Pinzgauer Almwanderung
Eindrucksvolle Almwirtschaft im Hollersbachtal!
Viel Begeisterung versprühte der Pinzgauer Almwandertag, der mehr als 500 Menschen am Sonntag ins Hollersbachtal lockte. Ziel waren drei Almen von Pinzgauer Zuchtbetrieben, die eindrucksvoll ihren Fleiß und die Liebe zur Almwirtschaft spiegelten.
Entlang des schön gestalteten Bachlehrweges führten Sepp Astl und Rupert Nindl die interessierten Wanderer zur Ottacheralm, welche erstes Ziel des Almtages war.
Nach einem feierlichen Gottesdienst von Dechant Mag. Tobias Giglmayr, eröffnete Anton Scharler in seiner Begrüßung den Pinzgauer Almtag und zeigte sich ob des Besucheransturms höchst erfreut. Der Altbauer vom Ottachgut stellte das Hollersbachtal vor, das aufgrund seiner enormen Ausdehnung und der überdurchschnittlichen Futterqualität sehr intensiv genützt werden kann. So wird das Hollersbachtal während des Sommers von über 900 Rinder, 300 Schafen, 200 Ziegen und 10 Pferden beweidet. Von den acht Grundalmen werden sechs mit Milchkühen bestoßen, die Abholung der Milch erfolgt mittels Molkerei-Tankwagen.
Die Betreuung der 40 hochqualitativen Milchkühe des Ottachers obliegt den beiden Studentinnen Sarah und Sophia, welche allerdings bei der Melkarbeit vom Junior- oder Seniorchef unterstützt werden.
Allein der Talschluss bietet 1.070 ha und wird in Form einer Agrargemeinschaft von 8 Bauern bzw. 192 Kuhgräser zur Sömmerung der Kalbinnen genutzt. Die mehrfachen Verzweigungen des Tales bieten zudem riesige Hochalmen, wo wiederum das Jungvieh bzw. die Schafe und Ziegen genügend Platz zur Beweidung finden.
Dank der immensen Wassermengen, welche von den Gletschern rund um den Kratzenbergsee ins Tal führen, ist auch die Stromversorgung mittels kleiner Wasserkraftwerke gesichert.
Nach der kulinarischen Stärkung, welche vom Mittersiller Zuchtverein unter der Leitung von Obmann Andreas Steger in gewohnt perfekten Manier organisiert wurde, marschierten die interessierten Wanderer taleinwärts zum nächsten Programmpunkt - zur Sauersteinalm, welche im Besitz von Matthias Blaickner, Einödbauer in Mittersill steht.
Nach dem Inspizieren der typvollen Pinzgauer- Herde lud Jungbäuerin Katharina in die urige Hütte, welche bereits seit Hunderten Jahren Unterschlupf für Mensch und Tier bietet. Mit sehr viel Ehrlichkeit und Freude vermittelten Katharina und Matthias Blaickner ihre Liebe zum Bauersein - schließlich wechselte die Alm, die 34 Jahre im Pacht der Familie war, durch ein Erbe des Großonkels vor zwei Jahren wieder zum Hof.
Die Nähe zum Hof ermöglicht Matthias das tägliche Pendeln, sodass die Arbeiten sowohl am Einödhof als auch auf der Alm parallel erledigt werden können.
Nach einer netten Einladung zu Kaffee und selbstgebackenen Schaumröllchen wartete noch der gegenüberliegende Almbetrieb auf seine Besucher – die Scharreralm von Angela und Georg Kaltenhauser, welche sich in malerischem Ambiente präsentiert und ebenso mit einer sehr ansprechenden Pinzgauer-Herde punkten kann.
Neben der Gästebeherbergung wird am Scharrerhof in Hollersbach gerade eifrigst am Laufstallbau gewerkt, während der Almbetrieb von einem bayerischen Ehepaar zur besten Zufriedenheit erledigt wird.
Die letzte Einkehr im Verpflegungszelt gewährte neben der Gemütlichkeit noch ein schützendes Dach über dem Kopf, schließlich durfte der momentan tägliche „Regengruß" nicht fehlen…
Da dieser allerdings nur von kurzer Dauer war, war uns auch noch ein wunderschöner Abstieg zurück über den Bachlehrweg gegönnt. Das Hollersbachtal zeigte sich somit von seiner freundlichsten Seite und wird vielen noch lange in Erinnerung sein – als ein Tal, das aufgrund von vielen fleißigen Menschen und den Bemühungen des Nationalparks Hohe Tauern als unbedingt sehens- und besuchenswert gilt!
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei all jenen, die zum Gelingen dieses erlebnisreichen Tages beigetragen haben – den drei Züchterfamilien Scharler, Blaickner und Kaltenhauser, dem Zuchtverein Mittersill-Hollersbach, Hr. Dechant Giglmayr, den Musikanten und allen, die mit ihrem Dabeisein für den stimmigen Almtag gesorgt haben!
Den Almbauern wünschen wir noch einen gesunden und gedeihlichen Almsommer und allen Wanderern noch viele schöne Begegnungen in unserer so herrlichen Berg- und Almenwelt!
Christina Sendlhofer







