Pinzgauer Jungzüchtertag

Massenhafter Besucheransturm im Glemmtal!
Dass sich Tradition und Moderne gegenseitig nicht ausschließen, kam beim Pinzgauer Jungzüchtertag am Sonntag, 8. November unmissverständlich zum Ausdruck.
Saalbach-Hinterglemm, das sich ab der kommenden Wintersaison größtes, zusammenhängendes Schigebiet Österreichs nennen darf, beeindruckte mit einer Züchterschaft, die neben dem unverzichtbaren Tourismus mit größtem Stolz und Ehrgeiz seine bäuerlichen Werte hegt und pflegt!
Ripper, Mittersterer
Einer der extremsten Bergbauern des Glemmtales eröffnete den Tag - Hans Ripper, der 1990 auf den Mitterstererhof eingeheiratet hat und mit seiner Frau Anni ein enormes Arbeitspensum schafft. Die Familie bewirtschaftet einen Hof, zu dem Flächen mit einer Neigung von mehr als 50% gehören und wo das Handmähen mit der Sense einen erheblichen Teil der Erntearbeit darstellt. Hans Ripper freute sich über den enormen Besucheransturm und betonte, dass der Erfolg des Mitterstererhofes einzig dem Zusammenhalt der Familie geschuldet ist, helfen die drei Kinder trotz Vollbeschäftigung in ihrer Freizeit gerne und selbstverständlich am Betrieb mit. 16 großteils reinrassige, qualitätsvolle Pinzgauerkühe sowie sämtliches Jungvieh stehen derzeit am Mitterstererhof, verstärkt wird die Herde mit dem vierjährigen Zuchtstier LANDLER (LenzxMandarin von Martin Innerhofer, Roaner, Saalfelden).
Gensbichler, Perfeld
Direkt am Zwölferkogel gelegen präsentiert sich der bekannte Zuchtbetrieb von Alexander und Elfriede Gensbichler, der nicht nur für eine sehr gute Viehzucht, sondern auch für eine rasante Betriebsentwicklung zeichnet. Auch hier wird deutlich, was im funktionierenden Familienverbund zu schaffen ist, denn während Sohn Wolfgang das neue Appartement-Haus erfolgreich führt, kümmern sich die beiden Töchter um den Schihüttenbetrieb des Xandlstadls.
Das Zentrum am Perfeldhof bildet zweifellos Xandi Gensbichler, den als langjähriger Gesellschafter und Geschäftsführer der BBSH unternehmerischer Weitblick und Verhandlungsgeschick auszeichnet.
Die Pinzgauer-Zucht am Perfeldhof besteht aus leistungsstarken 23 PinzgauerxRF-Kühen, qualitätsvollem Jungvieh sowie Zuchtstier REISSER (ReifxClassic Red von Rupert Hasenauer), der aufgrund seiner Absamung im Moment in Wieselburg verweilt.
Hasenauer, Unterschwarzach
Das milde und traumhafte Herbstwetter bot einen fast kitschigen Rahmen für den Anblick der prächtigen Schmiedalm, welche Toni Hasenauer in der Vorstellung als sogenannten "Alterssitz" bezeichnete.
Als im Winter 2011/12 der enorme Schneedruck die Scheune des Unterschwarzachers zerstörte, wurde der Entschluss zur Aussiedelung des Hofes auf die Alm gefasst.
Entstanden sind schließlich nicht nur ein komfortabler Laufstall, sondern auch luxuriöse Chalets, wo Gäste einerseits höchsten Komfort und zum anderen naturnahe Landwirtschaft genießen dürfen.
Der qualitative Viehstand umfasst eine Herde von 15 PinzgauerxRF-Kühen, welche biologisch gehalten werden und seit 2014 Heumilch produzieren. Wenngleich die Entfernung einen weiten Weg für die Futterbringung birgt, so überwiegt der Vorteil, die Landwirtschaft vom Hotelbetrieb zu separieren.
Dass im Glemmtal Gastfreundschaft nicht nur propagiert, sondern auch gelebt wird, übermittelten Jacky und Toni Hasenauer in der Einladung zum Mittagessen - ist es durchaus nicht selbstverständlich, dass 185 Menschen ganz unaufgeregt und selbstverständlich mit Gulaschsuppe, Würstl und besten Getränken versorgt werden! DANKE dafür!!
Hasenauer, Hasenau
Spätestens seit der "Tauernschecken-Hoch-Zeit" ist Rupert Hasenauer weit über die Grenzen des Pinzgaus hinaus bekannt. Ruperts Gabe für die "Hörnerviehzucht" zeigt sich nicht nur in der Auswahl seiner edlen Pinzgauer-Herde, sondern auch in seiner erfolgreichen Ziegenzucht, welche aus Tauernschecken und Bündner Strahlenziegen besteht.
Das Konzept des Hasenauers lautet künftig wieder mehr auf Reinzucht zu setzen, da er hier mehr Chancen für die Gegebenheiten seines Betriebes ortet. Mit dem Kauf der Ossmannalm im Talschluss von Hinterglemm haben Rupert und Pamela ein weiteres Standbein geschaffen, wo sie im Sommer in familiärer Zusammenarbeit Gäste und Wanderer bewirten.
Berger, Grubhof
Der eindrucksvolle Tag endete am Grubhof von Josef und Eveline Berger, welche sich riesig freuten, so viele Interessierte zum Nachmittagskaffee begrüßen zu dürfen. Eingeleitet wurde der Besuch mit der Vorstellung, in welcher Berger betonte, neben seiner bewährten Reinzuchtherde schon über 30 Jahren erfolgreiche Kreuzungszucht zu betreiben, um die Leistungsbereitschaft zu heben, dennoch aber den Pinzgauertyp zu erhalten.
Eindrucksvoll demonstriert die 31-köpfige Kuhherde am Grubhof das Zuchtziel, das auf formatvolle und fundamentstarke Kühe mit besten Euteranlagen aufgebaut ist.
Den Sommer über verbringen die Kühe auf der Alm, wo 2007 ein neuer Laufstall errichtet wurde, die übrige Zeit bewährt sich der Anbindestall mit einem Pellon-Fütterungsroboter, eine technisch unverzichtbare Errungenschaft, die nicht mehr wegzudenken wäre.
Herzlich und gastfreundlich, wie der Tag am Mitterstererhof in Hinterglemm begann, endete er am Grubhof in Saalbach - mit einer Einladung, die mit sehr viel Gemütlichkeit und Wohlgefühl gespickt war und einmal mehr bewies, was eine tüchtige Familie zu leisten imstande ist!
Die unzähligen Eindrücke und Informationen lassen sich mit Worten kaum beschreiben, was bleibt ist das Gefühl, im Glemmtal nicht nur als Tourist, sondern auch als Einheimischer und Züchter willkommen zu sein!
Für dieses Gefühl des Willkommenseins bedanken wir uns ganz herzlich bei den fünf Züchterfamilien, die ganz klar zum Ausdruck brachten, dass die Basis für eine erfolgreiche Entwicklung einzig eine funktionierende und fleißige Familie ist! Dazu dürfen wir gratulieren und wünschen weiterhin Glück, Gesundheit und Segen in Haus und Hof!
Christina Sendlhofer









