Landkreis Traunstein
Schaut schon recht gut nach Halbe/halbe aus...
Schaut schon recht gut nach Halbe/halbe aus...
Hoffnungsvoll zeigt sich der Pinzgauer-Nachwuchs!
Hoffnungsvoll zeigt sich der Pinzgauer-Nachwuchs!
Zur Weihnachtszeit darf der Stall an die Krippe erinnern - Georgs Wendlinger Kinder mit passendem Hintergrund!
Zur Weihnachtszeit darf der Stall an die Krippe erinnern - Georgs Wendlinger Kinder mit passendem Hintergrund!

Erfreuliche Nachrichten aus der "Nachbarschaft"!

Der erste Kontakt zu Georg Wendlinger aus Surberg erfolgte vor ein paar Jahren dank elektronischem Briefverkehr. Es dauerte nicht lange, bis Georg bei einer Versteigerung in Maishofen zugegen war und als kürzlich wieder interessante Post im elektronischen Brieffach lag, wurde der Bauer vom Tandlmaier Hof kurzerhand um ein paar Zeilen gefragt....

Angefangen hat alles wie so oft im Leben mit mehreren Zufällen. Das erste Pinzgauer Zuchtkalb hat mein Vater über die Bekanntschaft zu Sepp Mösenlechner, dem wohl bekanntesten Pinzgauer Milchviehzüchter in Südbayern, organisiert. Das war im Herbst 2011, aber damals hat mich die Rasse eigentlich nicht interessiert. Ein halbes Jahr später bin ich zufällig mit Gottfried Heilmaier ins Gespräch gekommen, der damals gerade am Aufbau der Marke „Rupertirind" war und dadurch die Pinzgauer wieder mehr im Chiemgau und Rupertiwinkel verbreiten wollte. Über ihn habe ich dann im Winter 2012 zwei Kalbinnen aus Salzburg zum mästen gekauft. Und dann begann auf einmal auch mein Interesse an der Rasse, weil sie einfach schön anzuschauen waren.

Es dauerte aber bis Herbst 2014, als das einstige Zuchtkalb das erste Mal kalbte und wir somit den ersten eigenen Pinzgauer Nachwuchs im Stall hatten. Zu dieser Zeit hatte ich auch schon meine Fühler ausgestreckt und wollte Kühe oder Kalbinnen zukaufen, was allerdings in Bioqualität bei den wenigen Pinzgauer-Milchviehhaltern in Bayern fast aussichtslos war. So habe ich ab Herbst 2014 angefangen, im angrenzenden Salzburger Land, einmal auch in Tirol und einmal in Oberösterreich, Pinzgauer Kühe ab Stall zuzukaufen.

Unser Ziel am Tandlmaier Hof in Surberg an der Grenze zwischen Chiemgau und Rupertiwinkel war es mittlerweile, auf längere Frist neben dem Fleckvieh auf ca. 50% Pinzgauer bei Kühen und Nachzucht zu kommen; diese sollten außerdem möglichst wenig Fremdblutanteil aufweisen.

Zunächst habe ich meine ersten Stierkälber auch als Ochsen behalten und eben auch für Gottfried Heilmaier Kalbinnen gefüttert. Die explizite Fleischproduktion funktioniert aber auf dem Milchviehbetrieb nicht, zumindest haben wir das nicht gut hinbekommen. Jetzt konzentrieren wir uns also darauf, mit eigener Pinzgauer Nachzucht den Anteil der Pinzgauer Kühe in der 18- bis 19köpfigen Herde stabil zu halten bzw. auszubauen.

Ganz aktuell haben wir unser Ziel erreicht und halten mittlerweile 10 Pinzgauer Kühe, davon allerdings 4 in der ersten Laktation.

Die Nachzucht mit den Vätern Star und Ramorat wächst gut heran und lässt auf eine gute Herde der Zukunft hoffen!

Sehr positiv hat sich in den letzten Jahren die Haltung von Pinzgauer Rindern in Chiemgau und Rupertiwinkel entwickelt, maßgeblich forciert von Gottfried Heilmaier, der aus „Rupertirind" eine gut laufende Marke gemacht hat. Großen Anteil haben aber auch Gertraud Gafus und Schorsch Planthaler von der Fürmann Alm in Anger, die einen Pinzgauer Stammtisch gegründet haben, der sich 2 mal im Jahr auf der Alm trifft. Über den von ihnen initiierten Emailverteiler finden Verkäufer und Kaufinteressenten von Pinzgauern zusammen (sowohl bio als auch konventionell), mittlerweile sind ca. 70 Personen dabei.

Auch die Zusammenarbeit und Vernetzung mit dem RZV Traunstein durch deren neuen zuständigen Mitarbeiter Tim Höbel hat sich zum Guten entwickelt, weil wir alle, die Interesse an dieser gefährdeten und doch früher bei uns beheimateten Rasse haben, an einem Strang ziehen sollten!

Leider war im abgelaufenen Jahr mit der Haltung der Pinzgauer bei uns am Hof nicht nur Freude verbunden, sondern es gab viele traurige Momente: So hatten wir mehrere Totgeburten, einmal auch das Verwerfen einer 6 Monate trächtigen Kalbin. Das detaillierte Wissen um die Eigenschaften der einzelnen Pinzgauer Stiere war z.T. auch bei mir nicht so ausgeprägt, hätte aber manches Problem wohl verhindern können. Leider wissen nämlich unsere Besamungstechniker zwar alles über die Fleckviehstiere, aber nichts über die wenigen Pinzgauer, die sie dabei haben.

Trotz dieser traurigen Erfahrungen im vergangenen Jahr sehen wir positiv in die Zukunft und freuen uns besonders, dass wir Paula, unser erstes Zuchtkalb, nach der Totgeburt von Zwillingen vergangenen Sommer noch immer (und hoffentlich noch lange) und wieder trächtig im Stall stehen haben.
Georg Wendlinger


Lieber Georg,

die guten Nachrichten aus Bayern erfüllen uns mit großer Freude - dank vieler engagierter Menschen scheint sich hier einiges in Bewegung zu setzen! Auch wir sehen die Zusammenarbeit mit dem RZV Traunstein und seinem neuen Ansprechpartner Tim Höbel als eine sehr positive und hoffen, den Schwung für eine gute Entwicklung der Pinzgauerrasse in unserer Nachbarschaft nützen zu können!

Christina Sendlhofer

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