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Pinzgauer Züchterlehrfahrt 2016

Der Auftakt erfolgte am Stieglgut Wildshut!
Der Auftakt erfolgte am Stieglgut Wildshut!
Auch die Kühe genießen den schönen Tag!
Auch die Kühe genießen den schönen Tag!
Er kann sich sehen lassen! Zuchtstier LUREX (Lust x Reis)
Er kann sich sehen lassen! Zuchtstier LUREX (Lust x Reis)
Ein Fachmann weiß überall Bescheid! Franz Zehentner erklärt die Geschichte der Brauerei
Ein Fachmann weiß überall Bescheid! Franz Zehentner erklärt die Geschichte der Brauerei
Auch eine Destillerie darf nicht fehlen!
Auch eine Destillerie darf nicht fehlen!
Köstliche Biere und gute Brötchen zum Abschluss!
Köstliche Biere und gute Brötchen zum Abschluss!
Wohlgefühl auf höchstem Niveau!
Wohlgefühl auf höchstem Niveau!
Ein schönes Städtchen liegt der Burg zu Füßen - Burghausen
Ein schönes Städtchen liegt der Burg zu Füßen - Burghausen
Interessanter Abstecher am Bienenhof Attersee
Interessanter Abstecher am Bienenhof Attersee
Von lieblichen Dörfern umgeben - der Attersee
Von lieblichen Dörfern umgeben - der Attersee
Hans Gimpl freut sich über den kollegialen Besuch!
Hans Gimpl freut sich über den kollegialen Besuch!
Er weiß, was er will - Fritz Maislinger, Bauer und Wirt aus Überzeugung!
Er weiß, was er will - Fritz Maislinger, Bauer und Wirt aus Überzeugung!
Überzeugen mit höchster Qualität - die Pinzgauer-Ochsen von Fritz Maislinger!
Überzeugen mit höchster Qualität - die Pinzgauer-Ochsen von Fritz Maislinger!
Das neue Wirtschaftsgebäude des Gastagwirtes
Das neue Wirtschaftsgebäude des Gastagwirtes
Wurde aus Deutschland importiert - der fahrbare Hühnerstall!
Wurde aus Deutschland importiert - der fahrbare Hühnerstall!
Wir haben es genossen!
Wir haben es genossen!

Die große Vision heißt REINZUCHT!!!

Wieviel Potenzial und Energie in klugen und ambitionierten Köpfen steckt, zeigten Betriebe und Familien, die anlässlich der Pinzgauer-Lehrfahrt 2016 hinter ihre Kulissen schauen ließen.
Strotzend vor Ideen und Visionen präsentierten sich die Betriebsführer und beeindruckten zu guter Letzt mit positiver Ausstrahlung und enormer Freude am Tun - denn schließlich wird nur gut, was man gerne tut!!

STIEGLGUT WILDSHUT
Dass der erste Eindruck oft der beste ist, zeigte sich am ersten Programmpunkt - dem Stieglgut Wildshut in St. Pantaleon/OÖ. Allein die Optik, die einem hier beim Ankommen umgibt, lässt einiges erwarten und spätestens bei der Vorstellung von Verwalter Franz Zehentner weiß man, dass hier nicht nur das Bier vom Feinsten ist...
Sehr eindrucksvoll stellte der gebürtige Leoganger und ehemalige BBK-Berater den landwirtschaftlichen Betrieb in Wildshut vor, der gemeinsam mit dem Rochushof in Maxglan eine Fläche von 195 ha umfasst.
In einer sogenannten "Findungsphase" wurde der Betrieb 2013 dank des jungen und überaus dynamischen Verwalters und einen auf Tradition ausgerichteten Unternehmer namens Heinrich Dieter Kiener auf Pinzgauer-Milchviehhaltung umgestellt und entsprechend adaptiert.

Knapp 40 Pinzgauer-Milchkühe grasen auf den arrondierten Flächen rund ums Stieglgut und können selbstständig zwischen Weide, Melkroboter und vorgelegtem Futter im Stall wählen.

Mit in der Herde bewegt sich Zuchtstier LUREX (Lust x Reis von Johann Harlander, Beilstein, Goldegg), welcher beim Herbststiermarkt 2015 um stolze 5.660 Euro angekauft wurde.
"Eine unsere Visionen ist, die Herde in ein paar Jahren in Reinzucht präsentieren zu können und mit unserem Zuchtstier wurde eine tolle Basis geschaffen", meinte Zehentner und verwies auf einen Herdendurchschnitt von 7.000 kg Milch, der nicht künstlich in die Höhe getrieben werden soll, weil für einen guten Manager bekanntlich "die Zahlen unter dem Strich" die wesentlichen und wichtigen sind!
Mitverantwortlich für den landwirtschaftlichen Erfolg zeichnen Zita und Christian Prommegger, die bei der Suche nach einem eigenen Hof schlussendlich in Wildshut gelandet sind und hier ihrer Leidenschaft und Berufung frönen können!

Dem ersten hochinteressanten Teil folgte der zweite und den aufmerksamen Zuhörern zufolge  war dieser nicht minder spannend - schließlich handelte es um die eigentliche Geschichte von Stiegl - der Bierbrauerei.
Was in Großbrauereien nicht umsetzbar, wird auf Wildshut möglich gemacht - mittels uralter Getreidesorten, die über Genbanken der Arche Austria bezogen und auf den eigenen Flächen angebaut werden, entstehen in der eigenen Mälzerei und Brauerei BIO-Biere erlesener Qualität.
Acht verschiedene Urgetreidesorten bieten die Grundlage für flüssige als auch feste Nahrungsmittel und während sich das eine besser zu Bier verarbeiten lässt, dient das andere perfekt zur Broterzeugung.
So habe sich der Donnerstag als Brautag und der Freitag als Backtag etabliert und um die Vie(h)lfalt auf der Speisekarte im "Kramerladen" zu gewähren, tummeln sich neben den begehrten Rindern auch Mangalitza-Schweine am Hof und neuerdings haben noch 20 Bienenvölker der bedrohten "Schwarzen Biene" ihre Heimat am Stieglgut gefunden!

"Wir haben das Glück, die Dinge hier selber in der Hand zu haben und in dieser, unserer Ideenschmiede Forschung und Entwicklung betreiben zu dürfen", meinte der ambitionierte Verwalter. Das größte Glück aber dürfte wohl der Inhaber von Stiegl und somit Chef von Franz Zehentner, Dr. Heinrich Dieter Kiener haben - mit solchen Mitarbeitern schreiben sich Erfolgsgeschichten fast von selber !!

Die abschließende Bierverkostung bot noch etwas Zeit und Raum fürs Verweilen, Plauschen und Genießen mit dem einzigen Nachteil, dass diese Zeit bekanntlich immer viel zu kurz ist...

BURGHAUSEN
Ein sehr lohnender Abstecher ins nachbarschaftliche Deutschland ergab sich mit der Mittagspause in Burghausen, zu Füßen der längsten Burganlage der Welt mit insgesamt 1.050 m Ausdehnung.

BIENENHOF ATTERSEE
Zurück in Oberösterreich wartete am Ziel des ersten Tages der Bienenhof Attersee. 2014 wurde das EU-geförderte Leader-Projekt eröffnet, welches auf 5 ha Wiese 100 Bienenvölker beheimatet und anhand ansprechender "Bienen-Lehrpfade" einen wichtigen Bildungsauftrag erfüllt.

HOTEL SCHNEEWEISS
Auf einer wunderschönen Anhöhe im Ortsteil Abtsdorf mit Blick auf den Attersee wartete Familie Schneeweiß mit einer gemütlicher Herberge und einem köstlichen Abendessen. Auch hier bilden die Pinzgauer gemeinsam mit eigener Fisch-, Hasen- und Wildzucht die Grundlage für eine regionale und hochqualitative Küche. Das Beisein von kompetenten Fachleuten wurde von Wirt und Bauer Hubert Schneeweiß sogleich genützt - Peter Trauner bekam den Auftrag, seine Pinzgauer-Herde um eine trächtige Kalbin zu erweitern!

SCHIFFFAHRT ATTERSEE
Großes Einsehen hatte der Wettergott am Sonntagvormittag, wo der Attersee im Zentrum der Begierde stand. Die sehenswerten Rundum-Blicke in Kombination mit den interessanten Ausführungen von Attersee-Guide Alwis Wiener, machten die einstündige Schifffahrt zu einem besonderen Erlebnis. Unzählige Villen von nationalen und internationalen Persönlichkeiten säumen das Ufer des Sees, der mit einer Ausdehnung von 20 km Länge und 2 km Breite das größte Binnengewässer Österreichs ist.
Mit einem Grundstückspreis von 2.000 bis 4.000 Euro/qm sind die Gemeinden rund um den Attersee ein Eldorado für Vermögende und deshalb nicht verwunderlich, dass teilweise mehr als die Hälfte der Baulichkeiten im Besitz von Auswärtigen sind!

NIEDERBACHERHOF, MONDSEE
Auch Dauerregen bei der Ankunft im Ortsteil Eich konnte die Schönheit des Niederbacherhofes in St. Lorenz/Mondsee nicht verbergen. Unbedingt sehenswert ist hier jegliches Detail, welches den Hof von Anneliese und Hans Gimpl als wahres Schmuckkästchen erscheinen lässt.
Attraktiv ist hier allerdings auch das Innenleben - sechs im schönsten Kleid stehende Pinzgauer-Kühe strahlten mit den Besuchern um die Wetter und repräsentierten die Philosophie des fleißigen Ehepaares, das den Betrieb 1985 übernommen und seitdem zu einem Blickfang herausgeputzt hat.
Hans Gimpl, ein gebürtiger Eugendorfer, wechselte bei der Heirat nicht nur Heimat, sondern auch Bundesland und setzte als Zuchtwart sogleich eigene Akzente. Die anfangs gemischte Herde von Braunvieh und Pinzgauer wurde der Leistungskontrolle unterzogen und fortan Braunvieh durch Pinzgauer ersetzt. Klarer Grundsatz der beiden ist die biologische Bewirtschaftung von Grund und Boden und damit einher gehen klarerweise Reinrassigkeit und Hörnerzucht. Für die Bio-Heumilch kann Gimpl momentan einen Milchpreis von 0,52 Euro lukrieren, der Stalldurchschnitt seiner sechs Kühe konnte von anfangs 3.900 kg auf 7.000 kg gesteigert werden.

MAISLINGER, GASTAGWIRT
Den Abschluss der speziellen Reise bildete der Besuch beim Gastagwirt, der neben einer köstlichen Kaffeepause eine hochinteressante Betriebsvorstellung von Fritz Maislinger bot. Fritz Maislinger machte den umgekehrten Weg - er heiratete von Oberösterreich ins salzburgische Eugendorf und brachte neben dem landwirtschaftlichen Können auch das rechnerische mit, was sowohl der Land- als auch der Gastwirtschaft sehr dienlich ist. Als ehemaligen Bänker ist dem umtriebigen Visionär nicht nur die ökologische Entwicklung ein Anliegen, sondern spielt auch die ökonomische eine sehr große Rolle. "Landwirtschaft muss machbar sein", vermittelt Maislinger und nachdem der Milchviebetrieb in Kombination mit dem Hotelbetrieb nur mehr mittelmäßig funktionierte, realisierte der Vordenker ein großes Projekt - er siedelte das Wirtschaftsgebäude 500 m vom Gastbetrieb aus und stellte sich mit Ochsen- und Schweinemast sowie Hühner- und Schafhaltung völlig neu auf.
2015 wurde der arbeitstechnisch sehr einfache Stall bezogen und bietet Platz für 50 Ochsen. Musste Maislinger anfangs auf verschiedene Rassen zurückgreifen, betont er, nun endlich "reinrassig" zu sein und der Vergleich macht ihn sicher. Schließlich meinte sein Koch, er möchte kein anderes Fleisch als "Pinzgauer" mehr geliefert bekommen....

Eine große Errungenschaft nennt der Gastagwirt seinen mobilen Hühnerstall mit 220 Hühner, der 14-tägig überstellt wird und somit immer besten Boden bietet. Sehr bestimmt und glaubhaft formulierte der innovative Land- und Gastwirt seine Betriebsphilosophie, der den größten Wert im gesunden Boden sieht.

"Ich hasse das Wort "extensiv", das für mich gleich "Abhausen" ist. Schließlich will ich auch als Biobauer das Bestmögliche aus meiner Grundlage holen und investiere daher zu allerletzt in größere Maschinen, sondern zuallererst in meinen Boden!",
meinte er in emotionalen Worten. So ist die jährliche Nachsaat das Um und Auf seines Konzeptes und ethisches Handeln Voraussetzung für einen verantwortlichen Umgang mit der Umwelt.

"Wenn wir unsere Futterrationen auch im örtlichen Lagerhaus beziehen, so muss uns bewusst sein, dass wir es dem Afrikaner wegnehmen und es für mich somit nicht vertretbar ist", gab der Gastagwirt zu bedenken. Neben dem moralischen Einwand ist es allerdings auch ein wirtschaftlicher Grund, der die Erzeugung seiner Grascobs rechtfertigt, immerhin wird dieses hochwertige Futter (18% Eiweißgehalt) zu einem Kilopreis von 27 Cent produziert!

Lange noch hätte man Fritz Maislinger zuhören können, zu verständlich vermittelte er Ansichten und Meinungen, die nachvollziehbar und glaubhaft sind.
Unübersehbar war auch hier die Tatsache, dass es mit Überzeugung und Tatkraft möglich ist, Visionen umzusetzen und nachhaltige Wege einzuschlagen, die nicht nur wirtschaftlichen Erfolg sichern, sondern auch Segen für die Schöpfung sind! Gratulation dazu!

Wir bedanken uns bei allen, die wir besuchen und belauschen durften - für die wertvolle gemeinsame Zeit, das Gefühl des Willkommenseins und die wohltuenden Sinneserfahrungen!

Danke auch allen, die mit uns am Weg waren - es tut immer wieder gut, die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten und Freunden spüren zu dürfen!

Christina Sendlhofer

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