Heimwärts vor dem ersten Wintereinbruch!
Über Stock und Stein zurück ins Tal!
Jährlich gegen Mitte September, aber spätestens dann, wenn ein Wettersturz einen drohenden Wintereinbruch in den Bergen prognostiziert, ist es für die Rinder auf der Reiter Alm im Saalachtal an der Zeit, den Heimweg anzutreten.
Der Weg, der großteils über steile Felstreppen und ausgesetztes Gelände führt, verlangt Mensch und Tier höchste Konzentration und Vorsicht ab und erfordert darüber hinaus genügend Ausdauer und Kondition, um den mehrstündigen Abstieg gut zu bewältigen.
Theresa Hochleitner vom Waltlgut am Loferer Mayrberg übermittelte das eindrucksvolle Bild, das unübersehbar die Härte des Weges beschreibt und angesichts des Regenwetters wahrlich kein Spaziergang war.
"Es war sehr zum Aufpassen und Gott sei Dank haben wir alle gut nach Hause gebracht", lautete der Kommentar von Theresa, der die Erleichterung und Dankbarkeit über das gesunde Heimkommen ihrer zwölf Kalbinnen und der Treiberschar zum Ausdruck brachte.
Nicht ganz so anspruchsvoll, aber auch nicht so romantisch, wie das schöne Bild von Katharina Gehwolf vermittelt, ist der Weg für die Herde des Griesbauern in Wagrain, die am Mittwoch Abschied von der Alm am Tappenkarsee in Kleinarl nahm. (die Almgenossenschaft Tappenkarsee umfasst eine Fläche von ca. 700 ha und ist im Besitz mehrerer Gemeinden im Pongau)
Auch von hier gibt es nur die Möglichkeit des Fußmarsches, der ebenso über Stock und Stein bis zur Schwabalm am Jägersee führt. Dort angekommen, führt der Weg nur mehr per Verladerampe auf die bereitstehenden Hänger, um die letzten Kilometer heimwärts zum Griesbauernhof anzusteuern!
Wir dürfen uns glücklich schätzen, in unseren Reihen noch Bauern zu haben, die die Mühen und Strapazen dieser Form der Almwirtschaft auf sich nehmen. Nicht nur, um ihren Rindern eine gesunde und artgerechte Haltung zu ermöglichen, sondern indem sie dafür sorgen, dass die natürlichen Kreisläufe des Lebens aufrechterhalten werden und zudem unsere Kulturlandschaft auf vorbildliche Art und Weise gepflegt und erhalten wird - Vergelt's Gott dafür!
In der Hoffnung, dass uns das angekommene Tiefdruckwetter bald wieder verlässt, wünschen wir unseren Wiederkäuern schöne verbleibende Wochen,
um die saftigen Heimweiden und die feine Herbstsonne noch reichlich auszukosten!
Christina Sendlhofer

