Jungzüchter-Almwanderung auf die Loferer Alm
Vom Unkenberg übers Schwarzeck zur Loferer Alm - hochinteressante "Grenzüberschreitungen" im unteren Pinzgauer Saalachtal!
Das Prädikat einer "besonderen" Wanderung verdient sich die diesjährige Almwanderung der Pinzgauer-Jungzüchter allemal - stand sie unter dem Geleit des Bezirksbauernkammeróbmannes ÖR Klaus Vitzthum und hatte dank eines ausgiebigen Fußweges beginnend von Vitzthums Heimat, dem Unkenberg bis hin zur Loferer Alm allerlei zu bieten....
Götz-Thällern, Götz-Kaser, Unkenberger-Thällern
Dass sich auch mühevollste Erschließungen unbedingt bezahlt machen, zeigte sich am Weg zur ersten "Station" -
der Götz-Thällern-Alm, wo aufgrund von Fels und Stein enorme Sprengkraft nötig war, um sich einen Fahrweg zu bahnen und die Alm somit wirtschaftlich "aufzurüsten".
"Hätte ich 2007 diesen Schritt nicht gewagt, würde es die Alm in dieser Form nicht mehr geben, weil sie völlig zugewachsen wäre und auch die Hütte nicht mehr stehen würde",meinte der Götzbauer Klaus Vitzthum beim Erreichen seiner ersten Almweide auf 1.250 m.
Die Infrastruktur ermöglichte es, dass sich die 37 ha große Almfläche dank aufwendiger Schwendmaßnahmen und Restaurierung des altehrwürdigen Kasers zu einem schönen Ort der Sommerfrische für einen Teil von Vitzthums Jungvieh sowie einigem "Zinsvieh" entwickeln durfte.
Ein "Jagasteig" durch den Wald führte zur nächsten Station des Götzbauern - den "Unkenberger Thällern", welchen die private Alm von Klaus Vitzthum mit dem Götz-Kaser zu Grunde liegt. Auf 1.400 m gelegen, bietet der Götz-Kaser das Sommerquartier für die Milchkühe und nach dem Trockenstellen heißt es für die Kühe nur "Gatter auf" und die restliche Almzeit wird in Gemeinschaft mit den Rindern der Unkenberger Bauern, wo Vitzthum auch Anteile besitzt, verbracht.
Vitzthum ist auf "Unkener Seite" nicht nur der einzige "Almmilchproduzent", sondern hat sich den Vorteil des Alleinbesitzes der Almflächen auch in einer "gelenkten Weideführung" zunutze gemacht.
Mit der Wanderung über das angrenzende Schwarzeck bzw. die Unkenberger Thällern endete die geführte und ausgedehnte Wanderung bei der Kechtalm, wo mit dem Eintreffen der zweiten Wanderhälfte die gemütliche Mittagsstunde eröffnet wurde.
Loferer Alm
BBK-Obmann Klaus Vitzthum übergab das Wort im Anschluss an den zweiten Gastgeber des Tages - nämlich
Christian Holzer, Lippenbauer aus St. Martin, der die interessierte Truppe auf Loferer Seite führte - zum Lippenkaser, inmitten der Almenwelt Lofer, die nicht nur im Winter als bekanntes Familienschigebiet lockt, sondern auch im Sommer begehrtes Ausflugsziel für Einheimische und Gäste ist!
Wenn auch noch etwas wolkenverhangen, so verwies Christian Holzer am höchsten Punkt des Schwarzecks auf das bezaubernde Panorama, das von der Stadt Salzburg bis Bayern und Tirol mit der Steinplatte reicht und den Reiz dieses schönen Wandergebietes ausmacht.
Holzer erläuterte auch die Besitzverhältnisse der Loferer Alm - schließlich gehört diese im Eigentlichen
21 Urbarträgern (es handelt sich dabei um die rund um die St. Martiner Kirche gelegenen Bauern, denen die erzbischöfliche Schenkung vor langer Zeit zuteil wurde), weitere 60 Bauern aus Lofer und St. Martin sind "Zufahrtsberechtigte".
Insgesamt 22 Auftreiber sorgen mit 450 Stück Rindvieh, davon 258 Milchkühen für die optimale Bewirtschaftung der Agrargemeinschaft Loferer Alm, die eine Weidefläche von 433 ha aufweist.
Am Weg zum Lippenkaser hieß es noch kurz bei einem weiteren schönen Kaser anzuhalten - nämlich bei Familie Brandtner, Brenner, wo edle Pinzgauerkühe schon Spalier standen und das ein oder andere Schnäpschen noch geleert werden musste...
Vielleicht trug es ja zur Sinnesschärfung bei, wartete beim Lippenkaser nicht nur eine konditormäßige Kaffeejause, sondern vorher noch die Herausforderung der Tierbeurteilung, welcher sich viele nicht entziehen wollten.
Die Aufgabe bestand in der Einzelbeurteilung von drei Kühen und im anschließenden Reihen von fünf Kühen nach ihrem Erscheinungsbild.
Dass ein gutes Resultat meist kein Zufallsereignis ist, sondern eben auch mit "einem guten Blick fürs Vieh" und Können zu tun hat, bestätigte sich in den Ergebnislisten - waren manche Namen bereits bei der Tierbeurteilung im letzten Jahr in den vorderen Rängen zu finden! Gratulation den ausgezeichneten Bewerterinnen und Bewertern!
Gruppe SENIOR
1. Hans Schmiderer
2. Anna Schmiderer
3. Christine Berger
Gruppe JUNIOR
1. Richard Hochleitner
2. Jakob Hofer (in Zusammenarbeit mit Papa Hannes;)
3. Peter Landmann
Einzeltierbeurteilung (von Thomas Sendlhofer)
1. Kuh LIAB 83 - 82 - 82 - 82
2. Kuh BIRK 85 - 79 - 85 - 82
3. Kuh BUTTER 82 - 80 - 82 - 82
Reihung
Kuh Nr. 4 - 2 - 1 - 3 - 5
Bei immer schöner werdenden Wetter und in gemütlichster Runde fand der gemeinschaftliche Tag bei einer köstlichen Kaffeejause seinen krönenden Abschluss und einmal mehr gilt es, all jenen von Herzen zu danken, die mit viel Einsatz und Bereitschaft zu diesem besonderen Almwandertag beigetragen haben -
unserem Bezirksbauernkammerobmann Klaus Vitzthum für die bereichernde Wanderführung von Unken nach Lofer, der Familie Holzer, Lippenbauer (und hier vor allem auch der Familie Zehentner, Bichl) für die großzügige Einladung zu Kaffee und Kuchen (und sonstigen Flüssigkeiten;) und allen, die mit ihrem Kommen für das wertvolle Miteinander unter Gleichgesinnten gesorgt haben.
Ein herzliches Danke auch einer weiteren Pinzgauer-Züchterfamilie - nämlich Monika, Gottfried und Georg Fernsebner vom Örgengut in St. Martin, die mit ihren schönen Weisen und Almliedern für die stimmige Unterhaltung gesorgt haben.
Christina Sendlhofer








