Pinzgauer Herbststiermarkt
Erfolgreicher Zuchtstierabsatz mit 8 ausgewählten Teststierkandidaten!
Voll gerecht wurde der Herbststiermarkt seiner Position, gilt er doch als jährlicher Höhepunkt der Vermarktungssaison. Geprägt von schier unglaublichem Interesse und extremer Züchterpräsenz verzeichnete die vorletzte Versteigerung im heurigen Jahr einen spannenden und guten Verlauf.
Traditioneller Auftakt für den Stiermarkt war die 61. Pinzgauer Züchtertagung, welche am Vorabend vom Obmann der ARGE Pinzgauer eröffnet wurde. Christian Dullnigg dankte allen ZüchterInnen, welche mit ihrer aktiven Mitarbeit die Rasse hoch halten und fördern, er bat um eine offene Diskussion und weiterhin gute Zusammenarbeit zwischen den Zuchtverbänden und Institutionen.
RZV-GF Bruno Deutinger stellte nach dem Geschäftsbericht von ARGE-GF Mathias Kinberger die selektierten Teststierkandidaten vor. Mit der Auswahl von acht interessanten Zuchtstieren wird versucht, eine möglichst breite Linienvielfalt zu gewähren und den Natursprung aktiv ins Zuchtprogramm einzubinden.
Dass es hier zukünftig noch großen Nachholbedarf gibt, mahnte Bruno Deutinger in seiner "Jahresbilanz" deutlich ein. "Ernüchternd sei die Auswertung der Anpaarungsempfehlungen, welche zeigt, dass nur ein Drittel der Züchter bereit ist, sich an gezielte Maßnahmen zu halten.
Es ist sehr schade und jeder weiß, welche Auswirkungen es hat, wenn die Hausaufgaben nicht gemacht werden...", so Deutinger.
Ausnahmen bestätigen die Regel - und die Ergebnisse davon standen schon bereit - jene acht ausgewählten Teststierkandidaten, die von ihren Züchtern in der Halle präsentiert und von Bruno Deutinger kommentiert wurden.
Erstmals wurde auch ein Stier mit einem RF-Anteil in die Auswahl genommen, Grund dafür war die interessante Kreuzung aus Biston und der exzellenten Maltustochter Siegerin, welche bei der August-Versteigerung den Höchstpreis bei den Pinzgauern erzielte. Daneben sieben reinrassige Stiere mit vielversprechender Genetik und ansprechendem Exterieur.
Den bestens entwickelten Teststierkandidaten folgte ein etwas unansehnliches "Tierchen" - Amtstierarzt Dr. Siegfried Fuchs gab zum Einstieg seines Referats "das Thema gleich zur Besichtigung in die Hand", schließlich handelte es sich um den Großen Leberegel, ein Parasit, von dem immerhin 70 % der heimischen Rinder befallen sind. Umso wichtiger ist eine gezielte Behandlung, welche bestenfalls im Herbst beim Einstallen und vor der Weideperiode im Frühjahr erfolgen sollte.
Eine wichtige Funktion hatte wiederum die Vertretung von Ja! Natürlichinne, welche die Förderung des Pinzgauer Zuchtprogrammes mit dem Ankauf eines Pinzgauer Stieres fort führt. Der Leiter des Qualitätsmanagements, Dr. Andreas Steidl betonte das Anliegen von Ja! Natürlich, die Pinzgauer Rasse weiterhin zu unterstützen. "Darüber hinaus gilt, es aber auch die Personen, welche mit dieser Rasse arbeiten, zu motivieren und zu fördern", so Steidl.
Der Vertreter des Handelskonzernes ließ diesen Worten sogleich Taten folgen und überreichte dem Obmann der Pinzgauer Jungzüchter eine funktionelle und attraktive Jacke, welche neben einer wunderschönen Pinzgauer Kuh das Logo von Ja!Natürlich als Partner der Pinzgauer ziert. (Der neue Werbeträger ist ab sofort im Büro der ARGE Pinzgauer zum Preis von € 50 erhältlich!).
Hannes Hofer bedankte sich für die tolle Zusammenarbeit mit Ja! Natürlich und hob die Wichtigkeit, derart exzellente Partner an seiner Seite zu haben, entsprechend hervor.
Von seiner sommerlichen Überseereise berichtete anschließend GF Kinberger, der als Vorbereitung für die Internationale Direktoriumssitzung im August 2011 einige Pinzgauer Zuchtgebiete in Kanada und Amerika besuchte. Die unendlichen Weiten dieses Kontinents, schöne Herden und romantische Landschaften stehen im Kontrast zu den amerikanischen Gepflogenheiten, welche manchem schier unvorstellbar erscheinen.
Vor dem Abschluss galt es auch heuer wieder, verdienten Persönlichkeiten eine Ehrung auszusprechen. Die erste galt dem Vorsitzenden des Rinderzuchtverbandes Traunstein, Franz Hasholzner, als Obmann eines Mehrrassenverbandes auch mit den Anliegen der Bayerischen Pinzgauer Züchter betraut. Franz Hasholzner betonte in seiner netten und humorvollen Art die gute Zusammenarbeit mit dem RZV Salzburg, die ihn mit seinem Kollegen Martin Innerhofer ja schon viele Jahre verbindet. "Wir kommen jedes Mal gerne nach Maishofen, schließlich fühlen wir uns hier doch wie daheim", so die Worte des Geehrten.
Die zweite Ehrung galt dem Südtiroler Züchter Franz Obermair, Obermair in St. Jakob/Ahrntal, welcher sich von 1975 bis 1981 im Pinzgauer Züchterausschuss verdient machte. Franz Obermair verbringt die Sommermonate schon lange in Salzburg, er bewirtschaftet mit großer Liebe und Leidenschaft mit seiner Familie und den "Hirterbuam" die Schachenalm im Krimmler Achental, wo noch traditionell über den Krimmler Tauern heimgefahren wird.
Nach dem offiziellen Teil galt es schließlich für viele, das internationale Beisammensein ein wenig zu feiern, um für das nächsttägige Event gerüstet zu sein...
Zum Bersten voll - so zeigte sich die Versteigerungshalle den Besuchern, Züchtern und Zuchtstieren, auf die alle Augen gerichtet waren - nach der Eröffnung von Landeshauptmannstellvertreter Dr. Wilfried Haslauer startete Hermann Hollaus die Versteigerung mit den Pinzgauer Zuchtstieren, beginnend mit den Teststierkandidaten, welche nachfolgend aufgelistet sind:
Kat.Nr. 2 BISMALT (BistonxMaltus; 39,7%RF) von Josef Volgger, Nusser, Weißbach
um€ 2.500 an Peter Vorderegger, Berger, Neukirchen
Kat.Nr.11 RITZL (RatxMartenko) von Andreas Riepler, Jandl, Wagrain
um€ 3.220 an Ja!Natürlich GmbH
Kat.Nr.13 ROCKY(RollxFamos) von Inge u. Josef Stock, Schnurrn, Bischofshofen
um€ 1.880 an Ehrentraud Blaickner, Prosing, Bramberg
Kat.Nr.24 LOIS (LordxGraf) von Maria und Konrad Haym, Untersulzberg, Radstadt
um€ 2.100 an Johann Ripper, Mittersterer, Hinterglemm
Kat.Nr.34 RITT (RingoxMartenko) von Andreas Riepler, Jandl,Wagrain
um€ 2.400 an Renate und Manfred Breitfuß, Wolfzagl, Seekirchen
Kat.Nr.42 FAUST (FalterxTitan) von Albin Sommerer, Steiner, Lend
um € 2.920 an Johann Pointner, Blahof, St.Veit/Pg.
Kat.Nr.43 STORM (StarxRattan) von Ferdinand Oberhollenzer, Obersöllhof, Krimml
um€ 3.760 an Bernhard Heugenhauser, Duxner, Saalfelden
Kat.Nr. 44 LAGO(LagroxMandarin) von Martin Innerhofer, Roaner, Saalfelden - nicht abgegeben
Die Qualität der insgesamt 48 zum Verkauf angebotenen Zuchtstiere (25 in Klasse A, 17 in Klasse B, 5 für Mutterkuhhaltung) war sehr ansprechend, sodass neben den selektierten Teststieren viele weitere Stiere ein Spitzengebot erreichen konnten.
Bei den Kühen erreichte den Höchstpreis von € 1.980 die leistungsbereite Kreuzungskuh MONI (V:Lichtblick, 55,3%RF,32 kg Milch) von Herta und Matthias Fleißner, Bründling in Goldegg. Die Zweitkalbskuh wurde von der Fa. Schwaninger für den Export nach Italien angekauft.
Den Höchstpreis bei den Zuchtkälbern teilten sich ein schwarzes und ein braunes Pinzgauer Kalb - beide wurden zum Preis von jeweils € 600 veräußert. Das schwarze, reinrassige MARMOR-Kalb von Elisabeth Wanger, Taubenstein in Neukirchen wurde von Elfriede Seiwald, Oberhausstatt in Erpfendorf/T. angekauft und die braune LURN-Nachzucht aus einer Mautner-Tochter von Peter Landmann, Oberlein in Kössen/Tirol wechselte in die Steiermark zu Udo Bayer in Leoben.
Nachstehend die Durchschnittspreise:
Zuchtkälber: (23 aufgetrieben, 22 verkauft)
459,09
Zuchtstiere: (59 aufgetrieben, 58 verkauft)
A: 2.420,00
B: 1.515,38
MKH: 1.186,67
Kühe in Milch: (42 aufgetrieben, 35 verkauft)
IIa: 1.453,03
IIb: 1.120,00
Nutzvieh: 950,00
Jungkühe in Milch: (32 aufgetrieben, 29 verkauft)
IIa: 1.264,00
IIb: 910,00
Kühe trächtig: (10 aufgetrieben, 7 verkauft)
IIa: 1.370,00
IIb: 930,00
Nutzvieh: 1.060,00
Kalbinnen trächtig: (8 aufgetrieben, 6 verkauft)
IIa: 1.133,33
IIb: 880,00
Allen neuen Besitzern wünschen wir viel Glück und Freude mit dem Neuzugang und freuen uns auf ein Wiedersehen bei der letzten Versteigerung im Jahr 2010 am 16. Dezember in Maishofen!
Christina Sendlhofer







