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JZ-Almwanderung am Klausberg/Ahrntal

Ein besonderes Wochenende durften 23 Bergfexen erleben - sie wählten den kürzesten Weg nach Südtirol und überquerten den Krimmler Tauern.
Beginnend in Mittersill startete die Gruppe ins Krimmler Achental, wo ein erster Abstecher der Jaidbachalm galt. Fam. Steger jun. und sen. erwartete mit Freude die Wanderschar und servierte ihre selbstgemachten Spezialitäten. Die einzigartige Hütte, die vor 14 Jahren gekauft und liebevollst saniert wurde, bietet eine Besonderheit - durch eine Glaswand kann die Produktion des Gletscherkäses (Bergkäse) verfolgt werden. 2007 wurde die Schaukäserei errichtet, 2008 erfolgte die Auszeichung zur Alm des Jahres. Ein kleiner Erfolgsgarant für die guten Almprodukte ist neben der biologischen Bewirtschaftung sicherlich die Spezialbetreuung der Milcherzeugnisse - die singenden Sennerinnen pflegen neben ihrer Arbeit ihre Stimmbildung und sorgen ganz nebenbei noch für gute Unterhaltung.

Nach der guten Stärkung und der netten Almvorstellung von Toni Steger hieß es aufzubrechen in Richtung Windbachtal - während die bequeme Garde den Spezialtransport von Rudi Steger bevorzugte, machten sich die Tapferen bereits von der Jaidbachalm aus auf dem Weg. Der sanfte Anstieg und das noch wolkenverhangene Wetter sorgten für ein relatives müheloses Erreichen des Krimmler Tauern und zur Krönung ließ sich auf der Höhe von 2.633 sogar die Sonne blicken... (angesichts der letzten Wochen ja eine Besonderheit!)
Angekommen auf italienischer Seite vernahm man bald das nächste Ziel, Kasern, mit der berühmten "Heilig-Geist-Kirche" - ein wahrlicher Kraftplatz inmitten idyllischer Almlandschaft. Nach kurzem Graupelschauer und kaltem Wind bekam man aber Gottlob wärmere Temperaturen zu spüren und die Aussicht auf eine unterhaltsame Pause bei der Rastbichlalm erhöhte die Abstiegsgeschwindigkeit zunehmends.

Für erste Ausschweifungen ins Grüne sorgten die schönen Pinzgauer Kuhherden von Benedikter Hermann-Josef, Auer sowie Gruber Gottfried, Niederlechner, die natürlich sogleich von allen Seiten inspiziert wurden.
Niedergelassen auf der "Prastmann"-Alm, welche von Franz Hofer (Bruder des Rastbichlers) bewirtschaftet wird, ließ sich auch der Rastbichler nicht lange bitten - schließlich schafft es ja nicht Jedermann zu Fuß nach Heilig-Geist zu pilgern...

Der ideale nachmittägliche Zeitpunkt ermöglichte noch eine Kuhvorstellung vom Chef höchstpersönlich - die Herde des Rastbichlers präsentierte sich in einem Kleid, wie es schöner nicht ginge - glänzend, schneeweiß und in Topkondition - so wie man sich Schaukühe vorstellt!
Noch eine Busfahrt war zu absolvieren, bis das Hotel Sonnleiten in Steinhaus erreicht war - eine gepflegte Herberge, die gutes Essen, schöne Zimmer und eine erholsame Nacht zu bieten hatte.
Neben den fleißigen Bergsteigern kam noch Fam. Zimmermann aus Ehrendingen in der Schweiz hinzu und dank der verlässlichen Stimmungsgaranten Mathias Kinberger, Peter Altenberger u.v.a. entwickelte sich der Abend zu einem äußerst gemütlichen Beisammensein. Zu späterer Stunde erschien noch Martin Ebenkofler, der die Jugend bzw. Junggebliebenen noch zu etwas moderneren Rhythmen in den Hexenkessel von Steinhaus führte. (Dank der ausgezeichneten Aufsicht von Fachlehrer Kinberger kam die Mannschaft aber wieder vor der Geisterstunde nach Hause, einzig Martin entwischte scheinbar dem strengen Geleit?!...)
Nach einem gemütlichen Frühstück erwartete uns bereits der Rest der Wandergruppe, der mit dem Bus bzw. Auto angereist kam. Sehr bequem gestaltete sich der Aufstieg per Gondelbahn zum Klausberg auf 1.062 m von wo die Almwanderung vorerst "abwärts" zur Weißenbachlhütte begann.
Hier erfolgte die offizielle Begrüßung durch den Obmann der Südtiroler Pinzgauer Züchter, Siegfried Gatterer, der im Namen seiner Züchter zu einer herzhaften und überaus schmackhaften Jause einlud.
Auch der Obmann der Pinzgauer Jungzüchter, Hannes Hofer hieß alle begeisterten Wanderer aus Nah und Fern ganz herzlich willkommen - "besonders freue es ihn, dass alle JZ-Veranstaltungen immer mit großer Begeisterung und enormen Interesse wahrgenommen werden", so Hofer.
Almbesitzer Johann Kirchler, Weißenbachler aus St. Johann/Ahrntal begrüßte sehr berührend die große Schar - er wünschte allen ein gutes Gefühl, das eben so ein Tag, das Zusammentreffen mit verschiedenen Menschen oder einfach die Schönheit der Natur verleihen könne. Johann Kirchler stellte den "Kleinklausenhof", ein ursprünglich selbstständig bewirtschafteter Bergbauernhof, vor. Dieser wurde von der Fam. Kirchler im Jahr 1913 angekauft und seitdem als Almwirtschaft genutzt. Die Almfläche beträgt 17 ha (davon 7-8 ha Wald) und bietet im Sommer Futter für ca. 25 Stk. Jungvieh. Am Heimbetrieb stehen 9 Milchkühe und ein Maststier, dank der günstigen Lage der Almhütte (im Winter dient sie den Schifahrern) kann der Betrieb im Vollerwerb geführt werden.
Die allzu üppig wie gut schmeckende Südtiroler Jause führte dazu, dass sich neben der Trägheit der Wanderer auch noch eine große Gemütlichkeit niederschlug - schlussendlich hieß es aber doch, aufzubrechen, um ein paar Meter höher auf 1.602 m den Moaregger zu erkunden!
Andres Steger, Moaregger aus St. Johann/Ahrntal war zwar wegen seiner "Lädiertheit" als Bergführer unbrauchbar (sein Bein wurde aufgrund einer Sehnenentzündung mit Gips ruhig gestellt!), nichts desto trotz stellte er mit Freude seine Almwirtschaft vor, wo er mit 17 Pinzgauer Kühen beste Bio-Almmilch produziert. Die Moareggeralm besteht aus 6 ha Wiesen und 6 ha Weide und wird insgesamt von ca. 30 Stück Pinzgauer Rindern bevölkert. 1995 erfolgte Ausbau bzw. Erweiterung des Almstalles, der sich als sehr zwecksmäßig und optisch schön erwies.
2004 stellte der Moaregger seinen Betrieb auf Bio um, ausschlaggebend hiefür war ein Engpass an Biomilch, die er seitdem zweitägig an die Molkerei Sterzing liefert. (Erlös 64 Cent/kg)
Auch hier wurde höchste Südtiroler Gastfreundschaft geboten - alleiniges Problem war die teilweise Übersättigung, der nur eine ordentliche Anstrengung Abhilfe leisten konnte. So nutzten einige Bergfans die schnelle und kalorienkillende Variante schnurstracks über die Schipisten zum traumhaft gelegenen Klaussee auf 2.162 m und wurden mit einem idyllischen und erfrischenden Bergsee, umgeben von schönsten Gebirgsblumen und markanten Gipfeln belohnt.
Währenddessen machten sich die Genusswanderer auf den Weg um die Alm von Wolfgang Hofer, Brugger zu begutachten.
Wolfgang Hofer, Brugger aus Steinhaus erzählte mit Charme und Schmäh über seine Almwirtschaft - er treibt nur das Jungvieh (35 Stück) auf. Da die Größe seiner Almfläche aber einen größeren Viehbestand erlaubt, kommt noch die Nachzucht (11 Stk.) von Stefan Auer, Kleinarzbacher sowie Franz Seeber, Mitterlindner (5 Stk.) in den Genuss der Sommerfrische.
Die letzte gemeinsame Rast erfolgte auf der Bachmairalm der Fam. Niederkofler auf 1.888 m. Von oben bzw. unten trudelten die begeisterten Wanderer ein, um bei einer gemütlichen Kaffeejause langsam Abschied zu nehmen.
Franz Niederkofler erzählte die Geschichte des Bachmairs, der 1934 die Alm gekauft und bis 1969 mit Milchkühen bewirtschaftet hat. Seit dem Liftbau 1971 wurde die Almwirtschaft umstruktiert, d.h. die Hütte wurde als Jausenstation genutzt und seitdem nur mehr das Jungvieh aufgetrieben. Am 15 ha umfassenden Heimbetrieb werden 25 Stück Milchkühe gehalten, das verbleibende Jungvieh (17 Stück) auf die Alm geschickt.

Nach einem netten Abschluss der Obmänner Siegfried Gatterer sowie Hannes Hofer startete man wieder talwärts, um noch rechtzeitig die Gondelbahn bzw. den schon zur Rückreise bereit stehenden Bus zu erreichen.

Gespeist mit besten Südtiroler Spezialitäten und einzigartigen Eindrücken verabschiedete man sich von einem Tag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird - als ein Erlebnis, das von einer spürbaren Gemeinschaft und einem besonderen Gefühl geprägt war!!

Für das Gelingen eines derartigen Erlebnisses bedarf es großer Mühe und hier gilt vor allem dem Südtiroler Pinzgauer-Ausschuss und unseren JZ-Vorständen Peter Bodner und Martin Ebenkofler sowie den besuchten Almbauern vom Klausberg ein ganz herzliches Dankeschön - ihr habt uns einen unvergesslichen Tag bereitet!
Ein großes Danke auch für die wunderbare Almjause, die vom "Schau-Budget" gesponsert wurde - sämtliche "Tombola-Nieten" wurden somit wieder vielfach entschädigt... Vergelt's Gott dafür!!

Christina Sendlhofer

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