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Jungzüchterreise in die Schweiz

Keine Reise in die Schweiz ohne Glocken gesehen zu haben, besonders jene von Paul Sematter!
Schon ordentlich angewachsen - Martin Kriegners "Pinzgauer-Reihe"!
Ein absolutes Highlight - die Herbstviehchau im Diemtingtal!

Von neuester Technik, spitzen Kühen und einer einzigartigen Glockensammlung…

Am verlängerten Wochenende von 23. – 26. Oktober machten sich 13 Mitglieder der Pinzgauer Jungzüchter auf den Weg ins Berner Oberland. Voller Vorfreude starteten wir am Freitag in aller Frühe in Richtung Vorarlberg, wo mit der Firma Doppelmayr der erste Programmpunkt auf uns wartete. Als führender Hersteller von Seilbahnen werden nicht nur Bergbahnen gebaut, sondern auch der Öffentliche Verkehr in Großstädten organisiert.

Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck und gestärkt vom gemeinsamen Mittagessen führte uns die Reise weiter über die Grenze in die Schweiz.

Dort wartete am Nachmittag bereits der erste Spitzenzüchter. Familie Junker, Mattenhof gab uns einen Einblick in ihren Stall, indem internationale Spitzengenetik zu finden ist. Ein Großteil seines Bestandes stammt vom Rind Hannah Vrey (Ex 96). Aber auch eine Österreicherin - Schönhof`s Alligator Dakota aus Maishofen konnten wir in seinem Stall finden.

Einen Österreicher besuchten wir auch am nächsten Tag. Martin Kriegner stammt ursprünglich aus Oberösterreich, hat sich jedoch nach seinen ersten Almsommern in die Schweiz verliebt. Mittlerweile bewirtschaftet er in Schönried einen Betrieb mit aktuell 22 Milchkühen, die im Sommer auf der eigenen Alm gemolken werden. In Martins  durchdacht geplanten Laufstall findet man unter den Simmentalern auch fünf Pinzgauer Rinder- Tendenz steigend.

Simmentaler konnten wir auch bei der Herbstviehschau in Zwischenflüh im Diemtigtal bewundern. Zehn Bauern aus zwei Ortschaften treiben ihre Rinder jedes Jahr im Frühling und Herbst zur Schau, bei der nicht nur die beste Kuh ausgezeichnet, sondern die Tiere auch klassifiziert werden. Im Anschluss an die Siegerehrung wurden alle Tiere festlich geschmückt und wieder nach Hause getrieben – eines unserer absoluten Highlights!

Noch begeistert vom traditionellen Abtrieb, wartete bereits der nächste Betrieb auf uns. Bei Michael Aebersold durften wir gemeinsam zu Mittag essen und anschließend einen Blick in seinen Stall werfen.

Am Abend stand schließlich der Besuch beim Obmann der Schweizer Simmentaler, Ueli Schärz in Spiez, auf dem Programm. Gemeinsam mit seiner Familie führt er zwei Betriebe mit etwa 90 Milchkühen und bewirtschaftet mit seinem Bruder zusätzlich eine Alm. In der Zucht legt Ueli besonderen Wert auf robuste Tiere, die sich für die Almwirtschaft eignen. Außerdem setzt er auch auf österreichische Fleckviehgenetik, um die Hornlosigkeit in seinem Bestand zu etablieren. Gemeinsam mit Ueli ließen wir den Abend in gemütlicher Runde mit interessanten Gesprächen ausklingen.

Nachdem wir am Freitag schon die Produktion von Doppelmayr gesehen haben, durften wir eine ihrer Gondeln am Sonntag in Aktion testen. Von Lauterbrunnen aus fuhren wir mit der steilsten Pendelbahn der Welt nach Mürren um die atemberaubende, frisch angezuckerte Berglandschaft der Jungfrau-Region zu genießen.

Von dort aus ging die Reise weiter zu Paul Sematter, der mit Leidenschaft Glocken und Treicheln sammelt. In seiner Sonderausstellung präsentierte er uns alte, seltene Unikate. Darüber hinaus gab er uns einen Einblick in seine Werkstatt, in der er selbst Glockenriemen fertigt und ein weiterer Teil seiner Sammlung untergebracht ist. Da Paul auch Glocken verkauft, ließen es sich einige von uns nicht nehmen, die eine oder andere Glocke mit nach Hause zu nehmen. Anschließend führte uns die Reise weiter nach St. Gallen, wo wir unsere letzte Nacht verbrachten.

Am Montag stand mit der Firma Kuratli ein weiterer interessanter Programmpunkt auf dem Plan. Das Unternehmen beschäftigt rund 15 Mitarbeiter und produziert hauptsächlich Futtermischer und Gülletechnik. Jährlich werden etwa 120 Stück gefertigt.

Um den letzten Reisetag noch voll auszunutzen, legten wir spontan einen Zwischenstopp im Zillertal bei Peter Klocker ein. Dort durften wir ebenfalls einen Blick in seinen Stall werfen, bevor wir schließlich die Heimreise antraten.

Wir bedanken uns bei allen besuchten Betrieben für die spannenden Einblicke und die herzliche Gastfreundschaft. Die vielen schönen Eindrücke werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Ein besonderer Dank gilt Gabriel Riedlsperger für die hervorragende Organisation dieses gelungenen Wochenendes!

Eva Bachler

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