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Jahreshauptversammlung der Pinzgauer Jungzüchter

Jung und tatkräftig - der neu gewählte Ausschuss der Pinzgauer Jungzüchter! (nicht im Bild: Matthäus Hochfilzer, Josef Höttl)

Erfolgreiche Arbeit, die sich sehen lassen kann...

Das ansprechende Programm der diesjährigen Jahreshauptversammlung wirkte auch heuer wieder äußerst anziehend und so freute sich Obmann Hannes Hofer enorm, eine derart große und internationale Teilnehmerschar begrüßen zu dürfen. Neben dem schon üblichen "Südtiroler Anteil" vertrat Matthias Zimmermann mit seiner Anwesenheit auch die Schweiz und wurde vom Obmann zurecht als Ehrengast begrüßt!

Mit sichtlichem Stolz präsentierten Obmann Hannes Hofer und Schriftführer Mathias Kinberger einen überragenden Tätigkeitsberichtdes letzten Jahres, der die enorme Aktivität dieses Vereines einmal mehr unterstrich. Eine besondere Aufwertung bekommt der Verein durch die länderübergreifende, beneidenswerte Zusammenarbeit der Pinzgauer-Jugend, die ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges ist. Hier entstanden innerhalb der letzten Jahre Freundschaften, welche die Gemeinschaft zu einem unverzichtbarem Ganzen geformt haben.

Einen wesentlichen Schwerpunkt bildeten die Neuwahlen. Schon im Vorfeld stand fest, dass sowohl Obmann als auch -stellvertreter sich einer Neu- bzw. Wiederwahl stellen werden und somit war klar, dass die beiden "altgedienten" Funktionäre Hannes Hofer und Hermann Esterbauer auch weiterhin die Vereinsspitze bilden werden.
Neu zu besetzen galt es die Funktionen des Kassiers sowie einiger Ausschussmitglieder, da Kassierin Elisabeth Schwaiger, die beiden Südtiroler Peter Bodner und Martin Ebenkofler, Josef Andexer und Martin Schröcker nach sehr aktiven Jahren ausschieden.

Einstimmig wurden Marlene Berger als Kassierin sowie Julia Fersterer, Josef Berger, Rupert Gruber, Johann Höller und Josef Stock in den Ausschuss gewählt. Schriftführer Mathias Kinberger sowie die restlichen Ausschussmitglieder Georg Buchegger, Thomas Edenhauser, Matthäus Hochfilzer, Josef Höttl, Michael Kirchner,  Michael Laubichler und Michael Manzl erklärten sich bereit, ihre aktive Mitarbeit um weitere zwei Jahre zu verlängern.
Christian Dullnigg, der die Wahl leitete, dankte den jungen Menschen für ihr Engagement, ihre Freizeit für das Gemeinwohl einzusetzen.

Der "alte bzw. neue Obmann" Hannes Hofer bedankte sich bei allen, die ihm das Vertrauen für die Weiterführung seines Amtes geschenkt haben.
"Es wird schwierig werden, dieses Niveau zu halten, aber wir nehmen die Herausforderung gerne an und mit diesem jungen und engagierten Team wird es uns sicher gelingen", ermunterte Hannes Hofer seine Truppe. Großen Dank und Anerkennung erhielten auch die fünf ausscheidenden Mitglieder, welche sich in den vergangenen Jahren äußerst verdient gemacht haben.

Den Neuwahlen folgte ein weiterer Höhepunkt - am Programm stand ein Referat von zwei besonders aktiven und gut bekannten JungzüchterInnen - nämlich den Zwillingen Christine und Marlene Berger vom Grubhof in Saalbach, die vergangenen Sommer ihr 14-wöchiges Pflichtpraktikum in Kanada absolvierten.
Mit tollen Bildern und Worten beschrieben die Beiden ihre lehrreiche Zeit auf zwei verschiedenen Holsteinbetrieben in Ontario, welche sie sicher niemals missen möchten. Allein das Erleben der Dimensionen in diesem schier unendlichen Land erweitern den Horizont maßgeblich und sind wertvolle Erfahrungen für zielstrebige, junge Menschen.
Eindrucksvoll stellten die beiden 17-jährigen auch ihr Jungzüchter-Können unter Beweis, indem sie bei einigen Jungzüchterbewerben erfolgreich mitwirken durften. Auch hier kommen die Unterschiede deutlich hervor - gelten unsere JungzüchterInnen schon als überaus aktiv, so ist die "4-H-Jugend" (head, heart, hands and health) in Kanada durchschnittlich 8-mal pro Jahr auf Rinderschauen! 
Neben den Schau-Erfahrungen profitierten Christine und Marlene natürlich auch von der täglichen Arbeit am großen Produktionsbetrieb (Marlene) und dem Familienbetrieb (Christine), wo gänzlich verschiedene Strukturen und Managements zum Betriebserfolg führen. Entgegenkommend wirkten sicherlich das mitgebrachte Können und Interesse sowie die Aufgeschlossenheit der beiden Mädchen, die ihnen eine problemlose Integration in die fremden Familien- und Betriebssysteme gewährte und viele bleibende Erinnerungen bescherte!
Die professionelle Berichterstattung der Referentinnen wurde mit großem Applaus bedankt - eine derart kompetente und klassifzierte Jugend in den eigenen Reihen zu haben, sorgt allemal für große Freude!


Dass diese jungen Menschen Klasse haben, ist längst gewiss - dazu gehören aber viele Faktoren, besonders auch eine fundierte Ausbildung und zu dieser gehört nebst Schule und Praktika seit fast drei Jahren die Seminarreihe des "JUNGZÜCHTERPROFIS". Wie sich diese "Jungzüchter-Schule"  innerhalb kurzer Zeit zum "Erfolgsprojekt" entwickeln konnte, erklärte Projektleiter Markus Gahleitner in seinem anschließendem Kurzreferat. Dass sich diese Aus- bzw. Weiterbildung zu einem unverzichtbaren Meilenstein für die künftigen RinderzüchterInnen entwickelte, ist hauptsächlich dem Projektleiter zu verdanken. Mit Markus Gahleitner handelt es sich um einen Menschen, für den Arbeit mehr als Geldverdienen ist - der Erfolg zeigt, dass hier neben dem Hirn auch ein großes Herz zum Einsatz kommen und dafür gilt es Markus aufrichtigst zu danken!

Viel Lob und Anerkennung wurden auch von den Ehrengästen TZD Irmgard Mitterwallner, ARGE-Obmann Christian Dullnigg, FA-Obmannstellvertreter Ludwig Mitteregger und RZV-Vorstandsvorsitzenden Martin Innerhofer überbracht. ÖR Martin Innerhofer dankte den jungen Menschen besonders für ihren Einsatz um die Rasse - "wenngleich es auch eine schwierige, aber interessante Aufgabe ist, Pinzgauer zu halten", so der Vorsitzende des RZV Salzburgs. Innerhofer ging in seinen Worten auch auf die Vermarktungssituation ein, welcher zukünftig größtes Augenmerk geschenkt werden sollte, um die Rasse in geeigneten Gebieten noch populärer zu machen.

Dem interessanten ersten Teil folgte nach einer gemütlichen Mittagsstunde im Lohninghof der nächste - am Programm standen zwei Betriebsbesichtigungen im Thumersbachtal und wie üblich bei "Jungzüchtertourneen" luden diese mit sehr viel Herz und Gastfreundschaft auf ihre Höfe.
Das erste Ziel war die Familie Resch, Lehen und Hausherr Ferdinand sprach gleich in der Begrüßung von der guten Fee im Haus, nämlich seiner Frau Erna, die auch in schlechteren Zeiten immer Überzeugungsarbeit für den Erhalt der reinrassigen Pinzgauer Herde geleistet hat. Basierend auf einer Blutlinie züchtet der Lehenbauer seit 1950 nur mit Natursprungstieren, mit welchen er durchwegs gute Ergebnisse erzielen konnte.
Seit März vergangenen Jahres steht der Teststier GRIMM (ein Glinz-Sohn aus einer Mascha-Tochter) am Betrieb. Ein weiteres Erfolgsrezept dürfte auch der Verzicht auf übermäßiges Kraftfutter sein, denn seit mehr als 30 Jahren wurde keines seiner Versteigerungstiere reklamiert.  Nach der interessanten Stallführung war bereits guter Glühwein- bzw. Teeduft zu vernehmen und der Gang ins Freie führte geradewegs zu einem schmackhaften Buffet, was einmal mehr den Typus der Pinzgauer-Familien verriet...

Beinahe Frühjahrswetter und angenehmste Stimmung machten das Aufbrechen nicht allzu leicht, einzig das Warten des nächsten Betriebes war der Antreiber und so gings talauswärts zum Betrieb der Familie Höller, Entfeld. Die Entwicklung dieses vormals nicht mehr bewohnbaren Hofes ist der Motivation der Familie Höller zu verdanken, die 1993 den Entfeldhof erwarb und zu einem wahren Schmuckkästchen verwandelte. Wohl fühlen darf sich hier auch der ebenso reinrassige Pinzgauer-Bestand, der dank der "Untergrabung" des Stalles bestes, licht durchflutetes Klima genießt. Auch am Entfeldhof ist stets ein Zuchtstier beheimatet, seit dem Herbststiermarkt steht mit RAMIREZ wieder ein qualitativer Rat-Sohn im Deckeinsatz.
Dass es sich im Stall gemütlich verweilen lässt, war in diesem Fall nicht nur den gesprächigen Hausherren Hans jun. und sen., sondern auch der Hausfrau zu verdanken - Mathilde Höller spielte all ihr kulinarisches Können aus und verwöhnte mit herrlichen Schnitten und Kaffee - ein perfekter Ausklang eines wunderschönen Tages, wozu man allen Beteiligten ein ganz großes DANKE aussprechen muss - immer wieder ist es einzigartig, mit welcher Freude und Herzlichkeit man von den Pinzgauer Züchterfamilien empfangen wird.

Vergelt's Gott für all eure Mühe - ihr habt uns einen unvergesslichen Tag bereitet!

Christina Sendlhofer

 

 

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