Jahreshauptversammlung der Pinzgauer Jungzüchter
Josef Berger als Obmann bestätigt!
Die zweijährige Funktionsperiode des Vorstandes der Pinzgauer Jungzüchtergemeinschaft ging mit der Jahreshauptversammlung am 11. Jänner am Augut in Zell am See zu Ende.
In seiner Begrüßung brachte Obmann Josef Berger die Freude über die große Zahl an Besuchern zum Ausdruck. Eine besondere Ehre war die Anwesenheit der vielen Südtiroler Jungzüchter, die im Rahmen ihres Pinzgau-Ausfluges der Versammlung beiwohnten.
Anhand des ausführlichen Tätigkeitsberichtes konnte Berger den Beweis eines überaus aktiven Vereinsjahres antreten, welches zwar mit viel Arbeit, aber durchaus schönen Erfolgen ausgefüllt war.
Bei der anschließenden Neuwahl stellte sich die Mehrheit des Vorstandes sowie der Ausschussmitglieder einer Wiederwahl. Neu zu besetzen galt es einzig drei Positionen, denn neben Schriftführer Mathias Kinberger schieden weiters Georg Buchegger und Christian Goller aus dem aktiven Vereinsgeschehen aus.
Hannes Hofer, der die Wahl leitete, durfte schließlich Josef Berger als Obmann, Rupert Gruber und Josef Stock als Stellvertreter, Marlene Berger als Kassierin sowie Anna Schmiderer als Schriftführerin zu ihrer Wahl gratulieren.
Neben den bewährten Ausschussmitgliedern Michael Edenhauser, Julia Fersterer, Gerald Größig, Matthäus Hochfilzer, Johann Höller, Michael Laubichler, Michael Manzl und Rupert Rieser konnten Christina Bacher, Jakob Sommerer und Martin Zehentner neu gewonnen werden.
Der neu- bzw. wiedergewählte Obmann Josef Berger bedankte sich bei seinem Team für die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit und bat um Fortführung der vorbildlichen Zusammenarbeit, welche Grundlage für eine erfolgreiche Vereinsarbeit ist.
Sehr interessant gestaltete sich ein weiterer Tagesordnungspunkt, nämlich das Referat von Stefan Lindner, Schörgererbauer in Oberndorf/Tirol in seiner Funktion als Obmann der Tirol Milch.
Stefan Lindner, einst Gründungsmitglied der Pinzgauer Jungzüchter, hob zu allererst die Dynamik dieses einzigartigen Vereines hervor.
"Ist es doch für eine Rasse mit allerkleinster Population bezeichnend, zu wissen, dass sie die stärkste Mitgliederzahl aller Jungzüchtervereine im Land hat", so der Referent. "Diese Bewegung und Motivation der Jugend gilt es zu nützen, birgt sie doch die Chance einer Entwicklung, welche auf Weitsicht, Innovation und gleichzeitiger Bodenhaftung dank gelebter Traditionen ausgerichtet ist", stellte Lindner fest.
Ungeschönt und sehr verständlich zeigte Stefan Lindner die Entwicklung am Milchmarkt in den letzten Monaten auf. Laut Statistik orientiert sich der regionale Milchpreis seit 2007 am Weltmarkt und Lindner verwies auf den Fakt, dass es in diesen, vergangenen Jahren sowohl zufriedenstellende als auch "spannende", d.h. herausfordernde Zeitspannen gab. Mit dem Ende der Milchquoten am 31. März verstärkt sich also die Brisanz und Lindner bestätigte die Annahme, dass der aktuelle Milchpreis von 33 cent (netto) Korrekturen nach unten hinnehmen muss.
Dass diese Preisdifferenzen mit dem Aufstocken der Kuhzahlen nicht mehr zu kompensieren sind, unterstrich der Obmann der Tirol Milch sehr deutlich.
"Schlussendlich wissen wir aber, dass wir im Berggebiet trotz aller logistischen Nachteile nicht schlechter aufgestellt sind wie unsere Kollegen in Norddeutschland oder Holland, die zwar ein x-faches an Kühen, aber schlussendlich nicht die besseren Wirtschaftszahlen vorzuweisen haben. Die große Chance liegt in der Unverwechselbarkeit unserer regionalen Produkte sowie deren Qualität, welches sich im Konsumverhalten klar nachvollziehen lässt", betonte der fundierte Funktionär.
Nach einem guten Tafelspitz vom Pinzgauer Rind lud Hausherr Josef Pichler vom Augut zu einem Rundgang durch den neu errichteten Laufstall (für gehörnte Pinzgauer!) sowie die Räume der Direktvermarktung. Familie Pichler hat sich der kompletten Direktvermarktung verschrieben, dh sämtliche Erzeugnisse aus der Landwirtschaft werden zu Topfen, Käse, verschiedensten Fleisch- und Wurstsorten veredelt. Neueste Errungenschaft ist der gemauerte Backofen im Freien, welcher Platz für 20 kg Brot bietet, daneben werden noch rund 40 verschiedene Marmeladensorten, Liköre und vieles Andere hergestellt.
Für ein gelungenes Nachmittags- bzw. Schlechtwetterprogramm sorgten Margret und Hannes Hofer, die in ihre Heimat, dem Hubgut am Zeller Keilberg, luden.
Drei Generationen erwarteten mit Freude die große Besucherschar und Hannes Hofer stellte den Betrieb vor, der auf 1000 m Seehöhe und nach alter Bewertung in Bergbauernzone 4+ liegt. Die biologische, silofreie Bewirtschaftung ist einzig seinem Vater zu verdanken, der als einer der Ersten auf BIO und Heumilch setzte und somit den Grundstein für die erfolgreiche Wirtschaftssform legte.
Die Kombination aus Weitblick, größtem Fleiß und Zusammenhalt der ganzen Familie bildeten die Basis für einen Hof, der 1982 einen für die Zeit sehr komfortablen Stall baute, in Folge 2006 ein schönes Austraghaus schuf sowie 2012 mit einem unglaublich schmucken Bauernhaus komplettiert wurde.
Jungbauer Hannes dankte bei dieser Gelegenheit vor allem seinen Eltern, die ihm mit ihrer unbezahlbaren Arbeit nicht nur die Möglichkeit eines Haupterwerbes bieten, sondern zudem auch Raum für Aktivitäten mit Familie und Freunden lassen.
Nach einer ausgiebigen Stallführung, die mit typvollen, schönst gehörnten Pinzgauer Kühen sowie einer stattlichen Tauernschecken-Zucht gespickt war, lud die Familie in ihr Schmuckkästchen - das neue Bauernhaus, welches dank modernster Technik größtem Komfort bietet und zugleich eine unvergleichbare Atmosphäre ausstrahlt. Grund dafür ist das Inventar, beherbergt es doch unzählige Schränke und Einrichtungsgegenstände aus dem alten Bauernhaus und somit Schätze ungeahnten Wertes!
Für dieses Gefühl des Bauens und Einrichtens kann man Margret und Hannes nur gratulieren und Glück und Segen für Haus und Hof wünschen!
Christina Sendlhofer









