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Pinzgauer Züchterlehrfahrt

Es gibt nicht viel hinzuzufügen - so zeigt sich Pinzgauer-Zucht aus dem Ahrntal!
Ein geborener Unternehmer - Josef Schett!
Schön eingebettet in die Landschaft des Villgratentals - das Villgrater Natur Haus
Wirkt sehr glaubwürdig und ehrlich - Walter Steger, Grauviehzüchter am Künighof
Sorgte anfangs sicher für Verwirrung - zur Aufbesserung der Wohnqualität und Wärmedämmung wurde der Künighof einfach mit Glas ummantelt!
Ein großer Moment für Sira und Martin Ebenkofler - die Grand Dame holt sich den Gesamtsiegertitel!
Wunderbares Handwerk, das man gesehen haben soll - das Krippenmuseum Maranatha in Luttach begeisterte!
Beeindruckender Ausklang in der gotischen Stube des Museums!
Der Tag endete mit schönen Marienliedern in der Wallfahrtskirche Hl. Geist im hintersten Ahrntal!

jetzt mit Bildergalerie!

VILLGRATER NATUR

Zwei Reisebusse voller interessierter Pinzgauer-Züchter fanden sich Freitag Vormittag in Innervillgraten/Osttirol ein, um den Wollverarbeitungsbetrieb "VILLGRATER Natur" als erstes Ziel der traditionellen Züchterreise zu besuchen. Mit unternehmerischen Können erzählten Josef und Bernadette Schett von der Entwicklung ihres Lebens, das sich entgegen ursprünglicher Ideen zu einem anstrengenden, aber sehr erfolgreichen Weg geformt hat. Der gelernte Banker übernahm 1985 den elterlichen Hof mit der Grundbedingung, sich von der traditionellen Rinderhaltung zu verabschieden um sich auf Schafzucht und Verarbeitung der Schafprodukte verlagern zu können. Der Respekt zur Natur und seiner Bewohner, die Liebe zur Landwirtschaft bzw. zur Heimat und der enorme Weitblick bildeten die Grundpfeiler, auf welche der stolze Schafzüchter sein Unternehmen aufbaute. Trug Schett für die anfängliche Bearbeitung noch alte Kartatschen zusammen, so kaufte er später große Verarbeitungsmaschinen aus Deutschland und eröffnete 1991 das Villgrater Natur Haus, welches 2008 erweitert wurde und mittlerweile wieder aus allen Nähten platzt. Die moderne Wollverarbeitung, aus der neben den bekannten Naturbetten und Dämmstoffen noch viele schöne Kleidungsstücke und Accessoires entstehen, konnte im letzten Jahr ein 30%iges Umsatzplus verbuchen und bietet 13 Menschen einen sicheren Arbeitsplatz im Tal.
Der Erfolg unseres Unternehmens liegt einzig in der Freude unseres Tuns" versicherte Josef Schett und meinte, es gäbe schließlich nicht viele Menschen, die jeden Tag mit Freude an der Weiterveredelung von natürlichen Produkten arbeiten dürfen. Die Basis des erfolgreichen Unternehmens bildet laut Schett mit Sicherheit die Familie, so erzählte er von seinem "persönlichem Lottosechser", nämlich Ehefrau Bernadette, mit der er gemeinsam fünf Töchter hat. Eine der schönsten Bestätigungen erfuhr der Unternehmer mit seiner ältesten, Rebecca, die nach erfolgreichem BWL-Studium in Wien nach Hause zurückgekehrt ist und die Arbeit im elterlichen Betrieb aussichtsreichen Job-Angeboten vorgezogen hat.

Das Villgratental „voll auszukosten" vermochte die „Badl-Alm" in Kalkstein, ein gemütliches Aussichts-Restaurant, das die Ausflügler mit einer angenehmen Mittagspause und den Blick auf die idyllische Wallfahrtskirche "Maria Schnee" inmitten einer verträumten Landschaft verwöhnte.

KÜNIGHOF

Nicht allzu lange dauerte die Busfahrt bis zum nächsten Treffpunkt, welcher bereits im Südtiroler Ahrntal lag. Bequem gelegen, weil unweit dem Quartier, empfing Walter Stegerdie Truppe auf dem Künighof und die ersten optischen Eindrücke vermittelten bereits, dass Walter Steger mit seinen Ideen den herkömmlichen Gegebenheiten erfolgreich zu trotzen versucht.
Der 46-jährige Bauer, als gelernter Koch eher dem Tourismus verschrieben, übernahm 2001 den intensivst geführten Fleckviehbetrieb und beschloss, sich vom allgemeinen Trend „In der Größe findet sich das Glück" zu verabschieden. Der Grund lag für ihn klar in der Unwirtschaftlichkeit seines Betriebes, welcher zwar höchste Leistungen und beste Rangierungen vorweisen konnte, aber "unterm Strich" viel zu kostspielig war.
Sein Weg war klar ein anderer – gemeinsam mit einem bekannten Südtiroler Architekten plante er die gläserne „Ummantelung" des alten Hauses, welche zwar nicht für allgemeine Zustimmung sorgte, aber enorme Wohn- und Lebensqualität einbrachte. 2003 stellte er den Betrieb auf BIO um und 2008 erfolgte mit dem Stallneubau die komplette Rasseumstellung auf Grauvieh, das für seine Betriebsphilosophie am ehesten in Frage kam.
Seine Fähigkeiten zu kooperieren, belegt er mit den zwei gegründeten Gesmbhs – eine im landwirtschaftlichen Bereich, in der man sich auf 40 ha neben der Heugewinnung noch dem Anbau von Speisekartoffeln und Getreide widmet und daneben eine touristische Kooperation, die sich auf das Management von zwei Jugend- und Familienhotels konzentriert.
Bezeichnend für den aufgeschlossenen und weitsichtigen Unternehmer ist die Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit, so haben in seinen Ausführungen sowohl Erfolge als auch verfehlte Ziele ungeschönt Platz und Raum und vermitteln dadurch viel an Sympathie und Nachvollziehbarkeit.

RINDERSCHAU LUTTACH

„Diese Kuhgruppen beginnen mit einem Paukenschlag
", so lautete die starke Meldung von Preisrichter Reinhard Scherzer, als er die erste Gruppe der Erstlingskühe zu richten hatte. Es sollte keine einfache Aufgabe werden, waren die insgesamt neun Gruppen großteils mit überragenden Tieren gespickt. 80 hochkarätige Pinzgauer-Rinder aus 17 Betrieben des Ahrntales spiegelten den enormen Fleiß einer Züchtergruppe, die mit unglaublichem Arbeitswillen ihre teilweise extrem gelegenen Bergbauernhöfe bewirtschaftet und seit jeher an der positiven Entwicklung der Pinzgauer-Rasse arbeitet.
Zu einem absoluten Freudentag entwickelte sich die Ausstellung für Familie Ebenkofler, Pichler in Ahornach, als die wohl bekannteste Schaukuh SIRA mit dem Gesamtsieg bedacht wurde. SIRA, die im April ihr 10. Kalb zur Welt brachte und mit einer Lebensleistung von knapp 72.000 kg Milch aufwarten kann, präsentierte sich mit gewohnter Vitalität und einem hervorragendem Euter.
Zur Reservesiegerin wählte Scherzer die Jungkuh FRIEDA (V.Lenta) von Paul Stolzlechner, Niederkofler, die ihn aufgrund der Korrektheit im Köperbau und einem tadellosen Euter überzeugte.
Mit der Ehre der Eutersiegerin wurde die formatvolle Zweitkalbskuh NORA (V. Kevin) von Andreas Steger, Moaregger bedacht, welche mit einem Traumeuter bestach.

„Nehmen Sie sich diese Bilder mit nach Hause" – war das Resümee von Reinhard Scherzer im Finale der besten Kühe und nicht nur einmal sprach der Preisrichter von phänomenalen Kühen, die die hohe Kunst der Rinderhaltung demonstrierten.
Bei allem berechtigtem Lob an die Züchter verdient an dieser Stelle Reinhard Scherzer größte Anerkennung – selten hört man einen Menschen, der sowohl den Züchtern als auch den Tieren soviel Wertschätzung entgegenbringt – Gratulation dazu!

Ausführlicher Schaubericht aus Südtirol!

Vis á vis dem Schaugelände befand sich der nächste Programmpunkt - der Besuch imKrippenmuseum MARANATHA, der sich als unbedingt lohnend erwies. Die Privatsammlung, die sowohl alpenländische als auch orientalische Krippen und Szenen aus dem christlichen Leben umfasst, zeugt vom großen künstlerischen Handwerk Südtirols und Italiens, welche aus der ursprünglichen Not und Kargheit der bäuerlichen Familien entstanden ist. Die interessante Führung endete bei einem guten Gläschen Wein im Herzstück des Gebäudes, einer nachgeschnitzten gotischen Stube, umrahmt von professioneller Musik und stimmigen Worten der Hausherren.

Die Fahrt nach Kasern ins hinterste Ahrntal mit einem gemütlichen Spaziergang zur Wallfahrtskirche Hl. Geist bildete den Abschluss eines wunderschönen Tages, der mit unterhaltsamer Musik und manch flottem Tänzchen ein nettes Ende fand.

TANTSCHERHOF

Nach dem Frühstück hieß es, Abschied vom Ahrntal und Steuer südwärts Richtung Grödental zu nehmen.
In herzlicher Aufwartung empfing uns Matthias Ploner mit seiner Familie und vermittelte die Freude über den Besuch am Tantscherhof, der seit dem Stallbau 2011 wieder schönste Pinzgauer-Rinder beheimatet. 
Matthias Ploner - als Jungzüchterobmann, guter Freund und begabter Referent kein Unbekannter mehr, erzählte über seinen Werdegang vom Bauernbub zum Bäcker und schlussendlich von der Rückkehr zu seinen Wurzeln, dem "Bauersein". Stolz präsentierte er seine Top-Herde, bestehend aus 15 hochqualitativen Kühen und ca. 20 Stück Jungvieh, welche von der Menge mit viel Begeisterung und Interesse quittiert wurde.

Mit köstlichen Grillspezialitäten aus der familieneigenen Metzgerei setzte sich die nette Gemeinschaft fort und ließ sich auch vom nahenden Wetterumschwung nicht gleich stören.

MOARBAUER

Bei strömenden Regen und grollendem Gewitter bot der Stall des Moarbauern in Lajen schützendes Dach und beeindruckte zudem mit schönst herausgeputzten, prächtigen Pinzgauer-Kühen. Josef und Maria Ploner sowie die "rechte Hand" der Bauersleute, Martin Schenk, gaben Einblick in das stattliche Gut, das neben dem ehrwürdigen Hof die bekannte Broglesalm in Villnöss als auch ein Weingut im Tal besitzt.
Bei einem schmackhaften Imbiss konnte die vergorene Traubenernte des letzten Jahres noch genossen werden und bot nebenbei noch einen gemütlichen Rahmen für ein nettes Zusammensein unter Gleichgesinnten und Freunden.

Beim abschließenden Abstecher in die Metzgerei Ploner füllte sich so manche Tasche mit herzhaftem Südtiroler Speck, Schüttelbrot und vielerlei guten Würsten, welche beim Genießen hoffentlich den ein oder anderen Gedanken an drei schöne Tage in Südtirol erwecken...;)

Wieder einmal bleibt uns nur, von ganzen Herzen zu danken - all jenen, die unsere Ausflugstage mit vielen tollen Eindrücken, unglaublicher Herzlichkeit und Gastfreundschaft bereichert haben und uns das Gefühl vermittelten, eine oder einer von ihnen zu sein! 

Danke auch allen, die mit ihrem Dabeisein Teil der schönen Gemeinschaft waren - dazu bedarf es schließlich eines jeden Einzelnen - Danke dafür!

Christina Sendlhofer 

 

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