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Pinzgauer Jungzüchtertag

Was gibt's heute? Neugieriges Beobachten der Kalbinnen am Roanerhof
Josef Innerhofer startet in den Jungzüchtertag!
Die Roaner-Kühe warten schon auf ihren Auftritt!
Die nächste Generation in den Startlöchern! Herbert Zehentner stellt den Oberpiebinghof vor
Imposante Kuhreihe!
Schönes Ambiente - der Mußbachhof
Günter und Sigrid Auer freuen sich über den Besuch Gleichgesinnter...
...und laden zu einer herrlichen Mittagspause!
Die Jungbauersleute vom Duxnergut, Martina und Bernhard Heugenhauser
Auch hier genießen die Kühe den sonnigen Herbsttag
Rupert Posch stellt die Oberbiberg-Herde vor!
Zarte Annäherungsversuche?!
Willkommen am Vorderkasbichlhof!
Familie Schmiderer hat sich der Kreuzungszucht verschrieben
Herzlicher Ausklang eines wunderbaren Tages in der Vorderkasbichlstube!

...ein Tag wie im Bilderbuch!

Ein wundervoller Herbsttag – gespickt mit erlesenster Pinzgauer-Zucht, unglaublicher Gastfreundschaft und höchst interessanten Betriebskonzepten – die Erfolgsgeschichte Pinzgauer Jungzüchtertag ist um ein Kapitel reicher!

Mit einem wahrhaft überzeugenden Eindruck startete der Tag bei Familie Innerhofer, Roaner -  ein Pinzgauer-Zuchtbetrieb, der sich das Prädikat „Vorzeige-Zuchtbetrieb“ redlich verdient hat.
Unmissverständlich kommt hier zum Ausdruck, was Züchten eigentlich heißt bzw. wie sich jahrelange und konsequente Zuchtarbeit in der Praxis zum Erfolg formt.
Jungbauer Josef Innerhofer
stellte seinen Betrieb vor, wobei die Betonung  am Roanerhof ganz klar auf „reinrassig“ liegt. Allein die Sömmerung auf der "Schmalzgrube" in Fusch, welche schon seit Jahren gepachtet wird, verlangt nach robusten und geländegängigen Rindern mit Eigenschaften, denen die Pinzgauer mehr als gerecht werden.
Als Einstieg zur Kuhvorstellung bemerkte Senior Martin Innerhofer spitz, dass "auch normales Füttern Milch bringt" und beim Anblick der Kühe bestätigte sich die Aussage zweifellos. 30 Kühe erbringen im Jahr durchschnittlich knapp 6.000 kg Milch und überzeugen mit einer extremen Einheit und Qualität. Mit den wachsenden Anforderungen an den Bio-Betrieb wurde der Stall von Anbinde- in Laufstallhaltung umgewandelt und sukzessive vergrößert.
Die Herzlichkeit der Familien nahm beim Roaner seinen Anfang, wartete Jungbäuerin Sabine als gelernte Konditorin mit einem herrlichen Kuchenbuffet und köstlichem Kaffee auf.

Dem ersten Spitzenbetrieb folgte ein nicht minderer zweiter – nämlich der Oberpiebinghof im Orsteil Lenzing, welcher in schöner Lage am südöstlichen Rand der Leoganger Steinberge liegt. 1966 wurde der Hof von den Seniorbauersleuten gekauft und in den siebziger Jahren neu aufgebaut. 2004 erfolgte der Neu- und Umbau des Stalles und vor zwei Jahren wurde die „Wölflern-Alm“ in Fusch gekauft, wo seither die Kühe gesömmert werden. Betreut werden die Kühe im Sommer von Jungbauer Herbert, welcher das verbleibende Jahr als Tischler arbeitet.
Wie erfolgreich reinrassige Pinzgauer gezüchtet werden können, demonstrierte auch hier die Kuhherde - sehr positiv stachen die ersten Töchter von Teststier „Reif“ ins Auge. Neben dem hochwertigen „Inventar“ präsentierte sich der Hof im Ganzen als Schmuckkästchen und belegte eindrucksvoll, was oftmals belächelte und totgesagte Betriebsphilosophien zu leisten imstande sind.
Der größte Erfolgsgarant liegt offenbar nicht einzig in der Haltung von Hochleistungskühen, sondern vielmehr im Zusammenhalt und der Bodenständigkeit einer Familie, die den Versuchungen und Tücken unserer schnelllebigen Zeit nicht so leicht erliegen.

Mit dem Erreichen des dritten Betriebes kam auch die Mittagszeit nahe und beim Eintreffen am Mußbachhof konnte man auch schon küchentypische Gerüche wahrnehmen. Gut wahrnehmbar war auch ein schönes traditionelles Ambiente, das kürzlich eine gelungene Erweiterung erfahren durfte. Betriebsführer Günter Auer erzählte die Geschichte seines Anwesens, welches in den 30-er Jahren vom Großvater aus Südtirol gekauft wurde. 2007 wurde der Hof von Vater Josef übergeben und heuer im Frühjahr entschied man sich kurzerhand zum Neubau des Stalles, der dem Nebenerwerbsbauern vorwiegend eine Arbeitserleichterung bieten sollte. Das ausschließlich von heimischen Firmen gefertigte Gebäude zeigt sich als sehr gelungen und muss laut Günter jetzt nur noch die Bewährungsprobe „Winter“ überstehen. Der Betrieb wird ebenfalls reinrassig geführt (10-12 Milchkühe), wobei ganz klar betont wird, dass die Rinderzucht eine perfekte Ergänzung zum "Standbein Tourismus" bildet.
Für das "Erfolgskonzept Fremdenverkehr" zeichnet eindeutig Ehefrau Sigrid, die mit sehr viel Gefühl und Engagement die Gästebetreuung managt. Das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern, so wird die umtriebige Bäuerin und Mutter von drei Kindern 2014 mit „Schule am Bauernhof“ starten. Weitere Kapazitäten in Sachen Tourismus sieht die Familie im leerstehenden Stallgebäude, welches ev. in den kommenden Jahren Platz für einige Apartments bieten könnte.
Nach dem Kredenzen einer köstlichen Gulaschsuppe, frisch gezapftem Bier und guten Mehlspeisen führte Sigrid die "Berufsgenossinnen" in ihren Arbeitsbereich und zeigte das liebevoll dekorierte und renovierte Bauernhaus, indem das Wohlgefühl der Gäste nur allzu verständlich ist.

Trotz enormer Gemütlichkeit verpflichtete das straffe Tagesprogramm zum  zeitigen Aufbrechen, schließlich wartete die nächste Familie bereits auf ihren Auftritt. Der Weg führte in den Ortsteil „Hof“ zu Familie Heugenhauser, Duxner. Ein sehr großzügig und schön erbautes Bauernhaus mit einem ordentlichen "Fuhrpark" für die vier kleinen Kinder der Jungbauersfamilie erwartete die Besucherschar, die von Bernhard und Martina sowie Hans und Elfriede Heugenhauser willkommen geheißen wurde.
Betriebsführer Bernhard Heugenhauser erzählte vom Betrieb, der insgesamt 107 ha umfasst und Heimat für 35-40 reinrassige Milchkühe und sämtliches Jungvieh bietet. In den Sommermonaten wird das gesamte Vieh von den Altbauersleuten Hans und Elfriede auf der Alm in Hintertal betreut, während Bernhard verschiedenste Tätigkeiten wie Baggerfahren usw. ausüben kann. Der seit 1992 biologisch geführte Betrieb entschied sich 1995 zum Umbau auf Laufstallhaltung, 2004 folgte der Stallbau für die Kühe und 2010 wurde das Großprojekt Hausbau erfolgreich realisiert.
Auch hier kam unmissverständlich zum Ausdruck, was durch ein gelingendes Zusammenleben und –arbeiten erreicht werden kann.

Nach einem kurzen Plausch, Kaffee und Kuchen ging es zum nächsten Ziel, dem Orsteil Kehlbach. Dort erwartete uns auf schönster Herbstweide die Oberbiberg-Herde der Familie Posch. Bestens vorbereitet und mit Nummern versehen präsentierten Rupert und Franz Posch die typvollen Pinzgauer Kühe samt Zuchtstier und luden zur nächsten "Labung", bevor es galt, in die Nachbarschaft aufzubrechen.

Die letzte Station war der Vorderkasbichlhof der Familie Schmiderer, der sich in schönster Aufmachung präsentierte. Unverkennbar ist auch hier der Tourismus allgegenwärtig, bietet das wunderschön erhaltene, große Bauernhaus Quartier für knapp 20 Personen. Das zweite, nicht unwichtigere Standbein bildet die Zucht von 12 – 15 Milchkühen und die Vermarktung von leistungsbereiten Kreuzungstieren, welche bei der Versteigerung in Maishofen stets gute Preise erzielen. Der Betrieb verzichtet bewusst auf Silofütterung und hat sich auf die Erzeugung biologischer Heumilch spezialisiert.
Der Zusammenhalt der Familie spiegelte sich auch hier deutlich wider – bei einer krönenden Kaffeejause in der Kasbichl-Stube fand ein überaus gelungener Tag einen besonderen Abschluss und einmal mehr bestätigte sich, dass derartige Zusammenkünfte einen immensen Wert für das Gedeihen einer Gemeinschaft darstellen!

An dieser Stelle sei allen sechs Familien für die Offenheit und Herzlichkeit und für das selbstverständliche Öffnen von Tür und Tor ganz herzlich gedankt. Solche Ereignisse bieten die Möglichkeit, einander auszutauschen, neue und andere Perspektiven kennen zu lernen und sich vielleicht das ein oder andere in den eigenen Alltag mitzunehmen – wir bedanken uns bei allen GastgeberInnen für das Gefühl des Willkommenseins und ebenso bei allen, die mit ihrem Besuch Teil einer wunderbaren Gesellschaft waren – wir freuen uns auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr!

Christina Sendlhofer 

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