Das Pinzgauer Rind. Ein Kulturgut des Landes.
Sonderausstellung im Leoganger Bergbau- und Gotikmuseum eröffnet!
"Das Alltägliche, scheinbar Normale und gänzlich Unauffällige in den Mittelpunkt zu rücken und dieses als das Kostbare zu würdigen, ist mitunter die größte Kunst eines Menschen", meinte Landesrat
Dr. Josef Schwaiger bei einer kleinen, aber doch sehr würdevollen Eröffnungsfeier der diesjährigen Sonderausstellung "Das Pinzgauer Rind. Ein Kulturgut des Landes." am Freitag, 21. Mai 2021 im Leoganger Bergbau- und Gotikmuseum.
Mit "diesem Menschen" meinte Schwaiger Kustos Hermann Mayrhofer, der es sich es zur Aufgabe gemacht hat, mit dem Pinzgauer Rind ein besonderes Stück Salzburger Kulturgut in den Vordergrund zu rücken.
Wie sehr er diesem Rind und seinen Züchtern und Freunden verbunden ist, zeigte sich in den Emotionen Mayrhofers, als er in seiner Eröffnungsrede von seinem ehemaligen Chef und Herdebuchleiter des Rinderzuchtverbandes in Maishofen, Hans Stöckl sprach. Schließlich durfte er nicht nur viel fürs Leben und in der Führung von Menschen lernen, Mayerhofer gewann mit Hans Stöckl vielmehr einen väterlichen Freund, dem er auch aufgrund seiner Kunstbeflissenheit bis zum Tod im letzten Jahr sehr nahe war.
Es ist somit nicht verwunderlich, dass Professor Mayerhofer die Ausstellung Hans Stöckl widmete und eine Vitrine nicht nur an einen besonderen Pinzgauer-Liebhaber erinnert, sondern auch an die Geschichte des Pinzgauer-Rindes, welche er als Autor der "Pinzgauer Chronik" für die Nachwelt erhalten hat.
Als praktizierender Landwirt und Pinzgauer-Züchter umriss Labg. Hans Scharfetter, Weitmoser in Bad Hofgastein und seines Zeichens Weltpräsident der Pinzgauer, in seiner Laudatio die Geschichte der organisierten Rinderzucht, die ausgehend von Bayern, vor 125 Jahren ihren Ursprung hatte.
25 Jahre später, genau vor 100 Jahren, wurde 1921 mit der Gründung der Zuchtgenossenschaften in Salzburg der Grundstein für den Rinderzuchtverband gelegt.
Scharfetter sprach von seinen Jugendtagen, in denen er aufgrund der engen Bindung zu seinem Onkel und damaligen Pinzgauer-Fachausschussobmannes Klaus Rathgeb, hautnah die schwierige Zeit des Verdrängens und Verdammens der Pinzgauerrasse erleben musste.
"Es waren schließlich unsere Vorfahren, die sich mit enormen Einsatz den Wirrnissen und Widrigkeiten entgegenstemmten und die Fahnen für unser kostbares Kulturgut hochgehalten haben. Sie haben um die unverzichtbaren Attribute der Pinzgauer für die Bewirtschaftung der Berggebiete gewusst und haben uns vorgelebt, dass es Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit braucht, um Ziele zu erreichen", mit diesen Worten würdigte Scharfetter die Geschicke der Generationen, deren Verdienste man oftmals erst viel später einzuschätzen weiß!
ARGE-Obmann Christian Dullnigg sprach von den vielen Schätzen eines Landes, denen Aufmerksamkeit und Zuwendung gebührt, wenngleich sie manchmal unter ihrem Wert geschlagen werden.
"Weil es sich immer lohnt, für die Schwächeren zu kämpfen, gerade weil darin oft Großes verborgen liegt", ein Leitsatz, der Dullnigg auch in seiner eigentlichen Aufgabe - als Direktor der Landwirtschaftsschule Bruck auszeichnet und zugleich zum Motto eines beharrlichen Botschafters für die Pinzgauer Rasse geworden ist!
Die professionell arrangierte Ausstellung zeigt in ihren kostbaren Exponaten nicht nur den unschätzbaren Wert der Pinzgauer Rasse in der Zeit der Monarchie, sondern auch den bäuerlichen Stolz, der in vielen alten Bildnissen sowie den wunderschön verzierten, altehrwürdigen Kuhglocken unübersehbar zum Ausdruck kommt.
Neben den vielen Zeitzeugen vergangener Jahrhunderte widmeten sich aber auch namhafte Künstler der Gegenwart der schönen Pinzgauer und aktuelle Bilder zeigen das Pinzgauer Rind, wie es sich dank seiner bewährten Eigenschaften den Weg in die Zukunft bahnt!
Kustos Professor Hermann Mayrhofer und seinem Team kann man zu dieser Sonderausstellung von Herzen gratulieren und danken. Welch enormen Stellenwert das scheinbar ganz Normale und Alltägliche hat, hat sich in Zeiten einer Pandemie, wo Themen wie Versorgungssicherheit und Regionalität keine Schlagwörter sind, sondern plötzlich von ungeahntem Wert sind, tief in das menschliche Bewusstsein eingebrannt.
Die Sonderausstellung über das Pinzgauer Rind bietet also nicht nur eine interessante Rückschau auf den Wert des Rindes in vergangenen Tagen sondern auch die große Chance, sich mit dem Rind als unverzichtbarer Teil zur Sicherung unserer Lebensgrundlage auseinanderzusetzen.
Hermann Mayrhofer dürfen wir in dieser Hinsicht als Vorreiter bezeichnen - er hat für sein Lebenswerk - dem Leoganger Bergbau- und Gotikmuseum mit seinen unzähligen Schätzen nicht nur "das Werk vieler Hände Arbeit" zusammengetragen, sondern mit all seinen Ausstellungen die Wertschätzung für Kunst und Kultur aller Epochen in besonderer Weise zum Ausdruck gebracht!
Die Sonderausstellung zum Pinzgauer Rind ist ab sofort bis 31. Oktober von Dienstag bis Sonntag
von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Eine Vorschau zur sehenswerten Ausstellung bietet Regional TV Salzburg (RTS) zum Downloaden!
Christina Sendlhofer





