Besuch im Norden Deutschlands!
Usedom – eine Insel im Norden Deutschlands und Heimat von 250 Pinzgauer Kühen!
Die Landwirtschafts-GmbH "Burgwald" Mellenthin umfasst eine Fläche von 1000 ha Ackerland und 1000 ha Grünland. Die Gesellschaft wurde nach der Wende gegründet, vorher wurde in der LPG nur Pflanzenproduktion, Getreideanbau und Futterproduktion für einen großen Tierhaltungsbetrieb betrieben. Am Betrieb waren keine Tiere vorhanden und so machte man sich auf die Suche nach Grünlandverwertern. Fündig wurde Frau Verona Klein, die Geschäftsführerin der GmbH auf einer Agrarmesse in Leipzig Anfang der 90er Jahre. Die Salzburger Vieh Verwertung war dort vertreten und machte Werbung unter anderem für Pinzgauer Rinder aus Salzburg. Nach umfangreichen Informationen wurde der Ankauf von einem LKW-Zug beschlossen, und so machten die ersten 32 Pinzgauer ihre Fahrt in den äußersten Nord-Osten Deutschlands auf die Insel Usedom. Die Tiere fühlten sich gleich wohl und so wurden weitere Tiere geordert.
Heute bewohnen 250 Mutterkühe mit ihren Kälbern, 70 Aufzuchttiere und etliche Stiere die Wiesen und Weiden der GmbH Burgwald. Ein Drittel der Kühe wird mit Pinzgauer Stieren zur Erzeugung von Nachzucht gedeckt, der Rest mit Stieren der Rassen Angus, Charolais und Limousin. Die Kreuzungskälber werden alle mit 8 Monate als Bio-Jungrinder geschlachtet und rege nachgefragt. Die reinrassigen weiblichen Kälber werden in eigenen Herden aufgezogen und dienen der Remontierung, ein Teil wird trächtig verkauft. Die Kühe bekommen ihre Kälber das ganze Jahr über um monatlich schlachtreife Tiere liefern zu können.
Die Haltung geschieht ganzjährig im Freien, von Mai bis Ende November deckt die Weide den Bedarf der Tiere, den Rest des Jahres wird Grassilage gefüttert. Es wird absolut kein Kraftfutter verabreicht. In der vegationsfreien Zeit werden die Tiere auf speziellen Winterweiden gehalten, die Fütterung erfolgt über große Wägen, rundherum wird mit Stroh tief eingestreut. Durch die wenigen Niederschläge (es regnet nur ca. 600 mm pro Jahr) und die moderaten Temperaturen rund um den Nullpunkt im Winter gebären die Kühe sogar ihre Kälber im Freien. Im Frühling wird der angefallene Mist auf große Haufen zusammengeschoben und dann auf die Äcker ausgebracht.
Zusätzlich werden auch noch 1000 Mutterschafe der Rasse Schwarzkopf gehalten. Diese bekommen im Frühjahr ihre Lämmer, dann zählt die Herde über 2500 Stück. Im Herbst werden die Lämmer geschlachtet. Für Bio-Lämmer wird auch ein sehr guter Preis erzielt.
Ein drittes Standbein in der tierischen Produktion ist die Erzeugung von Bio-Ferkeln. 250 Muttersauen werden in Rotten von jeweils 20 Sauen und einem Eber im Freiland gehalten. Sie bekommen ihre Ferkel in kleinen Hütten. Diese verbleiben dann 12 Wochen bei der Sau und werden dann verkauft.
Am Acker wird auf 1000 ha Winterweizen, Wintergerste und Raps angebaut. Der Pflanzenbau wird konventionell ausgeführt, teilweise wird mit Direktsaat versucht das Pflügen einzuschränken. Am Betrieb sind 30 Personen beschäftigt, wobei viele Teilhaber der Gesellschaft sind. Vom Traktorfahrer bis zu den Tierbetreuern, wie Karl-Heinz Kracht, der die Pinzgauer mit viel Liebe und Sorgfalt betreut, versuchen alle den Betrieb so gut als möglich zu führen.
Ein herzliches Dankeschön an Frau Klein und ihr Team für den Aufenthalt auf Usedom und die schönen und interessanten Tage an der Ostseeküste!
Mathias Kinberger