Besuch bei Freunden in der Schweiz!
Optimales Ferienprogramm zweier Ursprung-Schüler!
Die Semesterferien standen vor der Tür und sollten für wissbegierige junge Menschen auch nicht ungenützt bleiben...
So besuchten Thomas Hauser (er war vor zwei Jahren als Praktikant am Betrieb von Matthias Zimmermann) und ich den Milchviehbetrieb von Matthias Zimmermann in der Schweiz, der in der Nähe von Zürich liegt.
Derzeit werden dort 176 Kühe gemolken, 40 Kühe davon gehören der Rasse Pinzgauer an. Selten sieht man auf Betrieben eine so buntgemischte Herde, denn diese besteht aus den Rassen Braunvieh, Holstein, Fleckvieh und Pinzgauer. Zimmermann setzt sehr viel Wert auf die Doppelnutzung. Mittelrahmige Tiere mit guter Bemuskelung, funktionellen Eutern und Fundamenten werden erwünscht. Vor ein paar Jahren importierte er erstmals Pinzgauer-Kalbinnen aus Österreich, aber auch sehr viele Spermaportionen, um seine Herde mit Pinzgauern einzukreuzen. Interessant sind auch die Kreuzungstiere, wie z.B. Braunvieh x Pinzgauer – Matthias ist sicherlich der erste, der diese Kreuzung probiert hat… .
In letzter Zeit kalbten 14 Rat-Töchter, eine Roll- und vier Adonistöchter ab. Die Rat-Töchter zeigen sehr gut aufgehängte, drüsige Euter mit etwas dünneren, kürzeren Strichen. Mit leicht knapperen Rahmen und flacher Bemuskelung stehen sie auf einem guten Fundament.
Derzeit werden die Stiere Fidelio, Reis, Luchs, Malden, Adonis, Sterz, Lotus und Kamper eingesetzt.
Das Erstkalbealter beträgt 24 Monate. Das Durchschnittsgemelk der Kalbinnen beträgt um die 22 kg Milch. Die Milchleistungen der darauffolgenden Laktationen liegen um die 6000 kg Milch und mehr. Der jährliche Stalldurchschnitt liegt bei 6476 kg Milch.
Gehalten werden die Milchkühe in einem Kaltstall mit Tiefliegebuchten und Auslauf auf die Weide, bei gefrorenem Boden. Gemolken werden die Kühe zweimal täglich in einem steilen 2x8 Fischgrätenmelkstand mit automatischer Melkabnahme. Die Melkzeit dafür beträgt rund zwei Stunden. Die Fütterung wird mit einem Futtermischwagen erledigt. Die Milchkühe bekommen im Winter eine Totalmischration und als Ausgleich Kraftfutter im Melkstand. Im Frühling und Herbst sind die Kühe auf der Weide.
Im Sommer gehen die Kühe auf die Alm ins Tessin, welche sich 130 km entfernt auf dem St. Gotthard Pass befindet. Auf dieser Alm sind Tiere mit guten Fundamente und hervorragender Klauenqualität von enormer Bedeutung.
Nach drei interessanten und lehrreichen Tagen machten wir uns wieder auf die Heimreise, welche sich durch den Schneefall als etwas schwierig erwies.
Ein besonderes Danke gebührt der Familie Zimmermann für die nette Gastfreundschaft und an Matthias, dass er uns einen tollen Einblick in seinen Betrieb gab und sich Zeit für uns nahm.
Josef Berger



