Pinzgauer Herbststiermarkt





Ein Freudentag für die Pinzgauer Zucht - Rekordpreise für Pinzgauer Stiere!
Dass der Pinzgauer Herbststiermarkt immer ein besonderer Tag im Viehmarktkalender ist, beweisen alleine schon die Menschenmassen, die Jahr für Jahr die Halle beinahe zum Bersten bringen. Komplettiert wurde dieser "besondere Tag" heuer mit höchst erfreulichen Preisen sowohl bei den qualitativen Zuchtstieren als auch bei den Kühen.
Eingeleitet wurde der jährliche Höhepunkt von einer sehr gelungenen Pinzgauer Züchtertagung am Vorabend, wo Bruno Deutinger traditionell die selektierten Teststierkandidaten dem Publikum vorstellte.
Sichtlich erfreut berichtete Deutinger anhand der Stiere von der positiven Entwicklung des Pinzgauer Zuchtprogrammes, welches sich in der guten Auswahl an Teststieren und somit einer Verbesserung der Linienvielfalt spiegelt.
Wie sich gezielte Zuchtarbeit zum Erfolg formieren kann, zeigte die Versteigerung - konnten die acht Teststierkandidaten einen Durchschnittspreis von € 3.527,50 verbuchen.
Die Teststierkandidaten wurden folgend verkauft:
Kat.Nr.2 - COSMOS (Classic Red x Maltus, 53,9%RF) von Matthäus Hochfilzer, Ginsberg, Going/Tirol
um € 1.860 zu Schnell Franz, Altenmarkt/Pg.
Kat.Nr.5 - FIEDLER (Fidelio x Macho) von Josef Volgger, Nusser, Weißbach
um € 5.420 zu Alexander Gensbichler, Perfeld, Hinterglemm
Kat.Nr.8 - SIMPLON (Strawanzer x Titan) von Hans-Peter Moser, Großschönberg, Goldegg
um € 4.080 zu Ja! Natürlich GmbH, Wiener Neudorf (steht in der LFS Bruck)
Kat.Nr.11 - FILL (Fidelio x Rat) von Eva Scharler, Löschenbrand, Mittersill
um € 3.000 zu Johannes Foidl-Bernsteiner, Schaumberg, Piesendorf
Kat.Nr.16 - KORMORAN (Kamper x Famos) von Anton Thurner, Oberhof, Wagrain
um € 4.000 zu Johann Höller, Entfeld, Thumersbach
Kat.Nr.17 - KANGO (Kamper x Rat) von Andreas Riepler, Jandl, Wagrain
um € 3.020 zu Ferdinand Oberhollenzer, Obersöllhof, Krimml
Kat.Nr.19 - MOOSBURG (Mungo x Roll) von Eva Scharler, Löschenbrand, Mittersill
um € 3.620 zu Johannes Gensbichler, Oberhaus, Maishofen
Kat.Nr.25 - LIRM (Luchs x Titan) von Albin Sommerer, Steiner, Lend
um € 3.220 zur Viehzuchtgenossenschaft Radenthein/Kärnten
Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Handelskonzern Rewe konnte mit dem Kauf von SIMPLON unterstrichen werden - der genetisch sehr interessante Zuchtstier aus dem Betrieb Moser, Großschönberg ist bereits der fünfte Stier, welcher von Ja!Natürlich angekauft wurde und in die LFS Bruck wechselte.
Von den 48 aufgetriebenen Stiere erreichten 23 Körklasse A, 23 Körklasse B, zwei weitere wurden für die Fleischzucht in Klasse IIB gereiht.
Beste Qualität verzeichnete auch die weibliche Kategorie - immerhin wurden sechs Kühe in Milch sowie eine Jungkuh in Preisklasse I gereiht.
Den Höchstpreis konnte die Zweitkalbskuh MUSTER (V.Lotus, 59,4%RF, 37 kg Milch) von Andreas Bernsteiner, Vögei in Piesendorf verbuchen. Die kapitale Kreuzungskuh mit bestem Euter wurde um € 2.720 von Peter Bodner, Huber in Pfalzen ersteigert.
Einen wahrenSpitzenpreis gab es auch bei den Zuchtkälbern zu vermelden - um stolze € 1.200 holte sich Josef Berger, Grub, Saalbach eine reinrassige, vielversprechende SCHELL x LUST-Nachzucht von Johann Weiß, Hundsalz in Flachau.
Die Durchschnittspreise:
Pinzgauer Zuchtkälber: (16 aufgetrieben, 15 verkauft)
626,67
Zuchtstiere: (49 aufgetrieben, 43 verkauft)
A: 2.670,00
B: 1.403,33
IIb: 1.500,00
Kühe in Milch: (32 aufgetrieben, 31 verkauft)
I: 2.298,33
IIa: 1.842,35
IIb: 1.293,33
Nutzvieh: 1.910,00
Jungkühe in Milch: (15 aufgetrieben, 14 verkauft)
I: 2.400,00
IIa: 1.714,55
IIb: 1.080,00
Kuh trächtig: (1 aufgetrieben und verkauft)
IIa: 1.180,00
Kalbinnen trächtig: (7 aufgetrieben und verkauft)
IIa: 1.565,00
IIb: 1.160,00
Neben der Stiervorstellung und dem üblichen Situationsbericht bereicherten zwei junge Pinzgauer-Züchter die heurige Züchtertagung mit interessanten und motivierenden Erfahrungsberichten.
Matthias Ploner, Tantscher in Lajen/Südtirol erzählte von seinen Neubeginn mit den Pinzgauern. Vor genau zwei Jahren vollendete der engagierte Jungbauer sein Projekt "Stallbau" und startete mit seinen ersten vier Pinzgauer-Kühen. Mittlerweile ist Matthias' Herde auf 16 Kühen mit Nachzucht angewachsen und bereitet dem überaus engagierten Landwirt enorm viel Freude. Ideal ist für den gelernten Bäcker die Zusammenarbeit in der Familie, betreibt diese im ehemaligen Stall mitten im Dorf Lajen eine erfolgreiche Metzgerei.
Gewonnenes Wissen und Erfahrung nützt Matthias aber nicht nur für sich selber, sondern bringt diese als Obmann auch in den Verein der Pinzgauer Jungüchter Südtirols ein.
"Der Erfolg bestätigt mich in meiner Arbeit" - mit diesem Statement zeigte Matthias Ploner ganz klar auf, dass sich Einsatz und bestmögliches Management auf jeden Fall rechnet und mit dem Satz "es macht mir einfach Freude, täglich mit meinen Pinzgauern arbeiten zu dürfen" schloss der sympathische Südtiroler einen Vortrag, der mit viel Glaubwürdigkeit und einer ehrlichen Liebe zum täglichen Tun gespickt war!
"Pinzgauer - wohin geht der Weg?" - kein wirklich einfaches Thema, um das sich Hannes Hofer, Hubbauer aus Zell/See in seinem Referat Gedanken machte. Dass dieser "eine Weg" ein sehr relativer sei, bestätigte Hannes Hofer in der Tatsache, dass es schlussendlich jeder selber wissen müsse, welchen Weg er einschlagen möchte bzw. welcher somit für ihn der beste sei.
Eines der wichtigsten Eigenschaften stellt für den Nebenerwerbs-Landwirt die Motivation dar, da diese Basis für eine gelingende und erfolgreiche Arbeit ist.
Anhand einer Graphik zeigte Hofer ungeschönt die Entwicklung der Pinzgauer in den letzten Jahren, verwies aber auf den Aufwärtstrend, der sich vor allem auch in der erfolgreichen Umsetzung des Zuchtprogrammes äußert.
"Niemand darf sich von der Vorstellung verleiten lassen, dass es woanders leichter ist", denn schließlich gibt es meist einen Weg, der, wenn auch anfangs oftmals belächelt, nicht immer der schlechtere ist...
Den zwei interessanten Fachbeiträgen folgte ein auflockernder Bericht von FL Kathrin Oberhauser, die ein paar schöne Impressionen vom Internationalen Pinzgauer-Kongress in Südafrika übermittelte.
Ein weiteren Fixpunkt stellten die Ehrungen dar - so wurden auch heuer wieder verdiente Stierzüchter mit einer Auszeichnung bedacht:
- Rupert Esterbauer, Herzog in Zell/See für LOSER
- Andreas Geisler, Handl in Krimml für SAX
- Gertraud u. Elisabeth Langbrandtner, Hochberg in Eschenau für RINGO
- Josef Volgger, Nusser in Weißbach für WANK
Daneben wurde noch ein treuer und gewissenhafter Pinzgauer-Züchter für seine Verdienste geehrt - Hermann Kirchler, Meraleiter in Ahornach/Südtirol, welcher allen Strömungen zum Trotz an den Pinzgauern festgehalten und sie erfolgreich gezüchtet hat!
Fünf weitere Menschen standen kurz im Mittelpunkt der Tagung - Männer, die aufgrund ihrer Tätigkeit im RZV und LKV Salzburg in der Arbeit mit und für die Pinzgauer eine wesentliche "Lebensaufgabe" sahen - Peter Lechner, Mathias Mitterwallner, Josef Riedlsperger und Peter Trauner wechselten im heurigen Jahr in den Ruhestand und verdienen sich an dieser Stelle einen großen Dank.
Hermann Hollaus ist zwar aus dem Kontrolldienst ausgeschieden, leistet aber als Auktionator nach wie vor unglaubliche Arbeit. Dieser oftmals weit über das nötige Maß an Selbstverständlichkeit hinausgehende Einsatz verdient höchste Anerkennung und Bewunderung - danke dafür!
Allen erfolgreichen Züchtern und Preisträgern sei an dieser Stelle von Herzen gratuliert und vor allem gedankt, sind sie es schließlich, die sich Tag für Tag um den Fortbestand und die Weiterentwicklung unserer schönen Rasse mühen!
Wir wünschen allen neuen Besitzern der Stiere, Kühe und Kälber Freude und Erfolg und hoffen uns auf einen guten Jahresabschluss bei der kommenden Versteigerung am 12. Dezember!
Christina Sendlhofer





