Pinzgauer Almwanderung 2016 - ein traumhafter Sonntag auf der Piffalm!
Wunderschöner Almtag im Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern an der Großglockner-Hochalpenstraße!
Schönstes Sommerwetter, ein grandioses Bergpanorama und eine perfekte Organisation ließen den Pinzgauer Almwandertag 2016 zu einem wahren Erlebnis werden!
In einer wirtschaftlich schlechten Zeit wurde 1924 der Piffhof in Bruck mit dazugehöriger Alm vom Land Salzburg gekauft. Der dazugehörige Gasthof wurde sogleich als Schule adaptiert und noch im November 1924 mit der Ausbildung der bäuerlichen Jugend begonnen. Wie erfolgreich sich das Modell dieses Schulbetriebes entwickelt hat, belegen einerseits die modernen Lehrwerkstätten und Schulgebäude im Zentrum von Bruck und andererseits der jährliche Andrang von Schülerinnen und Schülern, die eine praktisch fundierte Ausbildung in den Landwirtschaftlichen Fachschulen anstreben.
Die Piffalm, im Gebiet der Großglocknerstraße in Fusch, erstreckt sich auf einer Höhe zwischen 1.200 und 2.600 m Seehöhe. Von der insgesamten Fläche von 633 befinden sich 450 ha im Sonderschutzgebiet des Nationalparks Hohe Tauern.
ARGE-Obmann Christian Dullnigg, als Direktor der LFS Bruck auch Hausherr, freute sich über die große und internationale Teilnehmerschar, die der Einladung ins Gebiet des Großglockners folgten. In kleinen Gruppen, geführt von Lehrern der LFS Bruck, erfuhren die Wanderer interessante Details über die Bewirtschaftung der Piffalm sowie dem gegenüberliegenden weitläufigen Käfertal und konnten zugleich das imposante Panorama der Glocknergruppe genießen.
Beim Abstieg zur Grundalm waren pünktlich zur Mittagszeit herrliche Grillgerüche zu vernehmen und zugleich war auch ein akustischer Genuss zu hören - die "Sumpfpitzinga", eine fünfköpfige junge Musikantentruppe, welche mit flotten Tönen für einen stimmigen Almtag sorgte.
Dem Motto des Tages wurde auch die Kulinarik mehr als gerecht - die Crew der Landwirtschaftsschule sorgte mit köstlichen Almburgern, Bratwürstln bzw. einem Grillteller vom Pinzgauer Jungrind für Begeisterung und Wohlgefühl bei der hungrigen Wanderschar.
Den offiziellen Teil eröffnete Fachlehrerin Maria Dullnigg mit einer schönen Segnungsfeier. "Inmitten dieser wunderbaren Schöpfung, in der wir uns befinden, sollen wir den Einen nicht vergessen, der über allem und jedem steht", mahnte die berufene Religionslehrerin und verwies auf das Thema des Evangeliums - "Wer ist mein Nächster?", das uns an einen barmherzigen und liebevollen Umgang mit unseren Mitmenschen erinnern soll.
Die Vorstellung der Alm oblag Sennerin Martina Mühlbauer, die bereits den dritten Sommer auf der Piffalm ihren Dienst versieht und neben den 32 Kühen auch sämtliches Jungvieh betreut. Um eine möglichst intensive und effiziente Almwirtschaft zu gewähren, werden wird jeweils Tag- und Nachtweide vorgelegt, aufgrund der vielfachen Durchschneidung der Weideflächen durch die Glocknerstraße absolut kein leichtes Unterfangen.
Neben dem gesamten Rinderbestand übersiedelt sämtlicher "Piffgut-Tiergarten" auf die Alm - beginnend bei der Hühnerschar, den Bienenvölkern bis zu den 50 Alpinen Steinschafen, welche die Hochterrasse der Piffalm beleben. Einzig Muttersau Clara mit ihren 13 Ferkeln hält die Stellung im Tal, sie verbringt den Sommer im Piffgut-Stall in Bruck.
Besondere Aufmerksamkeit wird seit einigen Jahren der Weidepflege durch Ziegen geschenkt.
"War die 4ha große Fläche anfangs noch von 80% Heidelbeer- und Almrosengebüsch beherrscht, so können wir heute auf 80% Almweidefläche verweisen", erklärte Fachlehrer Franz Eder. Insgesamt 50 Tauernschecken-Ziegen verbringen den Sommer auf gut eingezäunten Flächen und verrichten einen unverzichtbaren Schwendeinsatz.
Bei gemütlicher Stimmung und bester Verpflegung genossen die vielen Almgeher einen unvergesslichen Tag, bevor es wieder hieß, Abschied zu nehmen - von einer Gemeinschaft, die vom fröhlichen Miteinander, der Liebe zum Pinzgauer Rind sowie der Schönheit unserer Schöpfung geprägt war!
Das großartige Gelingen dieses Almwandertages ist neben dem grandiosen Wetter vor allem der perfekten Organisation geschuldet. Dafür gilt es DANKE zu sagen - allen freiwilligen Helferinnen und Helfern der Landwirtschaftlichen Fachschulen Bruck mit den verantwortlichen Direktoren Christian Dullnigg und Ulrike Winding!
Christina Sendlhofer
