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Pinzgauer Almwanderung 2019

Qualitätsvolle Fleischrinder des Windbachers!
Qualitätsvolle Fleischrinder des Windbachers!
Begnadet in ihrem Tun - Pfarrer Gerhard Krömer
Begnadet in ihrem Tun - Pfarrer Gerhard Krömer
und Herwig und Gisela Hutegger!
und Herwig und Gisela Hutegger!
Verewigt im neuen Almgebäude - Herwigs Handwerkskunst!
Verewigt im neuen Almgebäude - Herwigs Handwerkskunst!
Der Stolz vom Junior Simon - die Tauernschecken!
Der Stolz vom Junior Simon - die Tauernschecken!
Wusste zu begeistern - die Roßfeldmusi!
Wusste zu begeistern - die Roßfeldmusi!
Gemeinsam Großes geleistet - Familie Hutegger mit ihrem Netzwerk!
Gemeinsam Großes geleistet - Familie Hutegger mit ihrem Netzwerk!

Stimmungsvoller Sonntag auf der Judenalm im steirischen Ennstal!

Dass das Gelingen eines Tages nicht ausschließlich vom Wetter abhängig ist, brachte der Pinzgauer-Almwandertag am ersten Julisonntag 2019 auf der Judenalm im steirischen Sattental ganz klar zum Ausdruck.

Zeigte sich der Himmel beim Eintreffen im Sattental noch von seiner freundlichen Seite, verdunkelte sich dieser zusehends und Mitte des Weges sorgten Regen- und Graupelschauer für eilende Schritte Richtung Judenalm, die aufgrund ihres noch sehr jungen Daseins schon vom Tal entgegenleuchtete.
Nach einer ersten Stärkung lichteten sich die Wolken punktgenau und der evangelische Pfarrer von Schladming, Gerhard Krömer nutzte die angenehme Mittagssonne für einen ergreifenden Wortgottesdienst.
Der begnadete Seelsorger, der aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten wahrlich zu fesseln vermochte, lud die Mitfeiernden auf ein Leben mit Jesus ein, weil wir das Kreuz brauchen, um uns daran festzuhalten und unserem Leben Sinn und Richtung geben zu können.

ALMVORSTELLUNG JUDENALM
Vor dem nächsten Regenguss versuchte Almbauer Herwig Hutegger im Eiltempo die Eckdaten der 128 ha großen Judenalm, welche sich von 1.450 bis 2.350 m Seehöhe erstreckt, zu umschreiben.
2006 wurde die Judenalm in Pruggern von Herwigs Schwiegereltern gekauft und nachdem die Almflächen lange Zeit weder erschlossen noch bewirtschaftet waren, wartete jede Menge Arbeit auf die fleißige Bauersfamilie. Noch im selben Jahr wurde im Herbst ein Weg gebaut und die nötigsten Schwend- und Einzäunungsarbeiten erledigt, sodass die Alm den folgenden Sommer schon mit Wiederkäuern bestoßen werden konnte.

Herwig Hutegger versäumte es nicht, den zuständigen Alminspektor Franz Bergler zu erwähnen - war er es schließlich, der das Almprojekt von der ersten Stunde an mit voller Kraft unterstützte und dank seines unbürokratischen Handelns die Weichen für die nunmehr vorbildliche Bewirtschaftung gestellt hat!

Die insgesamt 55 ha große Weidefläche bietet von Mitte Juni bis Mitte September Auslangen für 14 GVE Rinder, welche im heurigen Jahr zwölf Pinzgauer-Mutterkühe des Windbachers besetzen sowie zehn GVE für die kleinen Wiederkäuer, die den Tauernschecken von Junior Simon sowie einigen geliehenen Blobe-Ziegen und Schafen vorbehalten sind.
2017 folgte mit der Verwirklichung der beiden schönen Holzgebäude das vorläufig letzte "Almprojekt" und neben der Ziegenbehausung bietet die Almhütte vorrangig der Familie einen beliebten Rückzugsort und manchmal bestimmt auch Bleibe für die beiden Hausherrn Herwig und Simon, die sich als leidenschaftliche Jäger auch um das Gleichgewicht des Wildbestandes auf der Judenalm bemühen!

WINDBACHERHOF
Herwig und Gisela Hutegger, deren ganzer Stolz ihre Heimat, der Windbacherhof in Rohrmoos-Untertal ist, haben sich mit größter Leidenschaft, enormen Fleiß und viel Weitblick um die erfolgreiche Entwicklung ihrer Lebens- und Wirtschaftsphilosophie mit verschiedenen Standbeinen bemüht.

Als einer der ersten Mitglieder trat der Betrieb bereits 1989 dem BIO-Verein Ennstal bei und entschied sich 2005 beim Neubau des Stalles zur Extensivierung und Umstellung auf Mutterkuhhaltung.
Synergien bestmöglichst zu nutzen, kommt in der "Drittelung" des Zuchtstieres zu tragen, indem der gemeinsam mit zwei weiteren Züchterkollegen angekaufte Herdenchef drei verschiedene Wirkungsstätten erhält.

Die Nachkommen der meist um die 18 Pinzgauer-Mutterkühe des Windbachers werden größtenteils über die EZG Salzburger Rind vermarktet und gehen in die Produktion von HIPP-Babynahrung oder zu Tauernlamm. Die weibliche Nachzucht wird zur Remontierung genutzt, überzähliges Jungvieh zur Zucht weiterverkauft.
Ein weiterer Teil der Herde dient der eigenen Veredlung zu qualitativem Rindfleisch, welches Grundlage der kulinarischen Genüsse für die im Winter geöffnete Windbacherstube liefert und aufgrund ihrer Gemütlichkeit von Einheimischen und Touristen gleichermaßen gerne angesteuert wird!

Widmet sich Herwig im Winter zusammen mit Gattin Gisela der Bewirtung der Gäste, so macht er sich in der verbleibenden Zeit seine Fähigkeiten als begnadeter Holzkünstler zunutze. Sein Talent der Holzveredelung wird nicht nur im neuen Almgebäude sichtbar, auch so manches gezimmerte Bauwerk in Schladming und Umgebung trägt unverkennbar die Handschrift des Zimmermeisters!
Ganz in den Fußstapfen der Eltern scheinen die Kinder Magdalena und Simon unterwegs zu sein - während Simon gleich wie sein Vater das Zimmererhandwerk ausübt, lernt Magdalena in einem bekannten Hotel in Rohrmoos den Doppelberuf Rezeptionistin/Kellnerin. Ergänzt wird das starke Miteinander der Familie noch durch Oma Johanna, die sich überall dort einbringt, wo gerade Not am Mann bzw. an der Frau ist!

KULINARIK
Die Hütte, welche normalerweise nur privat genutzt wird, verwandelte sich am Sonntag kurzerhand in eine gastliche Stätte, wo sich mit viel Herzlichkeit um das Wohl der großen Wanderschar gekümmert wurde. Ein köstliches Ragout vom Pinzgauerstier, gebratener Schweinebauch und hausgemachte Mehlspeisen sorgten für Wohlgefühl und dank der harmonischen Klänge der Roßfeldmusi gestaltete sich der gemeinschaftliche Tag zu einem stimmigen Beisammensein unter Gleichgesinnten und Freunden!

Je später der Tag, umso schöner zeigte sich auch das Wetter und nach einem herzlichen Abschiednehmen war man sich einig, dass es sich um einen ganz besonders lohnenden Sonntag gehandelt hat - an dem sicht- und spürbar wurde, dass das Wetter für das Gelingen eines Tages nicht immer entscheidend ist.
Es sind vielmehr die schönen Begegnungen, die es wert sind, sich auf den Weg zu machen um gestärkt wieder nach Hause zu gehen - danke allen Wanderern, die sich vom Wetterbericht nicht irritieren ließen und schlussendlich einen wunderbaren Almtag erleben durften!

Der größte Dank gebührt aber Familie Hutegger, die gemeinsam mit ihrem familiären Netzwerk alles Mögliche getan hat, um uns einen Feiertag in ihrem kleinen, feinen Almparadies zu bereiten - Vergelt's Gott dafür!

Christina Sendlhofer

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