Besuch auf der Bach-Hochalm in Uttendorf
Ein Alm- und Lebensgefühl der besonderen Art!
"Schwein gehabt" - die allgemein bekannte Redewendung trifft es auf der Bach-Hochalm auf 1.650 m Seehöhe nur insofern, als dass sich in diesem Fall die Schweine als die besonders Glücklichen wähnen dürfen. Schon der erste Eindruck verrät ihr privilegiertes Leben, profitieren die rund' und g'sunden Specklieferanten nicht nur von der täglichen Molke-Ration, sie dürfen dank ihrer gemütlichen Schlafstatt auch der Mittagshitze entfliehen, um spätnachmittags dem geliebten Grasen und Wühlen zu frönen.
Ein härteres Dasein fristen auf der Alm von Markus Lechner, Bachbauer in Uttendorf mit Sicherheit die Wiederkäuer, die aufgrund der extremen Steilheit nicht nur Trittsicherheit, sondern auch entsprechende Konstitution und Kondition mitbringen müssen, um den Sommer als Milchkuh zu überstehen.
Nicht umsonst setzt Familie Lechner seit eh und je auf Pinzgauer, die mit ihrer Robustheit und den harten Klauen
für die Bewirtschaftung im alpinen Gelände geradezu prädestiniert sind. Entgegenkommend für die Kühe ist der Umstand, dass sie's schon von klein auf gelernt haben - ist hier sämtlicher Nachwuchs auf der Alm und Geländetauglichkeit somit schon angeboren!
Viel abverlangt wird auf der Bach-Hochalm aber nicht nur den Tieren, erfordert die Bewirtschaftung enorme Ausdauer und größten Fleiß von Altbauer Franz Lechner und Tante Erna, deren Tag bereits um 4.00 Uhr früh beginnt, muss die Grundlage für qualitätsvollen Butter und Käse - die Milch der 14 Almkühe - schließlich auch gewonnen werden!!
Die Sorgfalt rund um die Produktion der hochwertigen Erzeugnisse zeigt sich spätestens beim Anblick des funkelnden Kupferkessels sowie der reifenden Laibe im Käs'keller und bestätigt sich am Ende bei der Verkostung von Milch, Butter und Käse.
Diese macht deutlich, dass es eben nichts Besseres gibt, als eine Almjause, die einzig aus selbstgemachten Produkten besteht und das Werk vieler Hände Arbeit ist!
Für die besondere Geschmacksnote des halbfetten Käses sind die kleinen Wiederkäuer verantwortlich -
Pinzgauer-Ziegen, die nicht nur in der Rodung von Gebüsch und Gehölz von großem Nutzen sind, sondern sich auch in der Käseveredelung verdient machen!
Ein Besuch auf der Bach-Hochalm ringt einem jedenfalls großen Respekt ab, bekommt man hier nicht nur die Knochenarbeit der echten Almwirtschaft zu spüren, sondern erlebt man auf berührende Weise, wie erfüllend ein bäuerliches Leben sein kann - in dem Menschen voll und ganz im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten und im achtsamen Miteinander der Generationen dazu beitragen, dass man für eine Zeit in eine Welt voller Heilsamkeit und Harmonie eintauchen darf - Vergelt's Gott dafür!
Gratulation an Familie Lechner, Bachbauer für diese Form des Lebens und Arbeitens und in der Hoffnung, dass es auf der Bach-Hochalm noch lange so bleiben möge - weil man - hier angekommen - sogleich zu spüren bekommt, auf einem besonderen Fleckchen Erde gelandet zu sein!
Christina Sendlhofer



