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Pinzgauer Herbststiermarkt

Erstellt von Christina Sendlhofer

Ja, natürlich Pinzgauer!!!

Eingeleitet wurde der Höhepunkt des Jahres mit der 60. Pinzgauer Züchtertagung in der Versteigerungshalle in Maishofen.
ARGE-Obmann Ing. Christian Dullnigg freute sich in seiner Begrüßung über das enorme Interesse von Seiten der Pinzgauer Züchterfamilien und Ehrengästen, die der Einladung nach Maishofen gefolgt waren.
Dullnigg sprach von einem "Juwel", das es zu erhalten und weiter zu züchten gilt - mit einem zukunftorientiertem Team ohne jeglicher Profilierungssucht und einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den ZüchterInnen werde es gelingen, kommende Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, so der Obmann.

Dass nur konsequente und straffe Maßnahmen Erfolge bringen, brachte RZV-GF Ing. Bruno Deutinger in seinen Ausführungen näher. Das von ihm erarbeitete neue Pinzgauer Zuchtprogramm sieht vor, jedes Jahr 10-14 selektierte Teststierkandidaten aus gezielten Anpaarungen (50 Stiermütter x geprüfte Vatertiere) bei der Versteigerung anzubieten. Diese Stiere stehen den bäuerlichen Käufern zur Verfügung und werden spätestens nach einem halben Jahr in Birkenberg abgesamt. Als Entschädigung erhalten die Bauern hierfür 25 % des Nettokaufpreises, max. € 1.000.

Deutinger appellierte an die ZüchterInnen, mit aller Konsequenz am Zuchtprogramm mitzuarbeiten, da nur eine breite Varianz an Stieren und gezielte Maßnahmen einen steten Fortschritt garantieren.
Den theoretischen Erklärungen folgten die praktischen - die ersten drei selektierten Teststierkandidaten wurden in die Halle gebeten und von Bruno Deutinger vorgestellt und kommentiert.

Kat. Nr. 9 - RAMOR, ein Rat-Sohn aus der Tobi-Tochter Laura (Gesamtsiegerin bei der letzten Verbandsrinderschau 2005, V:Tobi)
Ramor verkörpert den Milchtyp und zeigt ein großes Entwicklungspotenzial
Züchter: Josef Höttl, Obermühl, Mittersill

Kat.Nr. 10 - KANDIS, ein Kant-Sohn aus einer Martenko-Tochter. Entscheidend für die Auswahl die enorme Leistungsbereitschaft der Mutter, die den gut entwickelten Jungstier sehr interessant macht.
Züchter: Johanna u. Josef Riepler, Jandl, Wagrain

Kat.Nr. 11 - RAMA, ein weiterer Rat-Sohn aus einer Marlo-Tochter. Der enorm entwickelte Stier verkörpert den Doppelnutzungstyp und ist somit ein Signal für breite züchterische Varianz.
Züchter: Maria u. Willi Winkler, Oberhof, Goldegg

Nach der interessanten "Teststierpräsentation" folgte eine besondere Überraschung - der Auftritt der Erfolgsmarke "Ja! Natürlich", die seit ihrer Gründung auf die Rasse Pinzgauer als perfekten Werbeträger setzt.
In der gegründeten Kampagne "vielfaltleben" wurde von GF Mag. Martina Hörmer die Rasse Pinzgauer als einziger Vertreter aller Rinder gewählt.
Als wichtige Maßnahme zum Erhalt der Rasse wurde die Unterstützung des Pinzgauer Zuchtprogrammes beschlossen - Mag. Hörmer kündigte den Kauf eines Teststieres an, der keinen geringeren Paten als Sepp Forcher an seiner Seite haben sollte....

Dem Überraschungsauftritt von Ja! Natürlich folgte der Geschäftsbericht von DI Mathias Kinberger, der mit interessanten statistischen Auswertungen gespickt war. Sehr verständlich wurden hier die Stärken der Rasse veranschaulicht bzw. Ansätze für Verbesserungen aufgezeigt.
Die umfassende Präsentation von GF Kinberger war Beleg für ein äußerst aktives und arbeitsreiches Jahr, besonders geprägt vom immensen Einsatz der Pinzgauer JungzüchterInnen.
Schöne Impressionen übermittelte Mathias Kinberger von seinem Aufenthalt in Südafrika im Juli, auf Einladung vom Vizepräsidenten der Internationalen Pinzgauer Vereinigung, Tommie van Zyl. Kaum vorstellbar die Dimensionen des Schwarzen Kontinents - Fam. Zyl nennt mit der "ZZ2"-Farm 100.000 ha ihr eigen. Neben 10.000 Rindern (davon ca. 1.500 Pinzgauer) bildet die Gemüsezucht den Haupterwerb - auf 1.500 ha wächst 60 % des Tomatenbedarf Südafrikas auf Zyls Gemüseplantagen.
Nach dem "Kurztrip" nach Afrika standen die Ehrungen am Programm - auf der Liste drei Männer, die sich um die Pinzgauer redlich verdient machten.

An vorderster Stelle DI Günther Heim, dessen 10-jährige Obmannschaft im Mai zu Ende ging. Landesrat Sepp Eisl sprach in seiner Laudatio an Heim von einem Menschen, der es sich stets zur Aufgabe machte, für die Pinzgauer Rasse einzustehen und eigene Interessen hintanzustellen.
ZAR-Obmann Anton Wagner überreichte Günther Heim als Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz ein Ehrendiplom.
"Günther Heim ist ein Mensch, den man sich nur zum Freund machen kann", so der Obmann der Österreichischen Rinderzucht.
Zwei weitere verdiente Persönlichkeiten wurden mit schönen Urkunden ausgezeichnet - Johann Flatscher, Wimmerbauer in Unken, der in der Pinzgauer Zucht schon lange einen festen Platz einnimmt. In einer extremen Berglage im Unkener Gföll beheimatet, zeichnet Hans Flatscher sein enormes Engagement um den Zuchtfortschritt aus - besondere Verdienste erwarb sich der Wimmerbauer als Züchter des Spitzenvererbers LUCHS.
Alois Bodner, Huberbauer in Pfalzen/Südtirol der mit großem Engagement und Idealismus die Pinzgauer Zucht in Südtirol förderte und große züchterische Erfolge verbuchen konnte.
Beide Züchter haben ihre Betriebe bereits an ihre Söhne übergeben und sind nach wie vor im täglichen Stalleinsatz - die ARGE Pinzgauer gratuliert den Ausgezeichneten zu diesen vorbildlichen Leistungen und wünscht vor allem Gesundheit, um noch lange mit Freude am Zuchtgeschen teil haben zu können!

Nach einigen Feierstunden und einer mehr oder weniger lange dauerten Nacht machten sich die Stiere und ihre Züchter für den Auftritt bereit - in einer Halle, die zum Bersten voll war und tausende von Augen gespannt auf das Startzeichen warteten...

Der erste Teststierkandidat RAMOR von Josef Höttl, Obermühl in Mittersill eröffnete die Versteigerung und Ja! Natürlich GF Martina Hörmer ließ nicht mehr Hand von ihm - um € 3.640 steigerte der exklusive Handelspartner Ja! Natürlich den vielversprechenden Jungstier und setzte damit ein Zeichen zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Pinzgauer Rasse.
An der Hand von seinem Paten Sepp Forcher stand der gutmütige Jungstier geduldig den Fotografen zur Verfügung, bevor er an seine neue Heimat und Wirkungsstätte, die Landwirtschaftsschule nach Bruck, wechselte.
Den zweiten Kandidaten, KANDIS von Johanna u. Josef Riepler, Jandl in Wagrain ersteigerte die Stierhaltegemeinschaft Goldegg zum ordentlichen Preis von € 3.050, der dritte im Bunde, RAMA von Unterkirchner Maria, Dürnbach in Goldegg wechselte um € 2.920zu Manfred Breitfuß, Wolfzagl in Seekirchen. Den zweithöchsten Zuschlagpreis von € 3.560 erzielte der reinrassige Makler-Sohn MORIS aus einer Nusil-Tochter von Gottfried Schönbacher in Wenigzell/Stmk. Der bestentwickelte und tadellose Zuchtstier wurde von ÖR Ferdinand Oberhollenzer, Duxer in Krimml ersteigert. Insgesamt standen 41 Stiere im Angebot, davon 19 in Körklasse A, 21 in Körklasse B und ein Stier für die Fleischzucht mit Klasse IIb.
Sehr erfreulich die Preisgestaltung, der Durchschnittspreis aller verkauften Stiere (40) betrug € 1.821.

Bei den weiblichen Tieren präsentierte sich das Angebot gut durchschnittlich, bei einem guten Futterzustand zeigte sich die Qualität im Vergleich zu den vergangenen Märkten etwas besser.
Den Höchstpreis bei den Kühen in Milch <erzielte></erzielte>Preisklasse 1 gereihte Trademark-Tochter SONNE (69,7 % RF) von Paul Hettegger, Unterharbach in Großarl. Die schon sehr zur RF-Rasse tendierende Spitzenkuh mit besten Formen, exzellentem Euter und einer Milchleistung von 36 kg wurde von Hartmann Weger, Pfalzen für den Export nach Italien angekauft.
Die zweite in Preisklasse 1 gereihte Zweitkalbskuh ESTA (V:Melis, 12,2 % RF, 29 kg Milch) wanderte ebenfalls nach Südtirol aus (wahrscheinlich unterliegen sie dort der Schönheitskontrolle!) - Alois Bodner, Huber in Pfalzen führte den Kaufauftrag von Junior Peter aus und holte sich um € 1.800 die sehr edle Kuh von Gabriele Huber, Unterbrandstätt in Radstadt.
Weitere Spitzenpreise konnte der Anteil Nordtirol für sich beanspruchen - mit STELLA, einer schönen, leistungsbereiten (30 kg Milch, 43,4%RF, V:Göll) und schauerfahrenen Zweitkalbskuh (sie präsentierte sich beim Jungkuhchampionat im März) der LLA Weitau in St. Johann - sie erreichte den guten Preis von € 1.840 und wurde von Franz Kalleitner in Mondsee ersteigert.
€ 1.880 verdienten Klara u. Josef Kerer, Bruggbach, ebenso aus St. Johann/T. mit ihrer Fabian-Tochter MOARIN (12,3 % RF) - die ebenso sehr leistungsbereite Kuh (2. LA, 30 kg Milch, silofrei) wurde von Ernst Scharfetter, Specher in Flachau angekauft.

Bei den Jungkühen in Milch dominierte ebenfalls RF - die gescheckte, leistungsstarke 74,2%RF Classic-Red-Tochter BELLA (27 kg Milch) von der Caritas Körperschaft in Bruck/Glstr. erreichte € 1.900 und wechselte ebenfalls in den Ennspongau zu Franz Laubichler, Thurnhof in Flachau.

Bei den trächtigen Tieren sorgten zwei SESA-Töchter von Kunigunde u. Johann Hollaus, Stöckl in Niedernsill für Aufsehen und gute Preise - die auffallend schönen und edlen Kalbinnen wurden um € 1.540 sowie € 1.600 von Viehhändler Walter Klingler angekauft.
Auch die Pinzgauer Zuchtkälber konnten zu passablen Preisen verkauft werden - hier erreichten gleich zwei Zuchtbetriebe die Höchstpreise von € 600 - Anna Schröcker, Aubauer in Golling mit einem reinrassigen Kant-Kalb und Moser Josef, Törlstein in Mühlbach mit einem ebenfalls reinrassigen Ringo-Kalb.

Nachstehend die Durchschnittspreise:

Zuchtkälber: (18 aufgetrieben, 14 verkauft)
€ 440

Zuchtstiere: (41 aufgetrieben, 40 verkauft)
A: 2.406,32
B: 1.291,43

Kühe in Milch: (48 aufgetrieben, 42 verkauft)
I: 1.970
IIa: 1.465
IIb: 1.025,71
Nutzvieh: 1.560

Jungkühe in Milch: (21 aufgetrieben, 20 verkauft)
IIa: 1.268,57
IIb: 953,33
Nutzvieh: 803,33

Kühe trächtig: (5 aufgetrieben, 5 verkauft)
IIa: 1.400
IIb: 1.160

Kalbinnen trächtig: (7 aufgetrieben, 7 verkauft)
IIa: 1.406,67
IIb: 1.240

Wir wünschen allen neuen Besitzern viel Glück und Freude mit dem neuen Herdenbestand und laden zur "Jahresabschluss-Versteigerung" am Donnerstag, 17. Dezember herzlich ein!

Christina Sendlhofer</erzielte><//erzielte>

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