Zum Hauptinhalt springen

Pinzgauer-Jungzüchtertag

Die erste Stalltür geht am Betrieb der Familie Hörfarter, Riedl auf -
Die erste Stalltür geht am Betrieb der Familie Hörfarter, Riedl auf -
Stefan, Margit, Johannes und Katharina, sowie Obmann Josef Berger freuen sich über den großen Andrang!
Stefan, Margit, Johannes und Katharina, sowie Obmann Josef Berger freuen sich über den großen Andrang!
Ein stattlicher Hof - der Hacker,
Ein stattlicher Hof - der Hacker,
wo Georg Mühlberger seit eh und je auf qualitative Reinzucht setzt!
wo Georg Mühlberger seit eh und je auf qualitative Reinzucht setzt!
Immer wieder imposant - die Herde von Familie Reitstätter, Hackl
Immer wieder imposant - die Herde von Familie Reitstätter, Hackl
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - Winni-Tochter WOLKE (V.Fall)
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - Winni-Tochter WOLKE (V.Fall)
Familie Reitstätter ist auch als Gastgeber unschlagbar!
Familie Reitstätter ist auch als Gastgeber unschlagbar!
Brachte viele zum Staunen - das prächige reinrassige Inventar von Familie Bamberger, Lehen!
Brachte viele zum Staunen - das prächige reinrassige Inventar von Familie Bamberger, Lehen!
Der größte Erfolgsfaktor - eine begeisterte Familie! Carina und Alois Bamberger mit ihren Kindern Simon, Anna-Lena und Julia!
Der größte Erfolgsfaktor - eine begeisterte Familie! Carina und Alois Bamberger mit ihren Kindern Simon, Anna-Lena und Julia!
Der nächste Heumilchbetrieb, der auf reinrassige Pinzgauer zählt -
Der nächste Heumilchbetrieb, der auf reinrassige Pinzgauer zählt -
und wo eine Familie vieles zu schaffen vermag! Margit und Peter Landmann mit ihren Kindern Maria, Anna und Peter!
und wo eine Familie vieles zu schaffen vermag! Margit und Peter Landmann mit ihren Kindern Maria, Anna und Peter!

Kössens Pinzgauerzucht beeindruckt in allen Facetten!

Kössens Pinzgauerzucht wird zurecht mit der von Werner Lampert gegründeten Hofer-Handelsmarke ZZU in Verbindung gebracht, sorgt diese mit ihrer wertvollen Heumilch für die Basis vieler "Zurück zum Ursprung"-Produkte.

Genau genommen, steht dieser Begriff aber im Widerspruch zur Philosophie der Lieferanten - weil sich die Familien Hörfarter, Mühlberger, Bamberger und Landmann nicht zurück zum Ursprung entwickeln mussten, sondern immer schon nach den Prinzipien der Ursprünglichkeit gehandelt und gelebt haben und sich somit Pioniere einer nachhaltigen Landwirtschaft nennen dürfen!

Josef Berger, Obmann der Jungzüchter freute sich beim Auftakt des Jungzüchtertages am Riedlhof im Kössener Ortsteil Gundharting über den großen Zustrom an interessierten Züchterfamilien, der den Stellenwert von Zusammenkünften unter Gleichgesinnten ganz klar unterstreicht - wenngleich die momentane Zeit auch nicht die besten Voraussetzungen für derartige Veranstaltungen bietet!

Familie Hörfarter, Riedl
Auch Jungbauer Johannes freute sich über den regen Besuch am Riedlhof, dessen Besitz 20 ha Grünland sowie 20 ha Wald umfasst. 20 Kühe teilen sich zur Hälfte in reinrassige und mit RF gekreuzte Pinzgauerinnen, die als leistungsstarke, qualitätsvolle Bio-Heumilch-Lieferantinnen für "ZZU" punkten.

Die anlässlich des Stallumbaues 2009 getroffene Entscheidung, auch künftig auf Anbindehaltung zu setzen, hat Betriebsführer Stefan Hörfarter nie bereut, lässt sich diese mit der Weidehaltung perfekt kombinieren und bietet zweifellos auch seine großen Vorteile - einen wussten die "Kuhexperten" sogleich zu nutzen, indem sich die besten Voraussetzungen für eine "Rundum-Inspektion" der Kuhherde boten.

Die gelebte Gastfreundschaft am Riedlhof, für welche die Großfamilie Hörfarter bekannt ist, kommt nicht nur den vielen langjährigen Stammgästen zugute, Hausherrin Margit sorgte mit ihren fleißigen Helferleins auch für das erste kulinarische Verwöhnprogramm des Tages und brachte unverkennbar zum Ausdruck, dass das Fundament eines erfolgreiches Betriebes einzig eine funktionierende Großfamilie ist!

Familie Mühlberger, Hacker
Der Name Mühlberger steht unter anderem für erfolgreiche Pinzgauer-Stierzucht, allen voran der positive Vererber MAJOR, der auf eine qualitätsvolle, bewährte Kuhlinie von Georg Mühlberger gründet.
Am Hackerhof, der eine Fläche von 24 ha Grünland und ebenso viel Wald umfasst, werden seit eh und je reinrassige, gehörnte Pinzgauer in kombinierter Anbindehaltung mit Weidegang gezüchtet. 
Aktuell verkörpern 29 Kühe das Zuchtziel des Hackerbauers, das aus langlebigen, formatvollen und leistungsbereiten Tieren besteht und sich ebenfalls der Produktion von Bio-Heumilch nach ZZU-Richtlinien verschrieben hat!

Ergänzend zur Land- und Forstwirtschaft, welche von Georg und Bruder Josef erledigt wird, widmet sich Gattin Franzi mit Leidenschaft ihrem "Hofladele", das als Verkaufsstelle der "Hacker-Eier und Nudeln" regen Zulauf erfährt. Einen sicheren Zuerwerb bildet auch das großzügige Bauernhaus, in dem vier Ferienwohnungen Gästen eine schöne Unterkunft bieten.

Familie Reitstätter, Hackl
Schon von weitem klar erkennbar ist die Tatsache, dass der Hacklhof pikant gesagt, ein "wenig aus der Reihe tanzt" - weist das unübersehbar schöne und wuchtige Hofensemble auf andere Größenverhältnisse hin.
Ludwig Reitstätter, der seit der Hochzeit mit Barbara im Jahr 2005 am Hacklhof lebt, stellte in kurzen Worten die rasante betriebliche Entwicklung vor, welche mit dem Stallbau 2014 ihren Anfang nahm und mittlerweile eine Bewirtschaftung von 89 ha (davon 37 ha Alm, 12 ha Pachtfläche, sämtliches Grünland vier- bis fünfschnittig) umfasst.
Der Fokus des intensiven, konventionell bewirtschafteten Hacklhofes liegt ganz klar auf Milchproduktion, die seit einem Jahr für die bayerische Molkerei Berchtesgadener Land erfolgt und sich im Stalldurchschnitt von 8.142 kg Milch - 4,48% Fett - 3,41% Eiweiß bei 63 Kühen spiegelt.
Nach dem permanenten "Kuhwachstum" wurde auch die Almbewirtschaftung gesplittet, indem 38 herbstlaktierende in den Genuss der Almzeit kommen und die "Frühjahrskühe" ihre Milch daheim produzieren!
Laut Ludwig sind 70% der Kühe der Pinzgauerrasse zugehörig, ein weiterer, mehrheitlicher Holstein-Anteil stammt aus einer Betriebsauflösung, welcher sich in der Milchproduktion durchaus nützlich macht!

Das allseits bekannte, züchterische Niveau des Hacklhofs beweist bereits der erste Blick in den Laufstall und beim Anblick von WOLKE, einer Fall-Tochter aus der letzten Pinzgauer-Schausiegerin (Verbandsschau 2019 in Maishofen) WINNI (V.Storm) zeigt sich, dass der Apfel nicht allzu weit vom Stamm zu fallen scheint! 

Dass es mit Rindvieh und der Vermietung dreier Ferienwohnungen alleine nicht getan ist, demonstriert der Hacklhof mit einem umfänglichen Haustiersortiment, in dem von Hasen bis zu Ponys fast alles vertreten ist! Für eine große Herde schöner Walliser Schwarznasenschafe zeichnet die Jüngste der Hacklhof-Schwestern, Mattea mit ihrem Mann Arno verantwortlich. Dass noch keines ihrer Tiere den Weg in die Schlachtung genommen hat, belegt zum einen die züchterische Qualität, im Besonderen aber das große internationale Interesse an der einzigartigen Schafrasse. Die beiden haben aber nicht nur ein Faible für die kleinen Wiederkäuer, sondern nutzen den alten Rinderstall auch für die Schweinezucht, was ein quiek-lebendiger "Ferkelwurf" lautstark zum Ausdruck bringt!

Die alten Stallungen dienen aber zum Glück nicht nur den Vierbeinigen, sondern im besten Fall auch jenen mit nur zwei Füßen, die im ehrwürdigen Ambiente des einstigen Kalbinnenstalles eine feine Mittagspause verleben durften! Basis für die köstlichen Burger und St. Johanner Würstl bildeten wiederum Rind und Schwein vom Hacklhof, deren Qualitätsfleisch der Veredelung diente!

Familie Bamberger, Lehen
Ein sehr gelungenes Stallprojekt erwartete die Besucherschar am Lehenhof, der in schöner Lage im Ortsteil Bichlach sein Daheim hat. 2018 wurde das bestehende Stallgebäude zu einem Laufstall um- und neugebaut und bietet einer knapp 30-köpfigen Kuhherde komfortable Unterkunft.
Als Fläche stehen Familie Bamberger insgesamt 18 Grünland (+5 ha Pachtfläche), 15 ha Alm und 14 ha Wald zur Verfügung. 
Sichtlich angetan zeigte sich die Kollegenschaft über das hervorragende, gänzlich reinrassige "Inventar", das mit vielen Ausnahmekühen und interessanter Genetik gespickt ist - neben der herausragenden zweitlaktierenden Reif-Tochter NUSS sorgte Jungkuh BETTY (V.Fesch) mit einer Einsatzleistung von 33,2 kg für berechtigte Bewunderung und ein Stalldurchschnitt von 6.728 kg Milch - 3,65% Fett - 3,58% Eiweiß von 26 reinrassigen Bio-Heumilch-Kühen ist ohnehin Erfolgs-Indikator genug!

Für ein weiteres, bewährtes Standbein der Familie Bamberger sorgt der Streuobstgarten, der von hundert Bienenstöcken bevölkert wird und somit neben reichlich Qualitätshonig (in den letzten beiden Jahren aufgrund des Wetters leider dezimiert) unter optimalen Voraussetzungen auch viel Obst als Grundlage für zahlreiche Edelbrände liefert.
Dass Bambergers Maßstäbe auch in diesem Bereich sehr hohe sind, bewies eine abschließende Kostprobe der begehrten Destillate, welche Carina über diverse Bauernmärkte und neuerdings auch im eigenen Hofladen vertreibt.

Familie Landmann, Oberlein
Der Name "Oberlein" ist für ganz viele mit dem jährlichen Almabtrieb verbunden, der aufgrund seiner Unverwechselbarkeit und Schönheit weit über die Grenzen Kössens hinaus bekannt ist. 
"Ich bin schon ein bisschen stolz, mich mit 20 reinrassigen Pinzgauerkühen Vollerwerbsbauer nennen zu dürfen und unser Weg zeigt, dass es gut möglich ist", meinte Peter Landmann in seiner bekannt lebensfrohen und geselligen Art, die ihn auch als vielseitiger Funktionär beliebt machen.
Seit 2003 bewirtschaften Peter und Margit Landmann mit viel Einsatz und Zusammenhalt der ganzen Familie den Oberleinhof, der aus 11 ha Grünland und 26 ha Almfläche besteht und ebenfalls als Bio-Heumilchbetrieb geführt wird.
Die vier Kilometer entfernte Alm kann bereits ab Mitte Mai bestoßen werden und dient sämtlichen Viehstand bis Ende September als Ort der Sommerfrische, den es gewöhnlich am letzten Septemberwochenende festlich aufgekranzt und in Feierstimmung zu verlassen gilt! 

Fix stationiert ist am Oberleinhof seit eh und je ein Zuchtstier, welcher im Regelfall für zwei Decksaisonen zum Einsatz kommt. Der Erfolg dieses Zuchtkonzeptes bestätigt sich anhand der qualitätsvollen Kühe, die aus den Jahrgängen der Stiere Lurn, Gerwin, Nelus und Limberg stammen und insgesamt ein sehr ansprechendes Bild der traditionellen, gehörnten Oberlein-Herde widergeben!

Wer jemals bei einem Almabtrieb des Oberleinbauern zugegen war, weiß um die Gastfreundschaft der Familie Landmann, die auch diesmal für ein besonderes Wohlgefühl sorgte - indem die Garage kurzerhand zu einer gemütlich warmen Unterkunft umfunktioniert wurde und herrlichste Mehlspeisen, Kaffee und sonstige Flüssigkeiten für den krönenden Abschluss eines überaus gelungenen Jungzüchtertages sorgten!

Fazit
Die Rede von der Vormachtstellung der Pinzgauerzüchter Tirols, auf welche die Züchter dieses Landes und im Besonderen ihr Obmann, Roland Dödlinger von Zeit zu Zeit gerne aufmerksam machen, ist nach den Eindrücken des Jungzüchtertages keine weit hergeholte. Schließlich kann man davon ausgehen, dass der Querschnitt dieser fünf Betriebe Kössens für die gesamte Züchterschaft Tirols gilt und somit darf Dödlinger berechtigt stolz auf seine Pinzgauer-Züchterschar sein!

Ein Hoch auf die Tiroler Pinzgauerzucht und Gratulation den fünf besuchten Züchterfamilien, die sich höchsten Respekt für ihre erfolgreichen Betriebs- und Zuchtphilosophien verdienen!
Im Besonderen gebührt ihnen aber größter Dank für das Öffnen von Tür und Tor, dem interessanten Diskurs und die gewohnt herzliche Gastfreundschaft - verbunden mit den besten Wünschen und reichlich Segen für ihre Familien und ihr täglich' Tun!

Christina Sendlhofer 

Zurück