Jungzüchter-Jahreshauptversammlung
Josef Berger in die nächste Funktionsperiode entsandt!
Im Alter von 24 Jahren schon sechs Jahre in einer Führungsposition zu sein und noch dazu ehrenamtlich, ist eher die Ausnahme und alles andere als selbstverständlich.
Übernahm Josef Berger 2013 als knapp 19jähriger die Obmannschaft der Pinzgauer-Jungzüchtergemeinschaft von seinem Vorgänger Hannes Hofer, wurde er anlässlich der Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung am 27. Jänner 2019 bereits in sein sechstes Jahr als Obmann entsandt.
Das traditionell im Jänner stattfindende Zusammentreffen der Pinzgauer-Jungzüchter fand dieses Jahr im Schloss Goldegg ein stimmiges Ambiente und beeindruckte einmal mehr mit einem prall gefüllten Jahresprogramm, welches den immensen Einsatz dieser besonderen Züchterjugend widerspiegelte.
ARGE-Obmann Christian Dullnigg, der die Wahl leitete, wertete es als gutes Omen, dass sich der gesamte Vorstand mit Obmann Josef Berger, seinen Stellvertretern Rupert Gruber und Josef Stock sowie Schriftführerin Anna Schmiderer und Kassierin Marlene Berger einer Wiederwahl stellte und gratulierte Josef Berger zu seiner Arbeit, die einen unverzichtbaren Teil der erfolgreichen Weiterentwicklung der Pinzgauer-Rinderzucht darstelle!
Große Hoffnung versprechen auch die beiden neuen Gesichter - Magdalena Buchegger aus Annaberg sowie Sebastian Riedlsberger vom Lahnhof in Hollersbach, zwei motivierte junge Menschen, die ihre Ideen künftig in den Ausschuss einbringen.
Pinzgauer-Fleischrinderzucht in Kärnten
Der ambitionierte Obmann derPinzgauer-Züchter Kärntens, Horst Schnitzer, Jaklbauer in Feldkirchen begeisterte mit einem Erfolgsbericht über die Pinzgauer-Fleischrinderzucht.
Das "Mutterkuhland Kärnten" verspürt in der Pinzgauerzucht seit Jahren einen großen Aufwind, indem sich die Kuhzahlen in den letzten 12 Jahren von 212 auf 752 Stück mehr als verdreifacht haben und qualitätsvolle Zuchttiere eine sehr gefragte Ware sind.
Unbestritten eine Erfolgskomponente war die Gründung des Arbeitskreises Pinzgauer Fleischrinderzucht, welcher ungeschönt Zahlen und Fakten wiedergibt und somit Grundlagen für einen steten Fortschritt liefert.
"Ein bekannter Satz meines VorgängersHans Liesingerlautet -Die beste Selektion ist das Messer- und so brutal dies klingen mag, so bestätigt es sich, dass eine qualitative Weiterentwicklung nur durch eine strenge Auswahl erfolgen kann", meinte ein Praktiker, dessen Leidenschaft für die Pinzgauerzucht eine nicht zu übersehende ist.
Schnitzer sprach auch von der Wichtigkeit der Präsenz und des Vergleiches, welche mit der Teilnahme an Ausstellungen und Rinderschauen gegeben ist, weil es gewissermaßen objektive "Bestandsaufnahmen" braucht, um einerseits Bestätigung und Anerkennung zu erzielen und andererseits Motivation für etwaige Weichenstellungen für eine erfolgreiche Richtung zu setzen.
Mit Freude berichtete Schnitzer, der auch als Obmannstellvertreter der ARGE Pinzgauer fungiert, von seinem "Lebenswerk" - der Zucht vom genetisch hornlosen Prachtstier kr MAIK, der anlässlich der Pinzgauer-Länderschau im April 2018 zum Rekordpreis von Euro 11.300 versteigert wurde.
Mit dem Appell an die Züchterfamilien, unbedingt "Züchter zu sein und nicht Halter aufgrund möglicher Prämien" schloss der sympathische und authentische Land- und Forstwirt einen Vortrag, der sehr klar zum Ausdruck brachte, dass man mit Pinzgauern nicht nur schöne Rinder im Stall habe, sondern auch sehr wirtschaftliche!
Den Abschluss des interessanten Vormittagsprogammes bildete ein köstliches Mittagessen im Hotel Post, welches von Elisabeth Scharfetter-Gesinger, Gattin des Pinzgauer Weltpräsidenten Hans Scharfetter, geführt wird.
Wie groß Gastfreundschaft innerhalb der Pinzgauer-Züchterschaft geschrieben wird, zeigte der zweite Teil des Sonntags, wo zwei Goldegger Zuchtbetriebe mit größter Hingabe und sichtlicher Freude Tür und Tor öffneten!
Familie Krimbacher, Lehen
"Nachdem ich beim Reden ohnehin nicht der Beste bin, schauen wir uns vielleicht besser gleich den Stall an", meinte Robert Krimbacher in seiner gewohnt liebenswürdigen Art und führte mit Stolz zur 13-köpfigen Kuhherde, die im schönsten Gewand auf die große Anzahl an neugierigen Besuchern wartete.
Fast ausschließlich reinrassig und gehörnt zeigte sich die Kuhreihe in perfekter Kondition und neben leistungsstarken Jungkühen konnte sich auch die ältere und schauerfahrene Generation mehr als sehen lassen!
Ganz nach Tradition haben am Lehenhof aber aber nicht nur die "kleinen Wiederkäuer" ihren Platz, mit Stolz werden auch drei prächtige Noriker Pferde gehalten.
Den uralten Mäuern des ehemaligen Bauernhauses hauchten Gundi und Katharina kurzerhand mit viel Liebe und Mühe Leben ein und wohlriechender Weihrauch führte schnurstracks in die warme Stube, die mit einer feinen Kaffeejause aufwartete.
Der immense Zusammenhalt der Großfamilie wird gerade in diesen Tagen und Wochen sichtbar, indem Altbauer Peter noch immer an einer schweren Lungenentzündung laboriert, die ihn seit Anfang Dezember im Krankenhaus hält. Glücklicherweise scheint es nun aber wieder aufwärts zu gehen - wir wünschen von Herzen gute Genesung!
Familie Moser, Großschönberg
Ebenso in schönster Lage mit Blick auf den Goldegger See zeigt sich das Gehöft von Familie Moser, das eindrucksvoll die Harmonie zwischen Altem und Neuem zur Schau stellt.
Mit viel Weitsicht wurde der 1939 errichtete Stall vor zwanzig Jahren zum Laufstall umgebaut und 2017 um einen praktischen Außenliegebereich bzw. Laufhof ergänzt.
Knapp 30 typvolle und leistungsbereite, reinrassige Pinzgauerkühe verkörpern die Qualitätszucht von Hans-Peter Moser, die sich in Fruchtbarkeit und daraus resultierender Langlebigkeit spiegelt. Eindrucksvoll zu sehen Stiermutter WALDIN (Mutter von Simplon), die sich in der achten Laktation überaus vital und leistungsstark zeigt.
Bereits seit 26 Jahren wird der Großschönberghof biologisch bewirtschaftet und liefert Milch für die Qualitätsschiene "Ja! Natürlich".
Verantwortung lebt Familie Moser auch im Bereich der männlichen Nachkommen, werden diese als BIO-Milchmastkälber mit ca. 135 - 140 kg über die Firma Tauernlamm sehr erfolgreich vermarktet.
Das Verwöhnprogramm wird am Großschönberghof aber nicht nur den Wiederkäuern zuteil, auch die Zweibeinigen verspürten die Großzügigkeit von Hans-Peter und seiner Frau Brigitte, indem zum Ausklang des Tages die Fortsetzung zum Lehenhof folgte - mit einer herrlichen Auswahl an köstlichsten Kuchen- und Tortenstücken, Punsch, Kaffee und vielem anderen mehr...!
Mit dem Untergehen der Sonne hieß es Abschiednehmen von Goldegg - von einem Ort, der nicht nur kulturell einen hohen Stellenwert genießt, sondern hoffentlich auch um den Wert seiner bäuerlichen Leistungen weiß!
Den Familien Krimbacher und Moser dürfen wir zu ihrer erfolgreichen Arbeit von Herzen gratulieren und uns für die schier unglaubliche Gastfreundschaft bedanken - Vergelt's Gott für diesen gemeinschaftlichen, sehr interessanten und gemütlichen Nachmittag!
Christina Sendlhofer



