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Jungzüchter-Jahreshauptversammlung

Die gut besuchte Jahreshauptversammlung zeugt vom Interesse an der Jungzüchterarbeit!
Die gut besuchte Jahreshauptversammlung zeugt vom Interesse an der Jungzüchterarbeit!
Zuchtberater Thomas Sendlhofer referierte über die "Anforderung an Pinzgauer-Stiermütter".
Zuchtberater Thomas Sendlhofer referierte über die "Anforderung an Pinzgauer-Stiermütter".
Freuen sich über den Besuch der Kollegschaft - Melanie und Oswald Dick mit ihren Töchtern Maria und Johanna!
Freuen sich über den Besuch der Kollegschaft - Melanie und Oswald Dick mit ihren Töchtern Maria und Johanna!
Eine überzeugende Betriebsphilosophie - die genetisch hornlose Mutterkuhherde am Lackenhof!
Eine überzeugende Betriebsphilosophie - die genetisch hornlose Mutterkuhherde am Lackenhof!
Stiermütterbewertung in der Praxis - drei ausgewählte Kühe stellen sich dem gestrengen Auge des Zuchtberaters.
Stiermütterbewertung in der Praxis - drei ausgewählte Kühe stellen sich dem gestrengen Auge des Zuchtberaters!
Arbeitserleichterung und Tierkomfort - zwei wesentliche Komponenten des neuen Laufstalles am Oberhausgut.
Arbeitserleichterung und Tierkomfort - zwei wesentliche Komponenten des neuen Laufstalles am Oberhausgut.

Ein Schwungrad der Pinzgauerrasse - unsere Jungzüchter!

"Mit einem jungen Mann an der Spitze, dessen Kopf voller Visionen für die Pinzgauerrasse ist, hat sich diese Gemeinschaft zu einem wahren Schwungrad entwickelt", lobte Fachausschussobmann Hannes Hofer in seinen Grußworten die unbezahlbare Arbeit der Pinzgauer Jungzüchter, die mit ihrem Obmann Josef Berger wahrlich gesegnet sind!

Obmann Josef Berger freute sich in der Begrüßung über die Präsenz der vielen Züchterfamilien, die der Einladung nach Maishofen gefolgt waren. Die rund 70-köpfige Versammlung konnte sich im ausführlichen Tätigkeitsbericht ein Bild der motivierten Züchterjugend machen.

Neben unzähligen Teilnahmen an Schauen und gesellschaftlichen Ereignissen war der Höhepunkt des Jungzüchterjahres 2017 das 6. Pinzgauer Jungkuhchampionat, bei dem zugleich das 15-jährige Vereinsjubiläum gefeiert wurde.

Obmann Berger betonte im Rückblick nicht nur den Erfolg dieser Jubiläumsveranstaltung, sondern zeigte anhand einer kleinen Bilderpräsentation die Entwicklung seit dem 1. Jungkuhchampionat im Jahr 2008. 

"Der züchterische Fortschritt der letzten Jahre ist deutlich erkennbar und soll gleichermaßen Bestätigung und Motivation sein, diesen Weg konsequent weiterzugehen!", meinte der engagierte Jungbauer, der mittlerweile in sein sechstes Jahr als Obmann der Pinzgauer-Jungzüchter geht! 


In einem kurzen Referat vermittelte Zuchtberater Thomas Sendlhofer die "Anforderungen an Pinzgauer-Stiermütter".
Das neue Bewertungssystem, das ab sofort auch bei der Pinzgauerrasse zum Einsatz kommt, ermöglicht der Beurteilung ein breiteres und präziseres Spektrum. In der Skala von 68 - 93 möglichen Punkten sollen 80 Punkte die Durchschnittskuh abbilden, wobei das Erreichen von mehr als 90 Punkten nur Mehrkalbskühen vorbehalten ist. Das neue System lässt eine genauere und somit auch fairere Bewertung zu, wobei Sendlhofer klar betonte, dass auch diese Form der Punktierung nur eine "Momentaufnahme" ist und jeder Bauer selber am besten weiß, wie schnell sich das Blatt wenden kann!

"Das Beste ist gerade gut genug und neben der Leistungsstärke einer Kuh darf der Charakter und der Abstammungshintergrund keinesfalls vernachlässigt werden", mit diesen Worten appellierte der Zuchtberater an das Gewissen der Bauern, die täglich mit ihren Kühen arbeiten und diese somit am besten kennen würden.

Sendlhofer schloss seinen Vortrag mit größtem Dank und Respekt für die Jungzüchterarbeit, die den Rückhalt für die Rasse sichern und Motivation und Aufschwung für die Zukunft geben!


Bevor der Obmann zum gemeinsamen Mittagessen lud, durfte ARGE-Obmann Christian Dullnigg in einer Ergänzungswahl ein neues Vorstandsmitglied ernennen - mit Stefan Laubichler vom Thurnhof in Flachau wird der Ausschuss um ein ambitioniertes Mitglied bereichert! 
Dullnigg nahm die Wahl zum Anlass, dem Obmann für seine engagierte Gemeinschaft von Herzen zu danken. "Euer beachtliches Jahresprogramm ist nicht nur Beweis, dass ihr euch für die Materie begeistern könnt, sondern dass auch Freude und Spaß nicht zu kurz kommen dürfen", freute sich ein Mensch, dem als Direktor der LFS Bruck die Jugend besonders am Herzen liegt!


Hochinteressant gestaltete sich auch der Nachmittag - stand die Besichtigung zweier völlig verschiedener Betriebskonzepte am Programm:

FAMILIE DICK, LACKEN

Sowohl der Junior- als auch Seniorfamilie Dick war die Freude über die rege Besucherschar ins Gesicht geschrieben und Oswald Dick jun. war ob des großen Ansturms anfangs beinahe sprachlos. In netten Worten beschrieb er den Werdegang des Lackenhofs, der sich eigentlich aus einer Notsituation heraus zum "Erfolgsprojekt" formierte. Die große Entfernung zur Alm im Fuscher Käfertal, verbunden mit der Aussicht, keinen geeigneten Melker zu finden, war bereits 1974 ausschlaggebend, den Betrieb auf Mutterkuhhaltung umzustellen.
Mit der Verfügbarkeit von hornloser Pinzgauer-Genetik ab 1988 setzte Familie Dick oberste Priorität auf dieses Nischenprodukt und verfolgt seither mit extremer Konsequenz die Zucht von reinerbiger Hornloszucht. Die extremen Alpungsbedingungen im Fuscher Tal gaben dem Lackenbauer die Gewissheit, dass sich hier nur die gewachsenen Eigenschaften der Pinzgauerrasse bewähren können.
"Wir haben auch mit anderen Rassen experimentiert, mussten aber feststellen, dass keine andere Rasse mit den Herausforderungen der auf dieser Höhe herrschenden Wetterextremen so gut zurechtkommt wie die Pinzgauer", meinte der überzeugte Pionier der Pinzgauer-Hornloszucht!

Mit einfachsten Mitteln baute Dick seinen Anbindestall um, sorgte im Laufhof für eine überdachte Fressstelle und bot dem Nachwuchs mit dem Kälberschlupf einen gemütlichen und geschützten Rückzugsort.
2011 übernahmen Oswald jun. und Melanie den Hof und ergänzten ihn um einen Zubau für die Kalbinnen-Aufzucht. 90% aller verkauften Tiere gehen als Zuchttiere ins In- und Ausland und belegen den Stellenwert dieser Pinzgauer-Rarität, für welche Familie Dick weitum bekannt ist.


FAMILIE GENSBICHLER, OBERHAUS

Optisch schon von weitem erkennbar, fügt sich der neugebaute Laufstall von Hannes Gensbichler harmonisch in das wunderschöne Ambiente des Oberhausgutes ein und unterstreicht wie positiv sich Altehrwürdiges und Neues ergänzen bzw. verbinden kann. 2016 startete der Oberhausbauer das Projekt des neuen Laufstalles, welches der rund 100köpfigen Pinzgauerherde eine komfortable Unterkunft gibt. Mit dem Stallbau erfolgte auch die Umstellung auf BIO und inmitten der großteils enthornten Rinderherde haben auch einige gehörnte Pinzgauerinnen ihren Platz.

Anhand von drei ausgewählten reinrassigen Kühen erklärte Zuchtberater Thomas Sendlhofer das neue Bewertungssystem in der Praxis, welches sich als nachvollziehbar und verständlich erweisen sollte.

Nach einer ausgiebigen Stallführung demonstrierten zwei Bauersfamilien, wie Zusammenhalt innerhalb einer Berufsgruppe gelebt werden kann - die beiden Familien Dick und Gensbichler luden im Oberhausstall zu einem netten Beisammensein, zu dem nicht nur wärmende Getränke und hausgemachte Mehlspeisen, sondern vor allem viele anregende Gedanken und gute Gespräche beitragen durften!

Wir bedanken uns an dieser Stelle für das ehrliche und schöne Gefühl des Willkommenseins und die herzliche Bewirtung und wünschen den beiden Züchterfamilien viel Glück und Segen bei ihrem täglichen Tun!

Christina Sendlhofer

 

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