Zum Hauptinhalt springen

Jungzüchterreise nach Südafrika

Eine eindrucksvolle und lehrreiche Zeit erlebten 14 Pinzgauer Jungzüchter vom 22. Oktober bis 2. November in Südafrika. Organisiert von Mathias Kinberger, bot die Reise eine einzigartige Gelegenheit, Einblicke in die Landwirtschaft und Kultur eines fernen Landes zu gewinnen. Bereits bei unserer Ankunft wurden wir auf der renommierten ZZ2 Farm empfangen, einem beeindruckenden Betrieb, der auf nachhaltige und angepasste Viehhaltung setzt. Die Farm beherbergt rund 2000 Kühe, darunter 300 Pinzgauer Zuchtkühe und eine Kreuzung aus Pinzgauer und dem heimischen Nguni-Rind, genannt „Pinzy2l“.

Am ersten Tag führte man uns durch die Viehbestände der Farm, auf der die Tiere das ganze Jahr über auf Weideflächen gehalten werden. Pro Großvieheinheit wird hier eine Fläche von beeindruckenden 10 Hektar benötigt. Die Herausforderungen für die Tierhaltung sind in Afrika erheblich: neben der Gefahr durch krankheitsübertragende Zecken müssen die Farmer auch auf die Präsenz von Wildtieren achten.

Doch die ZZ2 Farm ist nicht nur für ihre Rinderhaltung bekannt. Die Hälfte der in Südafrika verbrauchten Tomaten stammt von hier, zudem baut der Betrieb Kirschen, Mangos, Datteln und Avocados an. Am Freitag besichtigten wir die Verpackungshäuser für Tomaten, Kirschen und Avocados, bevor wir die Merensky Agricultural School besuchten – die „LFS Bruck von Afrika“, wie wir, fast alle Absolventen von Bruck, feststellten. In Merensky wird nicht nur Viehhaltung sondern auch Gemüseanbau in Netzhäusern und Aquaponik betrieben.

Der Samstag begann mit einem Rundgang über die weitläufigen Tomatenfelder. Anschließend tauchten wir in die Kultur Südafrikas ein, besuchten den „Modjadji Prehistoric Cycad“-Park, einen traditionellen Markt und erlebten faszinierende Tänze. Der Abschied von der gastfreundlichen ZZ2 Farm, auf der wir auch kulinarisch verwöhnt wurden,  fiel uns sichtlich schwer, aber die Reise hielt noch weitere Highlights für uns bereit.

Unser Weg führte uns entlang der spektakulären Panoramaroute mit einem Zwischenstopp an den „Burk's Luck Potholes“ am Blyde River Canyon, wo sich eine beeindruckende Schlucht erstreckt. Die darauffolgenden Tage standen ganz im Zeichen der afrikanischen Tierwelt. Im Kruger-Nationalpark und auf dem Gelände des Kapama-Hotels hatten wir das Glück, die „Big Five“ und viele weitere Wildtiere aus nächster Nähe zu erleben. Die täglichen Safaris, jeweils morgens und abends, waren ein unvergleichliches Erlebnis, das uns die unberührte Natur Afrikas eindrucksvoll näherbrachte. Auf einem Bush-Walk konnten wir außerdem viel über die örtliche Botanik und Tierwelt lernen.  Um uns vom - mit 38° C- doch sehr warmen Frühling abzukühlen, verbrachten wir die meisten Nachmittage im kühlen Nass.

Bevor wir die Heimreise antraten, besuchten wir einen weiteren landwirtschaftlichen Betrieb auf 1.800 Metern Seehöhe. Dieser Betrieb beeindruckte durch seine Größe und Vielfalt: mit 2.000 Rindern, 2.500 Merinoschafen sowie Anbauflächen von 1.000 Hektar Mais und 500 Hektar Soja ist er bestens auf die klimatischen Bedingungen in der Region vorbereitet, auch wenn es hier lediglich 2-3 Monate im Jahr regnet. Die Ochsen erreichen bereits nach einem Jahr das Schlachtgewicht.

Die Reise nach Südafrika war für uns alle eine unvergessliche Erfahrung, die uns tiefere Einblicke in die Herausforderungen und Möglichkeiten der Landwirtschaft in einem völlig anderen Land ermöglichte. Von den Farmbetrieben über die herzliche Gastfreundschaft bis hin zur wunderschönen Natur und kulturellen Vielfalt Südafrikas – jede Station unserer Reise wird uns in Erinnerung bleiben. Wir sind dankbar für die Erfahrung und möchten uns in diesem Sinne noch einmal bei Mathias für die perfekte Organisation bedanken.

Eva Bachler

Zurück