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Kärntner Pinzgauerzüchter besuchten Deutschland

Für alle Teilnehmer etwas dabei und das alles unter einem Dach bei Marcus Mihm in Tann/Röhn. Gasthof, Metzgerei, Schlachterei, Haflingerzucht und natürlich die Pinzgauerzucht.
Linienkenner Johannes Schmidt gab zu jedem Tier über die genaue Abstammung Auskunft.
Diese Kuh hätte ich auch gerne daheim. - Hans Liesinger sen. sind wohl diese Gedanken am Betrieb Werner in Mittenaar durch den Kopf gegangen.
BENEDIKT (Bastian x Caesar) fühlt sich in seiner neuen Heimat bei Thomas Klein sichtlich wohl.
Eine ausgezeichnete Pinzgauerherde konnte am Betrieb der Familie Güllich besichtigt werden.
Begeisterung pur am Betrieb der Familie aus Wittesheim.

Interessante Tage bei Kollegen und Freunden!

Mit der Gründung des Arbeitskreis Pinzgauer Fleischrinderzucht von der LK Kärnten und kärntnerrind und der ersten Exkursion nach Deutschland vor drei Jahren haben die Kärntner Pinzgauerzüchter schon seit längerer Zeit guten Kontakt zu den deutschen Züchterkollegen.
Ein Gegenbesuch der IG Deutscher Pinzgauerzüchter vor zwei Jahren und ein Besuch der Fleischrindermessen in Kärnten aber auch der Export von Kärntner Zuchttieren nach Deutschland vertiefte den Kontakt und die Freundschaft zu unseren Nachbarn.
Somit führte die Exkursion von kärntnerrind und dem Arbeitskreis Pinzgauer Fleischrinderzucht von 22.- 25. Oktober die 16 Züchter nach Thüringen, Hessen und Bayern um unsere Pinzgauer Züchterkollegen zu besuchen.

Marcus Mihm – Osthessen
Gasthaus, Metzgerei, Schlachterei, Haflingerzucht und Pinzgauerzucht erwartete uns am Betrieb von Marcus Mihm und Jessica Seitz in Tann/Röhn. Eine beeindruckende Führung durch die Schlachterei und seinem Pinzgauer- und Haflingerzuchtbetrieb folgte eine Verkostung der selbst erzeugten Produkte. Das größte Interesse galt aber der kleinen aber feinen Pinzgauerzucht am Betrieb. Das äußere Erscheinungsbild und der einmalige gutmütige Charakter aber auch die gute Qualität der Tiere führten Marcus zur Pinzgauerzucht in der Mutterkuhhaltung was wir bei der Besichtigung vor Ort nur bestätigen können.

Agrargesellschaft Herpf/Pinzgauerzucht Johannes Schmidt – Südthüringen
Am zweiten Tag wurden wir über das Entstehen von Agrargesellschaften nach dem zweiten Weltkrieg in den Ländern der ehemaligen DDR und deren Entwicklung nach dem Mauerfall von Johannes Schmidt, einem der zwei Geschäftsführer der Agrargesellschaft Herpf, aufgeklärt. Die Agrargesellschaft Herpf ist auf 60 Teilhaber, unter ihnen auch viele Mitarbeiter, aufgeteilt und befasst sich mit den Teilbereichen Milchwirtschaft, Pflanzenproduktion, Landschaftspflege mit Schaf und Mutterkuhhaltung sowie Energieerzeugung. Über 60 Mitarbeiter aus der Region finden hier einen sicheren Arbeitsplatz. Geführt von Johannes Schmidt konnte von uns ein gigantischer Maschinenpark der die 3000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet sowie die Biogasanlage mit Wärmeabnahme der Stadt Meiningen am Standort in Rippershausen besichtigt werden. Am Nachmittag stand der Milchviehzweig am Programm. Über 600 Milchkühe werden im 2012 neu errichteten Areal in Stepfershausen gemolken.
Zusätzlich stand die Pinzgauerherde von Johannes Schmidt (Sprecher der Interessensgemeinschaft Deutscher Pinzgauerzüchter) am Programm. Der absolute Linienkenner und Pinzgauer Fan Johannes klärte uns über seine Tiere auf, eine ausgezeichnete Pinzgauerherde konnte besichtigt werden.

Reimund Werner - Hessen
Als sicher eine der besten Pinzgauer HErden in Deutschland kann jene von Reimund Werner in Mittenaar (Hessen) bezeichnet werden. Tiefrumpfige, kapitale, robuste Pinzgauerkühe auf der WEide sorgten für das eine oder andere Verkaufsgespräch mit Betriebsführer Reimund. "Solche Kühe hätte ich auch gerne im Stall", war vielfach der Kommentar zur Herde von Reimund Werner.
Informativ sowie für viele etwas ganz neues war die Besichtigung der Kunstgießerei der Familie Werner. Wieviel Arbeit, Zeit und Aufwand für solche Kunstgüsse benötigt werden, wurde erst vielen bei der Besichtigung bewusst.

Thomas Klein – Hessen
Pinzgauerzüchter mit Leib und Seele ist Thomas Klein. Der gelernte Fleischer betreibt seine Pinzgauerzucht in einem gepachteten Stall und auf Pachtflächen im Nebenerwerb. Für qualitativ hochwertigen Nachwuchs sorgt in Zukunft ein Kärntner. Der Kärntner Zuchtstier Benedikt, aus dem Zuchtbetrieb der Fam. Tschernigg, vlg. Schlögl aus St.Michael/Lav., wurde nach der Absamung zu Thomas Klein verkauft. Benedikt fühlt sich in seiner neuen Heimat sichtlich wohl, besticht durch eine ausgezeichnete Bemuskelung und einen gutmütigen Charakter. Als Koch hat Thomas als zusätzliches Standbein ein Partyservice aufgebaut und kann für diverse Veranstaltungen für die Verpflegung gebucht werden, wovon wir uns bei einem perfekten Mittagessen überzeugen konnten.

Martin Güllich – Mittelfranken
Der zweite Vorsitzende beim Fleischrinderverband Bayern, Martin Güllich aus Ansbach hat ähnliche züchterische Ansätze wie die Kärntner Züchter. Großrahmige Tiere mit guten Tageszunahmen sind für ihn enorm wichtig. Er produziert Jungrinder, die über die Metzgerei seines Schwiegervaters vermarktet werden. Hier zählt das Gewicht am Haken, meint Betriebsführer Martin. Ohne die für das Pinzgauerrind schwierige EUROP Klassifizierung sind die Pinzgauer absolut konkurrenzfähig zu anderen Rassen. Von der Fleischqualität sind die Kunden begeistert berichtet die Frau von Martin, Metzgermeisterin Kristin Güllich. Auch bei seiner Pinzgauerherde ist die züchterische Philosophie erkenntlich, selbst gezogene großrahmige, gut bemuskelte Zuchtstiere sorgen derzeit für den richtigen Nachwuchs in einer vielversprechenden Pinzgauerherde.

Wolfgang, Andreas und Jonas Wild – DreiländereckMittelfranken/Schwaben/Oberbayern
Pinzgauerzucht mit Begeisterung von Groß bis Klein wurde am Betrieb der Familie Wild entgegengebracht. Erst seit 2010 werden am Betrieb Pinzgauer gezüchtet. Als Leiter der örtlichen Kläranlage (eine der vier Besten in Europa) betreibt Wolfgang Wild seinen Betrieb im Nebenerwerb gemeinsam mit seinen Söhnen Andreas und Jonas, aber auch Ex-Frau und Tochter packen tatkräftig mit an. Um einen Nachfolger für seinen Betrieb braucht sich Wolfgang keine Sorge machen, Andreas und Jonas sind beide mit Begeisterung bei der Sache. Auch bei der Pinzgauerherde ist diese Begeisterung spürbar, eine ausgezeichnete Herde mit kapitalem Zuchtstier konnte besichtigt werden.

Dieser Ausflug hat einmal mehr den guten Zusammenhalt der Pinzgauerzüchter im In- und Ausland bestätigt. Viele neue Freundschaften wurden geschlossen und die gemeinsamen Interessen sorgten für jede Menge Gesprächsstoff und für einen kurzweiligen informativen Ausflug. Gerade bei so kleinen Rassen ist der Zusammenhalt und gemeinsame Austausch wichtig um die Rasse zu verbessern, über zukünftige Geschäfte wurde bereits diskutiert. Kärntnerrind dankt noch einmal allen Betrieben für das Öffnen der Türen und vor allem für die entgegengebrachte Gastfreundschaft und wünscht weiterhin viel Freude und Erfolg mit der Pinzgauerzucht.

Ing. Georg Moser, kärntnerrind

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