Oberösterreich bietet mehr...
...vor allem aber innovative und interessante Pinzgauerzüchter!
Durchaus nicht einfach gestaltet sich eine Fahrt nach Oberösterreich, zum einen aufgrund der Weitläufigkeit des großen Bundeslandes und zum anderen aufgrund der Vielfältigkeit und Individualität der dort ansässigen Menschen, die mit schier unglaublicher Energie die Möglichkeiten ihrer Eigenständigkeit voll ausnützen und sich dadurch tolle Standbeine schaffen!
Allein die relativ überschaubare Gegend rund um den Nationalpark Kalkalpen bietet in Sachen Landwirtschaft und speziell in "Pinzgauerzucht" jede Menge Spezielles und Interessantes.
Das erste Ziel war Großraming, wo sich Christina und Andreas Großauer 2012 mit dem Kauf eines Bauernhofes ihren großen Traum erfüllten. Die Jungfamilie machte sich mit Hilfe ihrer Angehörigen und Freunde an die Restaurierung des heruntergekommenen Hofes und entschied sich bei der Anschaffung ihrer ersten Wiederkäuer für Pinzgauer, Ennstaler Bergschecken, Jura- und Zackelschafe.
Neben der artgerechten Tierhaltung legt Biobäuerin Christina Großauer größten Wert auf gesunde und biologische Ernährung und so war der Schritt zum Brotbackofen und eigenem Verarbeitungsraum ein logischer. Das köstliche Sauerteigbrot (ohne Hefezusatz) sowie die hofeigenen Eier verkaufte die Mutter zweiter Kinder anfangs auf Bauernmärkten bzw. in Hofläden, mittlerweile kommen die Kunden aber zu ihr auf den Vorderlangerhof.
Die Geburt ihres jüngeren Sohnes Matthias war schließlich der Zündstoff für ihr neues und einzigartiges Projekt. Christina überlegte, wie man überraschende Besuche zum Nachmittagskaffee mit einer Mehlspeise verblüffen konnte - nämlich mit einem haltbaren Kuchen im Glas!!
Der Geistesblitz wurde umgehend in die Tat umgesetzt und mittlerweile gibt es Kuchen im Glas in allen Variationen und Geschmacksrichtungen - versehen mit zauberhaften Etiketten einer ebenso kreativen Cousine, die als Grafikerin für den visuellen Auftritt zeichnet.
Weil derartige Talente genützt und gefördert werden müssen, war es nicht wirklich schwer, Christina für einen neuen Auftrag zu gewinnen - im Gegenteil - die Hobby-Bäckerin war sofort Feuer und Flamme und machte sich sogleich ans Werk....und der "Pinzgauer-cake" war geboren!!!!
Schließlich sind die ausschlaggebenden Zutaten ja nur ein paar Kilometer entfernt - und zwar am Bio-Losbichlhof, wo Kathrin und Johannes Schörkhuber am Sonnberg in Laussa ihren Betrieb bewirtschaften und somit als Lieferanten von bester BIO-Pinzgauermilch und -butter dienen.
Wenngleich wir vor ein paar Monaten schon in den Genuss einer Exkursion zum Losbichlhof kamen, ist der Rundgang vom Kuhstall über Geflügelgehege, Schweineparadies bis zum Seminarraum immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Mit Worten ist der für Laien kaum überschaubare Betrieb nicht zu beschreiben, umso erstaunlicher sind das spürbare Gefühl und die Liebe, mit der das Arbeiten im Kreislauf mit der Natur bewältigt wird.
Beeindruckend sind vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich der Losbichlhof quasi neu formiert hat - schließlich wandelte sich der ehemalige Fleischrinder-Zuchtbetrieb (ursprünglich hielt der Betrieb ca. 100 Stück Blonde d'Aquitaine) im letzten Jahr auf einen Pinzgauer-Milchkuhbetrieb mit mittlerweile 31 Milchkühen samt Zuchtstier LOIS (Luchs x Reif, Z:Manfred Egger, Obererlach, Gries/Pzg.) sowie sämtlicher Nachzucht.
Ganz selbstverständlich lebt und trägt die Großfamilie (Kathrin u. Johannes haben vier Töchter im Alter von 5 bis 12 Jahren, ebenfalls leben die Eltern am Hof) die Philosophie ihres Unternehmens - so kennen die Mädchen alle Kühe beim Namen und sind in die Arbeit im Stall bis zu den Seminaren von "Schule am Bauernhof" voll eingebunden. (und finden nebenbei noch Zeit und Phantasie zum Vorbereiten eines Gästezimmers :-)
Wenn man schon in Laussa ist, muss der Weg auch zum Plattenberg führen - hier findet man bekanntlich nicht nur die stattliche Pinzgauer-Herde von Hermann Schörkhuber, Jagerbauer, sondern auch einen Tomatenhain von beeindruckender Schönheit. Knapp 30 Tomatensorten aller Farben und Formen liefern den Sommer über 1.000 kg feinste BIO-Tomaten, welche von den Kunden geschätzt und mit Vorliebe gekauft werden. Neben (und immer öfter inmitten) den Tomaten scharren Freilandhühner nach wertvollen Leckerbissen und darüber hinaus wachsen an Gemäuern und Drahtspalieren köstliche Trauben, Himbeeren und natürlich alle üblichen Obst- und Gemüsesorten.
Die Liebe zum Arbeiten mit und in der Natur ist Hermann förmlich anzusehen - beim Gang zu seinen 32 Pinzgauer-Kühen samt Zuchtstier MIGUEL (Mungo x Rist, Z:Michael Mitterlechner, St. Johann/Pg.) bis zum Anblick seines bunten Tomatentellers - der respektvolle Umgang mit der Schöpfung ist hier einfach zu spüren und in den Früchten allemal zu schmecken!
Somit ist es ein großes Geschenk, in den Genuss solcher Früchte kommen zu dürfen - wir sagen DANKE für all die wertvollen LEBENS-Mittel, die wir aus diesem besonderen Teil Oberösterreichs mitnehmen durften - besonders aber für die gemeinsam verbrachte Zeit, die eine unvergessliche ist - danke dafür!
Christina Sendlhofer






