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Besuch bei den Pinzgauern in der Schweiz

Pinzgauer überzeugen!

Dass es den exportierten Pinzgauer Rinder in der Schweiz gut geht, davon konnten sich Hannes Hofer und Mathias Kinberger im Rahmen einer Besuchstour überzeugen. Grund der Reise war der Verkauf von zwei trächtigen Kalbinnen vom Hubgut in Zell am See in die Schweiz vor drei Jahren. Die Tiere wurden von der Fa. Hinder angekauft und im Doppelpack an Bruno Riebli, Buchenegg in Giswil vermittelt. Dort verbringen sie mittlerweile den dritten Alpsommer am Glaubenbühel. Bruno füttert seine Kühe nur mit Grundfutter und ist mit der Verwertung des wirtschaftseigenen Futters bei den Pinzgauern sehr zufrieden. Auch die Nachzucht, Kälber und trächtige Rinder bestechen mit einer tiefen Rippe und großem Pansenvolumen.

Die Milch wird im Sommer zu bestem Alpkäse verarbeitet, der einen sehr guten Absatz findet. Die Almen in der Innerschweiz werden intensiv genutzt, die vorhandene Fläche muss bestmöglich gepflegt und gedüngt werden um genug Gras für die Weidetiere zu liefern. Der heurige Sommer ist auch in der Schweiz beständig nass und kalt und macht den Tieren und Bauern zu schaffen. Die Heuernte geht nur sehr schleppend voran und auch die Weideflächen sind sehr nass und matschig.

Besser ist die Situation am Gotthardpass, wo Matthias Zimmermann seine Kühe alpt. Dort macht sich schon der Einfluss des Südens bemerkbar. Im Moment werden sehr hochgelegene Weideflächen genutzt. Hier machen sich die Vorteile der Pinzgauer, harte Klauen und gute Beine besonders bemerkbar. Zügig ziehen sie in die frischen Weiden und fressen beste Almkräuter. Dies macht sich in der Milchleistung bemerkbar. So konnten bei der Augustmilchmessung 18 kg Tagesgemelk festgestellt werden, ein neuer Rekordwert für den Spätsommer.

Auch bei Jenni Barbara und Martin schauten wir vorbei und konnten feststellen, die sich die Pinzgauer auch im Schweizer Hügelland wohl fühlen. Hier ist eine gute Grundlage zur Milchproduktion, üppige Weiden und eine gute Versorgung durch die Familie. Die Milchwirtschaft bildet den Hauptbetriebszweig. Doch auch in der Schweiz sind die Milchpreise nicht sehr hoch und vor allem die Betriebsmittel sehr teuer.

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch im Safiental im Kanton Graubünden. In dem Hochtal leben auf 25 km Länge etwa 30 Bauernfamilien und insgesamt 300 Einwohner auf einer Seehöhe von 1300 bis 1800 Meter. Aufgrund der Abgeschiedenheit müssen die Bauern von ihren Höfen leben. Acht bis zwölf Milchkühe, Kälbermast im Winter und Alpwirtschaft mit Milchverarbeitung im Sommer sowie Aufzucht von eigenen und Vertragstieren bilden die Haupterwerbszweige. Im heurigen Sommer konnte aufgrund des schlechten Wetters und der dadurch nicht befahrbaren Flächen auf einigen Höfen erst die Hälfte des ersten Schnittes eingebracht werden, an den zweiten Schnitt gar nicht zu denken. Es werden normalerweise große Bergwiesen gemäht, die zurzeit rot ins Tal leuchten.

Mit etwas Ernüchterung ob der schwierigen Lage der Bauern und vielen Eindrücken ging die Reise wieder nach Hause. Ein riesengroßes Dankeschön den Familien und Freunden, die uns bewirtet und beherbergt haben.

An dieser Stelle auch ein Danke an die Pinzgauer Züchterfamilie Probst Pepi und Angela in St. Jakob am Arlberg für die Unterkunft bei der Anreise in die Schweiz und den netten Züchterhoagascht am Abend.

Mathias Kinberger

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