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Pinzgauer Jungzüchtertag

Bereits 1999 wurde am Schlagerhof ein Laufstall errichtet
Bereits 1999 wurde am Schlagerhof ein Laufstall errichtet
Vorbildliche Bewirtschaftung auf 1.240 m Seehöhe!
Vorbildliche Bewirtschaftung auf 1.240 m Seehöhe!
Eindrucksvoll waren die Worte von Johann Harlander, Hauserbauer
Eindrucksvoll waren die Worte von Johann Harlander, Hauserbauer
Starke Sechstkalbskuh EXEL (V.Gamon)
Starke Sechstkalbskuh EXEL (V.Gamon)
Hier ist sie wohl am liebsten zu finden - Elisabeth Sommerer, eine ambitionierte Jungzüchterin!
Hier ist sie wohl am liebsten zu finden - Elisabeth Sommerer, eine ambitionierte Jungzüchterin!
Am Steinerhof wird auf Leistungsbereitschaft gesetzt!
Am Steinerhof wird auf Leistungsbereitschaft gesetzt!
Hermann Esterbauers...
Hermann Esterbauers...
...Herde weiß zu überzeugen!
...Herde weiß zu überzeugen!

Vier individuelle, hochinteressante Betriebskonzepte im Blickfeld! Pinzgauer-Züchterfamilien glänzen mit qualitätsvollen Herden, Offenheit und größter Gastfreundschaft!

Die schlechte Wettervorhersage mit Sturm und Niederschlägen konnte den Andrang zum diesjährigen Jungzüchtertag nicht mindern und so war die Freude über den großen Besucheransturm bei Obmann Josef Berger eine noch größere!

Familie Alois und Barbara Fankhauser, Schlagerhof
Gestartet wurde der diesjährige Jungzüchtertag beim höchsten Bergbauern Taxenbachs, dem Schlagerhof auf 1240 Meter Seehöhe. Jungbauer Alois stellte in beeindruckender Weise den biologisch wirtschaftenden Betrieb vor.

Die Standbeine des Schlagerhofes sind das Milchvieh und die Forstwirtschaft, nebenbei werden noch Tätigkeiten für den Maschinenring und die Waldgemeinschaft durchgeführt. Der Betrieb hat eine Fläche von insgesamt 41 Hektar (arrondiert), davon sind circa 16 Hektar Mähfläche, 20 Hektar Dauer- und Hutweiden und der Rest Wald. 42 Stück Vieh werden im 1999 umgebauten Laufstall gehalten, davon 17 Milchkühe. Die Hauptrasse ist das Pinzgauer Rind. Da die Kühe einen starken Gang am Berg zu bewältigen haben, werden die Robustheit und die guten Klauen der Rasse besonders geschätzt.

In der glänzenden Herde besonders zu erwähnen ist die Stiermutter Mailand (V: Mandarin). Sie brachte bis jetzt 10 Kälber, davon 8 Kuhkälber und die 2 Stiere Rado und Laudon hervor.

Im Anschluss konnte in der Garage bei selbstgemachten, köstlichen Würstln vom Hauserbauern und Tee und Getränken noch weiter gefachsimpelt werden. Die Einladung dazu erfolgte gemeinsam von Familie Fankhauser und Familie Harlander.

Familie Johann Harlander, Hauserbauer
Etwas niedriger, aber ebenfalls am Gschwandtnerberg bewirtschaftet Familie Harlander ihren Betrieb. Der Fleiß der Familie Harlander spiegelt sich nicht nur in einer anschaulichen Betriebsgröße wider, sondern auch in einem modernisierten Stallgebäude und ständigen Betriebsinvestitionen. Der Heimbetrieb hat eine Eigenfläche von 32 ha, 28 ha werden davon als Mähfläche genützt und größtenteils dreimal gemäht. Die Düngerausbringung erfolgt mittels Gülleverschlauchung. Die 53 ha große Alm liegt im Trattenbach und wird im Sommer mit dem ganzen Vieh bestoßen. Die Alm ist sehr steil, hier werden die Pinzgauer besonders geschätzt.
Als 2010 der benachbarte Penninghof verkäuflich war, ergriff Johann Harlander die einmalige Chance, seinen Grundbesitz um sieben ha zu vergrößern.

Am Hauserbauernhof werden 85 Stück reinrassige Pinzgauer im Laufstall gehalten. 2010 erfolgte ein Um- und Zubau, 2012 wurde er bezogen. Die Besamung erfolgt vielfach mit Teststieren. Bezüglich Teststiereinsatz ist dieser Betrieb sicherlich ein Vorzeigebetrieb. Johann Harlander betonte, dass es keinen Stiermangel bei den Pinzgauern gibt und man dieses Angebot auch breit einsetzen sollte.

„Der Teststier ist der Spitzenvererber von morgen!", lautet eine Aussage von Johann Harlander. Wahrlich haben wir hier eine Pinzgauerherde gesehen, die sich nicht zu verstecken braucht. Derzeit sind die ersten Töchter von Teststier Feldherr in Milch, welche durch eine hohe Leistungsbereitschaft auffallen.

Vermarktet wird eine hohe Stückzahl Ab-Hof und seltener über die Versteigerung, die Schlachtkühe werden im eigenen Schlachthaus geschlachtet, zum Teil zu Wurst verarbeitet und direkt vermarket.
Die Betriebsstrategie von Johann Harlander ist eine sehr nachhaltige – der Betrieb wird biologisch bewirtschaftet und den Kühen fast ausschließlich Grundfutter vorgelegt. Durch ein hohes Arbeitspensum sollen die Kühe auch unkompliziert sein und möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Familie Albin und Monika Sommerer, Steiner
Die nächste Station erfolgte in Embach bei Fam. Sommerer- hier luden Monika und Albin zu Mittag ein. Anschließend stellte Albin seinen Betrieb vor. Der Heimbetrieb in Embach umfasst eine Mähfläche von 9 ha und 4 ha Pachtfläche, im Zulehen in Bucheben, Rauris werden 19 ha (4 ha davon Sauerwiese) gemäht. Das gesamte Vieh wird im Sommer gealpt.
2016 erfolgte ein sehr gut durchdachter Stallum- und zubau, welcher vor allem durch seine Helligkeit auffällt. Im neuen Laufstall dürfen sich derzeit ca. 90 Stück wohl fühlen. Eine Besonderheit für diesen Liegeboxenlaufstall ist, dass durch ein spezielles Gittersystem auch Festmist produziert wird, welcher vor allem transporttechnisch vorteilhaft für den Betrieb ist.

Ins Auge gestochen ist hier die leistungsbereite, exterieurstarke Kuhherde, großteils eingekreuzt mit RH. Noch immer am Betrieb steht die Stiermutter Strauss (V:Titan) von Faust, Riffl und Lirm, mittlerweile hat sie bereits die 100.000 kg –Lebensleistungs-Marke geknackt (11.Laktation).
Beim Steinerbauern wird neben der Pinzgauer-Zucht auch ein Augenmerk auf die Tauernschecken-Zucht Wert gelegt.

Familie Hermann und Elisabeth Esterbauer, Oberklamm
2013 ist Familie Esterbauer von Zell am See nach St. Veit übersiedelt. Christl und Rupert Esterbauer haben den Klamm-Hof gekauft, mittlerweile hat Hermann ihn übernommen. Der Klammhof ist 30 ha groß, 11 ha davon werden gemäht, auf einem Hektar wird Silomais angebaut.

Dass Hermann ein gutes Händchen für Tiere hat, ist weitum bekannt und so wird auch die Artenvielfalt am Klammhof großgeschrieben. Neben der Rinderzucht spielt für Hermann die Tauernscheckenzucht eine bedeutende Rolle, aber auch Hühner und ein Pfau finden am Hof ihren Platz. 2/3 der Kühe sind reinrassige Pinzgauer (großteils mit edlem Kopfschmuck), das restliche Drittel teilt sich auf Pinzgauer x RH, Holstein und Fleckvieh auf. Hermann besitzt ca. 70 Stück, 50 Stück werden am Klammhof gehalten, die restlichen 20 Stück sind ausgelagert. Sein bekanntester Partnerbetrieb (Aufzuchtbetrieb) ist Roland Dödlinger, welcher im Besitz von vier Kühen am Klammhof ist.

Staunen durfte man bei Hermann über die fein herausgeputzte Herde mit vielen Paradekühen, darunter die ein oder andere (Schau-)Bekannte.
Zum Abschluss wurden wir bei Lisi und Hermann noch mit Kaffee und Kuchen verwöhnt und konnten hier den geselligen Tag ausklingen lassen.

Alle vier Betriebe werden mit sehr viel Freude, Motivation und Begeisterung bewirtschaftet und die Eigenschaften der Rasse Pinzgauer, vor allem für deren Voraussetzungen, geschätzt und weiterentwickelt.

Wir bedanken uns recht herzlich bei den genannten Züchterfamilien, welche den diesjährigen Jungzüchtertag durch ihre Gastfreundlichkeit, den netten Gesprächen und ihre Ehrlichkeit wieder zu einem besonderen gemacht haben.

Marlene Berger

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