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Jungzüchter bereisten Südafrika

Ein Koloss von Elefant auf "Elephant Wispers" in Hazyview
Ein Koloss von Elefant auf "Elephant Wispers" in Hazyview
Atemberaubend schön - der drittgrößte Canyon der Welt - Blyde-River-Canyon
Atemberaubend schön - der drittgrößte Canyon der Welt - Blyde-River-Canyon
Fast kitschig schön und in diesem satten Grün selten anzutreffen - Pinzgauer in Südafrika!
Fast kitschig schön und in diesem satten Grün selten anzutreffen - Pinzgauer in Südafrika!

15-köpfige Gruppe folgte der Einladung der südafrikanischen Pinzgauerzüchter und erlebte faszinierende Tage am Schwarzen Kontinent!

Unvergesslich und geprägt von vielen Extremen war unsere Reise in das südlichste Land Afrikas.
15 reiselustige Jungzüchter und Junggebliebene folgten der Einladung der südafrikanischen Pinzgauerzüchter und besuchten vom 19.-31.03.16 eine besondere Heimat des Pinzgauerrindes.
Gastgeber war die Familie Van Zyl, die Besitzerfamilie der ZZ2 Farm. Die ZZ2 Farm zählt mit 2 000ha Tomaten,
500 ha Zwiebeln, 700 ha Avocados, 150 ha Mangos, 200 ha Äpfel und Birnen sowie 10 000 Rindern und 17 200 ha Naturschutzgebiet für Wildtiere zu den größten Farmen der Welt. Die Standpunkte der Farm sind über das ganze Land verteilt und reichen zum Teil über die Grenzen hinaus nach Namibia und Zimbabwe.

Nach unserem Nachtflug von München nach Johannesburg ging es am Vormittag zu Gert Roos. Auf seiner Farm baut er 1500 ha Mais, 300 ha Hafer und 500 ha Sojabohnen an, welche er zu jährlich 7000t Sojaschrot verarbeitet. Zusätzlich besitzt er noch 1000 Rinder, davon 600 Pinzgauer.

Mit der Fahrt über den Long-Tom-Pass, dessen höchster Punkt auf 2100 m Seehöhe liegt, erreichten wir Hazyview, wo wir in der Gecko Lounge übernachteten.

Vollbepackt mit vielen Programmpunkten besuchten wir am nächsten Tag als erstes die „Elephant Wispers" in Hazyview, bei welcher die ZZ2 Farm Teilhaber ist. Hier hatten wir die Möglichkeit, Elefanten besser kennenzulernen. Unter anderem den 52 Jahre alten und 3,80 m großen Timbo. Der afrikanische Elefant führte uns ein paar von seinen bereits 150-200 gelernten Kommandos vor und anhand von ihm wurden uns interessante Fakten über die Elefanten dargelegt. Beispielsweise, dass sie 1 Mio. mal besser riechen können als der Mensch, und es auch bei Elefanten Links- und Rechtshänder (-rüssler) gibt.

Auf der Fahrt zum Gods Window und dem Blyde-River-Canyon, dem 3. Größten Canyon der Welt, stärkten wir uns in Graskop mit Pancakes und besuchten typisch afrikanische Marktstände.

Nach der ersten Nacht in der Lapa (einem traditionellen Buschcamp) auf der ZZ2 Farm in der Provinz Limpopo besuchten wir den heiligen Ort Modjadji. Dort erklärte uns der Stammesvater auf dem Dorfplatz die Geschichte der Familie und der Regenkönigin und das Ritual, bei welchem die Regenkönigin um Regen bittet. Die heilige Kuh wird auf dem Dorfplatz geführt, wo sie aus einem Trog, gefüllt mit selbst gebrautem Bier säuft. Währenddessen bittet die Regenkönigin um reichen Regen und später feiert und tanzt das ganze Dorf und trinkt das Bier. Der Rest wird am nächsten Tag über einen Hl. Gral gelehrt. Die Kinder des Dorfes dürfen die Reste danach mit der Zunge vom Boden auflecken.

Im selben Dorf schauten wir uns auch Pflanzen (Cycad-Palmfarne), die aus der Kohlezeit stammten, an. Die spezielle Variante wächst nur an diesem Ort.
Im Anschluss daran besichtigten wir den Hühnerstall der königlichen Familie. 4 000 Hühner werden in Käfighaltung gehalten, deren Eier gewaschen, sortiert und verpackt um 1 Rand pro Ei (18 Rand = 1 €) verkauft werden.

In Kapane stärkten wir uns mit einem Grillhendl in einem wirklich typisch afrikanischen Grillhendlstand. Unterhalten wurden wir dabei von traditionellen Tänzerinnen.

Zum Ende des Tages besichtigten wir den mit 40m Umfang und 26 m Höhe größten Baobabbaum der Welt. Sein Alter wird auf 2000-6000 Jahre geschätzt. Diese Baumart wächst südlich des Äquators und kann seine Wunden immer wieder mit neuer Rinde verschließen. So war es auch möglich im Inneren des Baumes ein Pub einzurichten.

Am Mittwoch besichtigen wir die Cattle Farm von ZZ2. Der Manager der Cattle Farm Paul Bester und seine 150 Mitarbeiter kümmern sich um 10 000 Rinder, davon sind 3 000 reinrassige Pinzgauer. Besonderer Stolz der Farm sind auch die Pinz²yls, eine mittlerweile anerkannte eigene Rasse. Sie zeichnet sich durch die Angepasstheit und Robustheit der Ngunis, einer Afrikanische Hausrasse, und die Bemuskelung der Pinzgauer aus.
Die Pinzgauer und Pinz²yl Herden werden zur Zucht verwendet. Jährlich verkauft die Farm einige hundert Stiere nach ganz Südafrika. Beide Rassen unterliegen strengen Zuchtkriterien. Erfüllt eine Kalbin oder ein Jungstier ein Kriterium nicht, werden sie geschlachtet.
Außerdem sind die Pinzgauer und Pinz²yls der ZZ2 auf diversen Schauen vertreten. Die Schautiere bleiben auf der Cattle Farm, sind jederzeit in Schaukondition, werden jeden Tag gewaschen und geführt.

Lokalrassen wie Ngunis, Zebus und Brahmanen werden mit reinrassigen Pinzgauerstieren belegt und dienen zur Fleischproduktion.

Nachdem uns anhand von Kalbinnen das Enthornen, Tätowieren, Einmarken und Brennen demonstriert wurde, machten wir uns mit Pickups auf den Weg zu den jeweils 100 ha großen Koppeln um Mutterkuh-, Kalbinnen-, Jungstierherden der Farm zu besichtigen. Im Winter grasen die Herden auf den brachliegenden Tomatenfelder. Im Sommer im Buschland in den Bergen. Für jedes Rind werden jährlich 5-10 ha Weidefläche benötigt. Bei Herden mit Kälbern sind Esel zu finden, da diese durch ihr Krawallschlagen ein guter Schutz gegen Schakale sind. Nach insgesamt 2000 besichtigten Rindern endete der Tag mit Rindersteaks vom Grill auf der Cattle Farm.

Donnerstagabend und Freitagmorgen stand Safari im Kapama Game Reserve auf dem Programm. Zum Greifen nah waren Löwe, Nashorn, Zebra und Co.
Nachmittags besuchten wir „The Eiland", eine „Open Air Therme".

Am Samstag fuhren wir nach Magoebaskloof zu den Canopy Tours, wo wir mit Flying Foxes über die Schluchten rutschen. Im Anschluss daran besichtigten wir eine Krokodilfarm.
250 Krokodile, davon 200 weibliche sorgen für Nachwuchs, dessen Haut für Geldbörsen, Taschen, Gürtel etc. verwendet wird.

Am Abend veranstalteten wir eine Austrian Night, wo wir den afrikanischen Pinzgauerzüchtern unsere Betriebe und unseren Verein vorstellten und als Nachspeise Kaiserschmarren und Apfelradl servierten.

Sonntags besuchten wir die Ostermesse in Haenertsburg und später einen biologischen Milchviehbetrieb. 16 Braunviehkühe, eingekreuzt mit afrikanischen Hausrassen, werden täglich mit Hand gemolken und deren 60l Milch werden gekäst. Die Bäuerin mit schweizerischen Wurzeln verwendet zum Kochen außerdem Biogas, da sie keinen elektrischen Anschluss haben.

Am Montag standen die Tomaten am Programm. Die Farm besitzt 100 Netzhäuser mit jeweils 1 ha Größe. So ist es möglich 350 t Tomaten jährlich ins In- und Ausland zu verkaufen. Ziel ist es, den Netzhäuserbestand jedes Jahr um 100 ha zu erweitern, da sie mehr Ertrag pro Hektar liefern und weniger Wasser und Pestizide gebraucht werden.

Zusätzlich werden Tomaten auf 1900 ha im Freiland angebaut. Diese liefern 80 t pro Jahr. Auf den Feldern wird ein Jahr angebaut, danach liegen sie vier Jahre brach und werden als Weiden verwendet.

Wichtig für die Farm ist auch das Produzieren eigener Pestizide für Rinder und Pflanzen sowie eigener Kompost. 2,5 Mio. l biologische Pestizide werden jährlich aus Knoblauch und Pflanzenextrakten hergestellt.
Der Humus zum Anbau der Pflanzen besteht aus Kuh- und Hühnermist, Kalk, Hackschnitzel und Pflanzenabfälle der Obst und Gemüseplantagen.

Ein wichtiges Standbein der Farm ist auch der Verkauf von Avocados. So besichtigten wir am Dienstag das Avocadozuchthaus, wo 60 000 Avocadobäume großgezogen werden. Ziel ist es das Zuchthaus auf 20 000 Stück zu erweitern.
Da die Avovadobäume sehr stark von Wurzelfäule betroffen sind, werden einheimische Pflänzchen mit Wurzeln der zugekauften Kerne aus Indien und Südamerika veredelt.

Nachdem wir das Verpackungshaus für Avocados und Tomaten besichtigten, fuhren wir zu den Plantagen in den Bergen. Die höchsten reichen bis zu 1600 m Seehöhe. Die Farm besitzt 700 ha, möchte jedoch so bald als möglich 800 ha Avocados anbauen, da die Nachfrage immer mehr steigt.

Bei einem abschließenden Brainstorming mit Tommie van Zyl wurden Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit erörtert. So soll es auch jungen Südafrikaner möglich sein, die Stammheimat des Pinzgauer Rindes besuchen und kennenzulernen.

Auf dem Weg nach Johannesburg zu unserem Nachtflug nach Hause machten wir am Mittwoch Stop in Pretoria und besichtigen die Union Buildings und das Voortrekker Monument, welches an die wochenlangen Reisen der weißen Siedler erinnern sollte!

Auf diesem Wege möchte ich mich im Namen der Gruppe bei der Familie van Zyl für die Einladung und die Gastfreundlichkeit, bei Paul Bester für das Vorstellen der Cattlefarm sowie bei Kobus Rossouw und unserem Hias für die Planung und Reiseleitung bedanken!

Anna Schmiderer

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