Jungzüchter-Jahreshauptversammlung
Gelungener Start ins Jungzüchterjahr!
Mittlerweile fixen Bestand in der Pinzgauer-Jungzüchterszene hat die Jahreshauptversammlung am zweiten Jännersonntag. Obmann Josef Berger freute sich über die rege Teilnehmerschar, die der Einladung in die LFS Bruck gefolgt war.
Rückblick
Anhand einer Bildpräsentation hielt der Obmann Rückschau auf ein bewegtes und sehr erfolgreiches Vereinsjahr, das mit interessanten Veranstaltungen wie der Jungkuhschau, einer Almwanderung sowie dem überaus gelungenen Jungzüchtertag gefüllt war.
Dass solche Erfolge keine Selbstläufer sind unterstrich Berger mit dem Dank an seinem Vorstand sowie den aktiven Mitgliedern, bedarf es schließlich einer perfekten Zusammenarbeit, um derartige Aktivitäten auf die Beine zu stellen.
Kälbertränke ad libitum - Referat von Sandra Pfuner
Die Leiterin des Milch-Arbeitskreis der lk Salzburg und praktizierende Bäuerin Sandra Pfuner aus Bischofshofen referierte zum Thema "Die Karriere einer Milchkuh beginnt als Kalb - Kälberfütterung ad libitum" und erklärte sehr beispielhaft, warum gerade die ersten Lebensstunden eines Kalbes die entscheidenden sind.
Die beste Versorgung beginnt mit 3 l Biestmilch in den ersten drei Stunden, weil das Kalb so mit den meisten Abwehrstoffen versorgt wird. Mit der stetig verfügbaren Milchgabe (ad libitum = nicht portioniert) wird zudem die Fähigkeit einer bestmöglichen Futteraufnahme angelegt, welche später abrufbar ist und gerade für die Milchviehhaltung im Grünlandgebiet von großer Bedeutung ist.
"Nicht überall ist die Tatsache bekannt, dass ein Kalb nur für den Erhalt der Körperfunktionen eine tägliche Milchmenge von mindestens 4 l Milch benötigt", meinte Pfuner und warb für diese Form der Kälberfütterung, weil allein die Zahlen schon für den Erfolg sprechen. Bei einer Gegenüberstellung von herkömmlicher Tränkung (2 x 2 l täglich) sowie ad libitum-Versorgung in der ersten Lebenswoche lagen die Ergebnisse der Tageszunahmen bei 459 g bzw. 1.105 g.
Empfohlen wird eine ad-libitum-Tränke für die ersten drei Lebenswochen, ab der 4. Woche ist ein Kalb durchaus in der Lage, nennenswerte Mengen an Kraftfutter aufzunehmen, sodass die Milchversorgung langsam und sukzessive bis zur 10. Lebenswoche reduziert bzw. eingestellt werden soll.
Um spätere Fruchtbarkeitsprobleme zu verhindern, ist die Umstellung auf energiearme Versorgung ab dem 6. Lebensmonat unerlässlich, welche in unseren Gebieten ohnehin mit der Alpung optimal geregelt ist.
Mit den Worten "Wenn'sdem Kalb gut geht, geht's auch dem Bauern gut", schloss Sandra Pfuner ihre interessanten Ausführungen rund um eine gesunde Kälberaufzucht und erntete für ihr fundiertes Referat viel Anerkennung und Applaus.
Betriebsbesuch am Wimmgut
Nach einer interessanten Führung durchs Schulgelände bzw. der Piffgut-Kuhherde und einem köstlichen Mittagessen wechselte die 50-köpfige Gruppe auf die Brucker Schattseite zum Wimmgut.
Das wunderschöne Ambiente des altehrwürdigen Gehöfts, dessen Grundmauern das Jahr 1600 datieren, bildete jahrelang im Sommer eine Traumkulisse fürs Brucker Theater und begeisterte Jahr für Jahr Besucher und Schauspieler gleichermaßen.
Dass die scheinbare Idylle allerdings zum Bewirtschaften alles andere als einladend und einfach war, betonte Betriebsführer Christian Wimmer in seiner Begrüßung unmissverständlich.
Der lang und wohl überlegte Schritt, den Stall gänzlich neu zu bauen, schien die einzig vernünftige Lösung und wurde im letzten Jahr erfolgreich realisiert.
Wimmer betonte die perfekte Abwicklung seines Bauvorhabens - so wurde am 4. Mai mit dem Abriss des alten Stallgebäudes begonnen und bereits am 14. September durften die Kühe, welche den Sommer auf der Piffalm verbrachten, ihr neues Refugium beziehen.
40 reinrassige Pinzgauer demonstrieren anhand einer ausgezeichneten Kondition die gewonnene Lebensqualität und Christian Wimmer darf durchaus stolz auf seine 17-köpfige Milchkuhherde sein, die mit ordentlichem Rahmen, besten Fundamenten und guter Euterqualität punktet.
Dass altbewährtes und neugeschaffenes Bauwerk miteinander sehr gut harmonieren können, ist in erster Linie sicherlich dem Gefühl der Menschen am Wimmgut zu verdanken - jedenfalls unbestritten ein Beweis, dass es sich lohnt, mit Mut und Weitblick an einer erfolgreichen und lebenswerten Zukunft der Landwirtschaft festzuhalten. Gratulation zu dieser Meisterleistung!
Die Gastfreundschaft der Familie Wimmer bzw. Hutter ist weit über Bruck hinaus bekannt und so war es für Jungbauer Christian nur logisch, zur abschließenden Kaffeejause in die Wimm-Stube einzuladen - die Besucher dankten es mit genügend Appetit und nicht zu wenig Sitzfleisch ;) - es scheiterte also nicht an Behaglichkeit und netter Atmosphäre unter Gleichgesinnten und Kollegen und weil die Zeit des Austausches und der Gemütlichkeit eine sehr wertvolle ist, ist sie auch ein wichtiger und tragender Eckstein in der Gemeinschaft der Pinzgauer Jungzüchter!
Dass diese Gemeinschaft eine besondere ist, unterstrichen auch die Ehrengäste. "Bewahrt euch diese Schaffenskraft und diesen Optimismus, sie zeichnen euren Verein aus und darauf könnt ihr bauen", meinte GF Bruno Deutinger und Fachausschussobmann Hannes Hofer appellierte an die Jugend, mit Mut und neuen Visionen voranzugehen.
"Junge Menschen sollen anpacken und Neues probieren, schließlich werden ihnen Fehler nachgesehen und erlauben deshalb viele Möglichkeiten", lauteten die Worte des geübten Funktionärs.
Abschließend sei allen, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben, ganz herzlich gedankt - Christian Dullnigg, der als Hausherr der LFS Bruck stets und gerne Tür und Tor öffnet, Elisabeth Meusburger, bekannt für ihre kulinarischen Bestleistungen und vor allem den "Wimm-Leuten", die für das nachmittägliche Verwöhnprogramm der Extraklasse gesorgt haben - danke dafür!
Christina Sendlhofer







