Pinzgauer Züchtertag in Kärnten
Am 10. Februar 2009 fand in der Landwirtschaftlichen Fachschule Litzlhof bei Lendorf der alljährliche Pinzgauer Züchtertag mit über 40 Teilnehmern statt.
Heuriger Referent, neuer Geschäftsführer der ARGE Pinzgauer International DI Mathias Kinberger, hielt einen Diavortrag über den Pinzgauer Weltkongress, der 2008 in der Slowakei stattgefunden hat.
Der Obmann der Kärntner Pinzgauer Züchter Hr. Liesinger Hans freute sich so viele Besucher begrüßen zu können, besonders freute es ihm, dass auch wieder die Freunde aus dem benachbarten Salzburg zum Kärntner Pinzgauerzüchtertag gekommen sind.
Das Jahr 2008 konnte wieder als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Die Kärntner Pinzgauer hatten an zahlreichen Schauen teilgenommen und sehr positiv abgeschnitten. Besonderer Dank wurde der LFS Litzlhof, insbesondere Verwalter Mikitsch Gerhard, ausgesprochen der immer die Mühen auf sich nimmt die Pinzgauertiere auf den Rinderschauen zu präsentieren.
Weiters wurde über den sehr erfolgreichen „Tag der offenen Tür“ auf dem Zuchtbetrieb der Familie Barzauner aus Fresach berichtet und noch ein herzliches Dankeschön den Veranstaltern ausgesprochen.
Der Geschäftsführer des Kärntner Rinderzuchtverbandes Ing. Ernst Lagger konnte ebenfalls einen sehr positiven Bericht des vergangenen Jahres vorlegen. Besonders freut es ihm, dass die Nachfrage nach Pinzgauer Tieren bzw. der Zuwachs bei den Zuchtbetrieben nach wie vor ungebrochen ist und viele Neubetriebe die Qualitäten der Pinzgauer wie gute Grundfutterverwertung, robuste Klauen, guter Mutterinstinkt, gutmütiger Charakter, hervorragende Fleischqualität gerade in Mutterkuhbetrieben immer mehr schätzen.
Zum Thema Vermarktung wurde noch angeschnitten vermehrt die Vermittlung über den Kärntner Rinderzuchtverband zu nützen und auch die Homepage für kostenlose Inserate zu nutzen.
Ing. Lagger war auch sehr erfreut darüber berichten zu können, dass das Sperma des Pinzgauerstieres aus Australien nach einigen Schwierigkeiten endlich für die Züchter verfügbar ist. Gerade Stiere für die Mutterkuhhaltung bei den Pinzgauern sind eher Mangelware, in Zukunft wird man verstärkt bemüht sein auch Besamungsstiere bzw. Natursprungstiere für diesen Bereich anbieten zu können. Mit diesem Australier ist der erste Schritt getan. Die in Australien immer auf die Fleischkomponente gezüchteten Pinzgauer werden sicher der Kärntner Pinzgauer Population gut tun, und durch die fremde Linienführung für eine Blutauffrischung sorgen.
Erfreulich ist auch, dass 2008 wieder der begehrte Managementpreis von einem Pinzgauerzüchter erreicht wurde, dieser wird im Rahmen der Generalversammlung des Kärntner Rinderzuchtverbandes am 28. März im Götz Stadl in Paternion überreicht. Herzlichst wird noch einmal den Ausstellern beim 1. Kärntner Milchkuhkirchtag, Oberauner Heimo aus Tressdorf und der LFS Litzlhof, gedankt.
Im Leistungsbericht konnten die Pinzgauer wieder ihre Qualitäten in den Vordergrund stellen. Man darf dabei aber nicht vergessen dass die Pinzgauer gerade in den Fitnesswerten die Nummer eins in Kärnten sind und so soll es auch in Zukunft bleiben. Bei einer Leistung von 5.471 Milch kg bei 3,95 Fett und 3,37 % Eiweiß sind die Kärntner Pinzgauer durchaus zu anderen Rassen konkurrenzfähig, man muss bedenken dass diese Rasse in den extensiven Produktionsgebieten in Kärnten gehalten werden. Auch bei den Erstlingsleistungen konnten die Pinzgauerkühe überzeugen, mit einer Leistung von 4.797 bei 3,95% Fett und 3,45 % Eiweiß konnte zum Vorjahr eine deutliche Leistungssteigerung verzeichnet werden.
Nicht nur bei Rinderschauen, sondern auch bei der Leistung ist die LFS Litzlhof eine Klasse für sich, als Bester Betrieb in Kärnten erreichten sie 2008 mit 38,2 Kühen eine Leistung von 7009 Milch kg bei 4,52% Fett und 3,52% Eiweiß. Die LFS Litzlhof verweist damit Steiner Margaretha aus Feistritz/Drau mit 4,4 Kühen mit einer Leistung von 7.099kg Milch mit 4,24% Fett und 3,57 % Eiweiß auf die zweite Stelle der Besten Betriebe. Den dritten Platz der besten Betriebe teilten sich mit 542 FEkg Schnitzer Horst aus Himmelberg und Wallner Hannes aus Großkirchheim.
Unter den besten Dauerleistungskühen ist die LFS Litzlhof unter den Reinrassigen und auch bei jenen über 6,25% RF Anteil an erster Stelle. Atlanta ermolk als reinrassige Kuh bereits über 70.000 kg Milch, bei jenen über 6,25 % RF-Anteil war Mira eine Alpenking-Tochter mit über 90.000 kg Milch unschlagbar.
Unter den Besten Einzelleistzungen teilten sich den Titel „Beste reinrassige Kuh“ zwei Maltus Töchter. „Sabina“ von Barzauner Fredy aus Fresach und „Alabama“ von der LFS Litzlhof mit 643 FEkg.
Als gewaltig ist die Leistung von „Rolla“, eine 50%igen Oregon-Tochter der LFS Litzlhof, zu bezeichnen. Bei 11.471 kg Milch mit 6,23% Fett und 3,45% Eiweiß bei 1.111 FEkg war Sie deutlich an der Spitze der nicht reinrassigen Pinzgauerkühe.
Auch bei den Erstlingskühen konnten sehr gute Leistungen erzielt werden. „Arabella“ eine reinrassige Maltus-Tochter von Oberauner Heimo aus Kirchbach mit 547 FEkg und „Irene“ eine 46%ige Hot-Tochter von Weber Reinhold waren bei den Erstlingskühen an der Spitze.
In der Fleischleistung ist ein erfreulicher Zuwachs der Betriebe und Kühe zu verzeichnen. Mit 11 Betrieben und 41 Kühen mehr als 2007 konnte die Rasse Pinzgauer gerade in der Mutterkuhhaltung überzeugen. Bei der Fleischleistungskontrolle zeigten die Wiegungen, dass gerade in der Aufzucht die Pinzgauer durch die guten Mutterleistungen, auch mit den intensiven Fleischrassen mithalten können und sehr gute Tageszunahmen erzielen; 200 Tage Zunahmen ♂ 1.201 g, ♀ 1.085 g. Die Tageszunahmen beim 365 Tage-Gewicht waren etwas unter dem Schnitt, was aber sicher mit der Haltung in den extensiven Gebieten zusammenhängt; 365 Tage Zunahmen ♂ 1.028 g, ♀ 894 g.
Um gerade im Bereich der Pinzgauer Fleischrinderzucht neue Akzente zu setzten wurde auch der Referent Dietmar Grilz von der LK-Kärnten eingeladen. Er stellte das neue Projekt Arbeitskreis Fleischrinderzucht Pinzgauer vor. In Zusammenarbeit mit dem Rinderzuchtverband sollte ein reiner Arbeitskreis Pinzgauer gegründet werden. Jeder Betrieb wird einzeln analysiert, Stärken und Schwächen diskutiert und die Probleme der einzelnen Betriebe gemeinsam ausgearbeitet. Man bekommt von der züchterischen als auch von der wirtschaftlichen Seite die Unterstützung um dadurch seinen Betrieb noch wirtschaftlicher führen zu können. Nutzen sie dieses einmalige Angebot, es werden noch Betriebe bei diesem Arbeitskreis aufgenommen, Interessierte bitte beim Kärntner Rinderzuchtverband unter 04212/2215-15 melden.
Der heurige Referent ist der neu gewählte Geschäftsführer der ARGE Pinzgauer international DI Mathias Kinberger. Er referierte über den im Jahr 2008 stattgefundenen Pinzgauer Weltkongress in der Slowakei. Zuerst gab es noch einen Überblick wo die Rasse Pinzgauer weltweit vertreten ist. Sei es in Südafrika, Brasilien, Australien, USA, Kanada, Italien, Bayern oder seit kurzem auch in der Schweiz, die Pinzgauer sind vor allem wegen ihrer Robustheit und unkomplizierten Art gerade auch in jenen Ländern sehr beliebt. Immer stärker verbreitet sind die Pinzgauer auch in der Slowakei. DI Kinberger gab uns per Diavortrag Einblicke in die Slowakische Pinzgauerzucht. Sowohl Milchbetriebe als auch Fleischbetriebe wurden bei der Weltkonferenz von den Teilnehmern aus aller Welt besucht. Überzeugen konnten die Pinzgauer auch in der Slowakei in den extensiven Regionen wo sie durch gute Leistung bei doch schlechterer Futterqualität glänzen konnten.
Pinzgauer sind auf der ganzen Welt vertreten dieser Züchtertag hat dadurch einmal mehr die Qualitäten dieser Rasse aufgezeigt. Die Eigenschaften dieser robusten, gesunden, widerstandsfähigen Rinderrasse mit einem sehr gut ausgeprägtem Mutterinstinkt, guter Leistung, einem guten Abkalbeverhalten, bester Fruchtbarkeit und Klauengesundheit sind in der Mutterkuhhaltung aber auch in der Milchviehhaltung für den wirtschaftlichen Erfolg ausschlaggebend. Durch die harten Klauen und dem guten Fundament eignen sie sich auch bestens für die Alpung und Weidehaltung.
Durch die gute Zusammenarbeit im Milchbereich mit den Salzburger Rinderzuchtverband haben die Kärntner Pinzgauer Milchbetriebe die besten Voraussetzungen in der Pinzgauerzucht. Im Fleischbereich wird man in Zukunft mehr Akzente setzen, gerade in der Mutterkuhhaltung steigen die Betriebs und Kuhzahlen. Mit dem Arbeitskreis Mutterkuhhaltung erhofft man sich weitere Aufschlüsse über die Wirtschaftlichkeit der Pinzgauer zu bekommnen. Erfreulich ist es, dass die Pinzgauer in Kärnten einen Zuwachs der Kühe zu verzeichnen haben. Die Zucht auf Reinrassigkeit der Pinzgauer hat einen sehr hohen Stellenwert in Kärnten, und wird auch zu Recht mit der Generhaltungsprämie im Zuge des ÖPUL Programms „Haltung gefährdeter Haustierrassen“ mit 140€/Kuh gefördert.
Der Kärntner Rinderzuchtverband würde sich freuen nächstes Jahr wieder so viele Besucher begrüßen zu können.
Ing. Georg Moser
Kärntner Rinderzuchtverband