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Pinzgauer-Enthusiasmus im bayerischen Allgäu!

Seit knapp fünf Jahren leben am Hof von Johann Mayr in Ronsberg auch Pinzgauer!
Seit knapp fünf Jahren leben am Hof von Johann Mayr in Ronsberg auch Pinzgauer!
Die erste, die im September 2016 Einzug nahm und sich mehr als nur bewiesen hat! Rubin (V.Loris) in der 5. Laktation!
Die erste, die im September 2016 Einzug nahm und sich mehr als nur bewiesen hat! Rubin (V.Loris) in der 5. Laktation!
Auch eine tolle Erscheinung! Somat (V.Streich, aktuell in der 5.LA) stammt aus dem Züchterstall Alois Andexer, Untergstatt in Großarl.
Auch eine tolle Erscheinung! Somat (V.Streich, aktuell in der 5.LA) stammt aus dem Züchterstall Alois Andexer, Untergstatt in Großarl.
Der tägliche Arbeitsplatz der Kühe!
Der tägliche Arbeitsplatz der Kühe!
Und natürlich dürfen sie auch ins Freie!
Und natürlich dürfen sie auch ins Freie!

Von der Pinzgauer-Liebhaberei zur -Spinnerei ;) - am Hof von Hans Mayr werden's immer mehr!

Zufriedenstellende Verkaufserlöse sind für unsere Bauern nicht nur Einkommen und Existenzgrundlage, sondern im Besonderen auch Bestätigung für die tägliche, oft mühevolle Arbeit. Schlussendlich braucht es neben besten genetischen Voraussetzungen aber viel züchterisches Gespür und Können, eine Milchkuh versteigerungsfit zu machen und im besten Fall noch erfolgreich zu vermarkten!

So schön ein Verkaufserfolg sein mag, so groß ist das Anliegen eines jeden Züchters, dass auch der "nächste Platz" ein guter sei und sich die Kühe in ihren neuen Herden bestmöglich integrieren und für Zufriedenheit der neuen Besitzer sorgen.

Besonders groß ist die Freude, wenn uns nach einer Versteigerung Zeilen wie folgende erreichen: 
"Hallo liebes Pinzgauerteam in Maishofen. Habe bei der letzten Versteigerung in Maishofen eine wunderschöne Pinzgauer-Jungkuh (Kat.Nr. 29 von Andreas Reiter, Ginzen, Niedernsill) mittels Kaufauftrag von Josef Gallenmiller, Wald (im Allgäu, Deutschland) ersteigern lassen. Einfach wunderbar!
Im Laufstall stehen 65 Kühe, von denen sind 16 Pinzgauer, wobei 15 vom Zuchtverband in Maishofen stammen. Vielleicht werden es noch mehr. 
Schöne Grüße aus dem Allgäu, Hans Mayr"


Der schriftlichen Antwort an Hans Mayr folgte ein Anruf im bayerischen Allgäu, der sich erwartungsgemäß höchst interessant und unterhaltsam gestaltete. Mit großer Freude erzählte der "totale Kuhmensch" (als welcher sich Hans Mayr bezeichnet!) vom Zentralen Landwirtschaftsfest in Bayern 2008, wo er das erste Mal mit der Pinzgauerrasse liebäugelte und ihn die Besonderheit dieser Kühe von da an nicht mehr losließ.

Im Oktober 2016 war es dann endlich soweit - die erste Pinzgauer x RF-Jungkuh Rubin (V. Loris, 31,6%RF, Z.Gabriel Riedlsperger, Vorderronach, Saalbach) fand am Hof von Familie Mayr in Ronsberg/Allgäu ihr neues Zuhause und bezog kurz vor Weihnachten mit ihren Kolleginnen den neuen Laufstall.
Zu seiner ersten Pinzgauerin scheint der passionierte Milchviehbauer eine besondere Beziehung zu haben - Mayr spricht von seiner Lieblingskuh, die in der 3. Laktation die 10.000 kg-Schwelle überschritten hat und aktuell in der 5. Laktation mit 43 kg Tagesmilch überzeugt. Dem ersten Kauf folgten 15 weitere, sodass der Pinzgauer-Bestand mit der jüngst erworbenen Jungkuh an der "Viertellinie" kratzt und Aussicht auf weiteres Wachstum verspricht...;)

Der mittelintensive, ausschließliche Grünlandbetrieb, der insgesamt 39 ha bewirtschaftet (1,5 ha Weide steht den trockenstehenden Kühen zur Verfügung) setzt aber nicht unbedingt auf Höchstleistungen, sondern auf maximale Grundfutterverwertung und Weidegang von April bis Ende Mai bzw. Ende August bis Ende Oktober.
Gefüttert wird im Winter Grassilage (1. und 3./4. Schnitt), Heu und Grummet (2./3. Schnitt), Häckselstroh und zugekaufter Silomais sowie je nach Milchleistung rationiertes Kraftfutter über die Station. Im Sommer wird ergänzend zum Weidegang Grassilage, Heu und Stroh vorgelegt. Gemolken wird in einem Doppel-Vierer-AutoTandem-Melkstand, die Durchschnittsleistung liegt bei den Fleckviehkühen bei 7.676 kg Milch - 4,07 % Fett - 3,48 % Eiweiß, die Pinzgauerkühe überzeugen mit einem Durchschnitt von 7.729 kg Milch - 3,84 % Fett - 3,38 % Eiweiß.

Dass es sich hier um ein ausgezeichnetes Betriebsmanagement handelt, beweisen die Kühe anhand ihrer Lebensdauer, welche sich in bester Gesundheit, Fruchtbarkeit und guten Fundamenten spiegelt. 
Belegt wird dies anhand der durchschnittlichen Herdenkennzahlen bei einer Zwischenkalbezeit von 367 Tagen, einem Alter von 6,2 Jahren und 28.000 kg Lebensleistung! 

"Meine Pinzgauer-Liebhaberei hat sich zu einer Pinzgauer-Spinnerei entwickelt", lachte Hans Mayr im Gespräch und betonte den besonderen Charakter dieser Rasse.
"Wenn ich den Laufstall betrete, habe ich sogleich eine "Pinzgauer-Traube" hinter mir, sie suchen stets den Kontakt und sind nicht nur wunderschön, sondern passen auch zu uns", erzählte der berufene Bauer.

Während mit den Fleckviehkühen immer ein Sprungstier mitläuft, werden sämtliche Pinzgauerkühe mit "Greifenberger Genetik - Rekord, Rausch, Germanus, Fendrich...." besamt. Und weil Mayr selber keinerlei Nachzucht aufzieht, wird diese zur Mast bzw. Zucht weiterverkauft. Bei den Pinzgauern ist weiblicher Nachwuchs quasi immer vorab "schon verstellt". "Sollten die drei noch ausständigen Kälber weiblich sein, habe ich für jedes schon einen eigenen Abnehmer", schwärmte der Allgäuer Züchter. Neugierig ist Hans Mayr auf die erste "Rekord-Tochter," die am Aufzuchtbetrieb steht, bereits belegt ist und somit mit großer Erwartung der ersten Kalbung entgegengesehen wird. (von ausgewählten Kühen werden die weiblichen Nachkommen an zwei Aufzüchter verkauft und als Jungkühe wieder zurückgekauft)

Die Nachfrage nach qualitativen Pinzgauerrindern ist im Allgäu also eine entsprechend große und wir freuen uns, mit Hans Mayr nicht nur einen passionierten Milchviehzüchter in dieser Ecke zu haben, sondern auch einen exzellenten Botschafter für unsere Rasse! Und wenn wir auch hoffen, dass sich der Anteil der Kastanienbraunen am Hof der Mayrs kontinuierlich vergrößert, so wünschen wir in erster Linie, dass sie sich bewähren und für viel Freude und Erfolg bei der täglichen Stallarbeit sorgen!

Christina Sendlhofer 

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