Jahreshauptversammlung der Pinzgauer Jungzüchter
Josef Berger als Obmann bestätigt! Interessanter Betriebsbesuch am Bichlhof in Leogang!
Mit der vollzogenen Jahreshauptversammlung geht Josef Berger in sein fünftes Jahr als Obmann der Pinzgauer Jungzüchtergemeinschaft. Der gesamte Vorstand stellte sich der Wiederwahl und wurde einstimmig in seinen Funktionen bestätigt.
Nach der Begrüßung hielt Obmann Josef Berger kurz Rückschau auf das abgelaufene, sehr aktive Vereinsjahr 2016 und eröffnete zugleich den Ausblick auf die zahlreichen kommenden Herausforderungen, welche es 2017 zu bewältigen gilt.
Schließlich sind es nur mehr wenige Wochen bis zum 6. Pinzgauer Jungkuhchampionat, mit dem gleichzeitig das 15jährige Vereinsbestehen gefeiert wird!
Nach Vorlegung eines sehr positiven Kassaberichts von Marlene Berger fand Kassaprüfer Hannes Hofer lobende Worte für die verlässliche und korrekte Arbeit der Kassierin. "Die umfangreiche Tätigkeit spiegelt sich in der Belegflut, welche genauestens bearbeitet ist und großen Respekt vor Marlenes Arbeit gebietet", lautete Hofers Prüfungsbericht.
ARGE-Obmann Christian Dullnigg, der im Anschluss die Neuwahlen leitete, zollte den jungen Menschen, die ihre Freizeit für die Weiterentwicklung der Rinderzucht einsetzen, größte Anerkennung. "Ihr seid die Säule der Pinzgauer Rinderzucht, die sich mit Kraft und Ausdauer allen Wirrnissen entgegenstemmt und deshalb braucht uns um die Zukunft nicht bange sein", meinte ein Mensch, dessen Leben und Wirken ebenso von Idealismus und größten Einsatz geprägt ist!
Da sich der gesamte Vorstand mit Josef Berger als Obmann, Rupert Gruber und Josef Stock als Stellvertreter sowie Marlene Berger als Kassierin und Anna Schmiderer als Schriftführerin für eine weitere Funktionsperiode zur Verfügung stellte, war die Wahl schnell vollzogen.
Drei verdiente Ausschussmitglieder, welche nach jahrelanger, sehr aktiver Vereinsarbeit ausschieden, durfte Obmann Berger mit einer schönen Erinnerungsglocke belohnen -
Michael Manzl vom Ginzahof in Kelchsau für 10 Jahre
Michael Laubichler vom Thurnhof in Flachau für 8 Jahre
Johann Höller vom Entfeldhof in Zell am See für 6 Jahre
Menschen, die so lange und mit großem Pflichtbewusstsein im Dienste einer Gemeinschaft stehen, prägen diese ganz wesentlich. Für diese besondere Form von Verantwortung möchten wir uns aufrichtig bedanken - wohl wissend, dass es in Zeiten, wo die Freizeit einen immer höhen Stellenwert einnimmt, alles andere als selbstverständlich ist!
Erfreulicherweise durfte der Ausschuss wieder zwei neue Mitglieder aufnehmen - mit Michael Kirchner vom Garnhof in Flachau sowie Christian Eder vom Bachseithof in Bruck erhält die Gemeinschaft wieder eine tolle Verstärkung!
Obmann Berger bedankte sich für das Vertrauen in seine Person sowie die Bereitschaft aller erfahrenen sowie neuen Ausschussmitglieder und bat um die Fortführung der gemeinschaftlichen und ambitionierten Arbeit.
Nach einer sehr netten und unterhaltsamen Bildershow der Jungzüchterreise nach Südafrika 2016 von Anna Schmiderer und Mathias Kinberger kamen einige Ehrengäste zu Wort.
Nikolaus Vitzthum, Obmann der Bezirksbauernkammer Zell am See und seit kurzem Nachbar des Rinderzuchtverbandes in Maishofen, streute der Züchterjugend größtmögliche Anerkennung.
"Man hört aus euren Beiträgen, welch Engagement und Leidenschaft in eurer Arbeit steckt und solche jungen Bäuerinnen und Bauern brauchen wir! Schließlich sind es die Landwirte in den Gebirgsregionen, die am meisten an der Bewirtschaftung ihrer Höfe festhalten, so haben wir in unserer Heimat die kleinste Quote an Betriebs- bzw. Hofschließungen", freute sich Vitzthum, selber Bergbauer (aus Unken) und Pinzgauer-Züchter.
"Ihr seid das Herz der Pinzgauerzucht, wo es hin und wieder auch erforderlich ist, gegen den Strom zu schwimmen. Aber diese Stärke zeichnet euch aus und darauf dürfen wir bauen", meinte ein optimistischer Fachausschussobmann Hannes Hofer, der als ehemaliger Jungzüchterobmann selbst durch diese Kaderschmiede gehen durfte.
Nach ein paar nette Worten von Leogangs Bürgermeister Sepp Grießner freute sich Rupert Zehentner, mittlerweile Altbauer vom Bichlhof, die große Teilnehmerschar persönlich zum Bichlhof einzuladen.
Schließlich stand die Besichtigung des schönen Hofes im Ortsteil Madreit auf der nachmittäglichen Agenda und so hieß es nach einem guten Mittagessen, Kurs Richtung Ortsmitte zu nehmen.
Ganz in der Nähe des bekannten "Schanteilift" präsentierte sich in fast kitschiger Winterlandschaft das schöne Gehöft der Familie Zehentner, welches schon von weitem die Liebe zur Landwirtschaft in Kombination mit sanftem Tourismus ausstrahlt.
Die Idee, ein eigenes Konzept zu verfolgen, entstand 2007 mit dem ersten Stallumbau, als sich die Familie entschied die Milch nicht mehr an die Molkerei zu liefern, sondern selber zu veredeln. In den folgenden Jahren wurde der Stall nochmals erweitert und mit moderner Technik ausgestattet, sodass der Milchtank nur an die automatische Tränke angeschlossen werden muss, um die Kälber rund um die Uhr mit Vollmilch zu versorgen.
Mittlerweile werden jährlich ca. 70 Kälber gemästet und mit ca. 180-200 kg Lebendgewicht zu feinstem Kalbfleisch veredelt. Abnehmer der begehrten Qualität ist die heimische Hotellerie in Leogang sowie einige Betriebe in Zell am See.
Basis für die erfolgreiche Produktionsschiene bilden 17 Pinzgauerkühe mit der eigenen Nachzucht. Alle weiteren Stierkälber liefert das Schüttgut in Zell am See, wobei die einzige Bezugsquelle einen erheblichen Vorteil darstellt, um die Einschleusung fremder Keime und Viren möglichst niedrig zu halten bzw. gänzlich auszuschließen.
Nach der interessanten Betriebsvorstellung rief Hausherrin Kathi Zehentner in die wärmende "Labestation", wo der Tisch bereits mit köstlichem Punsch, Kaffee und besten Mehlspeisen gedeckt war.
Traditionell "pinzgauerisch" endete der Nachmittag - mit einem netten Beisammensein im Kreise Gleichgesinnter und Freunde, wo jeder Teil einer unbezahlbaren Gemeinschaft werden durfte!
Dafür gilt es DANKE zu sagen - allen, die sich im Vorstand bzw. Ausschuss die nächsten Jahre aktiv in die Gemeinschaft der Pinzgauer-Jungzüchter einbringen und jenen, die mit ihrer Anwesenheit zur Lebendigkeit des Vereins beitragen!
Danke im Besonderen der "Bichlfamilie" für die herzliche Einladung und die ehrliche und offene Begegnung! Gerade die individuellen und eigenwilligen Betriebsphilosophien zeigen, dass es sich lohnt, gegen den Strom zu schwimmen, weil es einen Mehrwert für eine ganze Region erbringt! Gratulation zu diesem Betriebskonzept und weiterhin viel Glück und Segen in Haus und Hof!
Christina Sendlhofer







