FERBA-Treffen in Großarl
FERBA-Treffen in Großarl
Das Großarltal stand vom 2. bis 4. Juli 2009 ganz im Zeichen der Europäischen Bergrinderrassen. 25 Vertreter von 9 Bergrinderrassen aus Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich trafen sich, um die diesjährige Vollversammlung abzuhalten.
Die FERBA ist eine überstaatliche Organisation zur Interessenvertretung der Bergrinderrassen. 12 Rassen aus den Ländern Frankreich, Deutschland, Schweiz, Italien und Österreich sind der FERBA angeschlossen. Insgesamt sind über 10.000 Rinderhalter mit fast 300.000 Tieren in der FERBA vereinigt.
Am Freitag wurde die Vollversammlung beim Talwirt im Talschluss von Hüttschlag abgehalten. Den Beginn machte DI Wolfgang Urban, Direktor des Nationalparks Hohe Tauern mit einer Vorstellung des größten im Alpenraum angesiedelten Nationalparks, der vor 25 Jahren gegründet wurde. Eine Besonderheit des Nationalparks Hohe Tauern ist der hohe Anteil von 62 % der Fläche im Privatbesitz. Für die Teilnehmer der FERBA-Tagung waren vor allem die drei Förderschwerpunkte zur Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft interessant. Zum ersten die Almwirtschaft auf dem jetzigen Niveau zu halten, weiters die Erhaltung von Kulturlandschaftselementen, wie Schindeldächer oder traditionelle Zäune und zum dritten die Erhaltung der heimischen Haustierrassen, die unter anderem mit einer Ankaufsbeihilfe unterstützt werden.
Auf der Tagesordnung stand weiters die Neuwahl der Organe. Ing. Gottfried Hainz wechselte von der Geschäftsführung in den Vorstand der FERBA, zur neuen Direktorin wurde Dr. Christina Müller von der Nationalen Vereinigung der Grauviehzüchter Italiens gewählt. Österreich ist in dieser Organisation stark vertreten: ÖR Erich Scheiber wurde als Obmannstellvertreter und Otto Hausegger sowie Christian Dullnigg als Vorstandsmitglieder wiedergewählt.
Die Vertreter aus den italienischen Provinzen Trient und Aosta wurden wie die Vertreter aus Deutschland und Frankreich wieder bestätigt.
Als besonderer Tagesordnungspunkt stand die Aufnahme der Rasse Tux-Zillertaler in die FERBA am Programm. Ebenso wurde beschlossen, eine Resolution zum Thema standortangepasste natürliche Produktion in den alpinen Gebirgsregionen, zu verabschieden.
Nach dem Mittagessen ging es auf die Alm des Reiterbauern Gruber Rupert in Hüttschlag. Hier weiden 16 Pinzgauer Milchkühe und über 100 Stück Jungvieh und Pferde. Die Almmilch wird teilweise an die Molkerei geliefert und der Rest auf der Alm zu Butter, Schnittkäse und dem traditionellen Sauerkäse verarbeitet. Bei einer gemütlichen Kaffeepause und Verkostung der Produkte wurden die verschiedenen Erfahrungen mit den einzelnen Rinderrassen und Haltungssystemen ausgetauscht.
Für die Rasse Pinzgauer war die Rolle des Gastgeberlandes ein willkommener Anlass unsere schönen Rinder und ihre Heimat den Vertretern der anderen Rassen vorzustellen.
Wir freuen uns schon auf die nächste FERBA-Versammlung im April in Albertville, wozu die Rasse Tarentaise einlädt.
Mathias Kinberger
Teilnehmer:
Südtiroler Grauvieh, Italien
Tiroler Grauvieh, Österreich
Pinzgauer, Österreich und Italien
Rendena, Trient, Italien
Vorder- und Hinterwälder, Schwarzwald, Deutschland
Valdostana, Aosta, Italien
Tarentaise, Frankreich
Vogesen, Frankreich
Tux-Zillertaler, Tirol, Österreich
entschuldigt:
Eringer
Abondance