Raus aus den Gummistiefeln - rein in die Bergschuhe!
Loferer Almbauern und Sennleute besuchen die Piffalm der Landwirtschaftlichen Fachschule Bruck
Um spätestens fünf Uhr morgens gehen die Lichter der über 20 Almhütten auf der Loferer Alm an. Kühe holen, Melken - schon die Uhr im Blick - und dann ab ins Tal, damit die Milch zeitgerecht beim Tankwagen ist. Nach kurzer Verschnaufpause erwartet den einen oder anderen Bauern dann die Heuarbeit oder Gästebewirtung, bevor die Melkarbeit die Loferer und St. Martiner-Almauftreiber nachmittags wieder auf die Alm zieht.
Auszeit auf Zeit
Doch einmal im Sommer gönnen sich alle eine Auszeit. An diesem Tag geht die morgendliche Melkarbeit nochmal so schnell von der Hand. Gemeinsam warten alle auf den letzten Melker und dann steht dem Almausflug nichts mehr im Weg. Ziel war heuer die Piffalm an der Großglocknerstraße.
Direktor Ing. Christian Dullnig mitsamt Kollegium aus Lehrer und Lehrerinnen sowie Almpersonal empfing die über dreißigköpfige Exkursionsgruppe aus dem Unteren Saalachtal auf der knapp 1.500 m hoch gelegenen Grundhütte. Nach kurzer Einführung über die Almwirtschaft im Ferleitental ging es dann hinauf Richtung Piffkar, damit sich die Gäste selbst ein Bild machen konnten. Neben den Pinzgauerkälbern waren es die 35 Tauernschecken, die die Besucher begeisterten. Sie sanieren seit mehreren Jahren Weideflächen. Vor Ort überzeugten sich die Almleute über den Fortschritt und die Begierde, mit der die Ziegen besonders Almrosen und kleinere Stauden verbeißen.
Abseits der Großglockner Hochalpenstraße, die das 630 ha große Almgebiet mehrmals durchschneidet, ging es zur Pinzgauer Milchkuhherde. Wenig beeindruckt von den eher selten zu sehenden Wanderern grasten die Kühe auf der Portionsweide, die zweimal täglich frisch vorgelegt wird.
Melken etwas anders
Zurück bei der Almhütte, die direkt in der Kehre 3 liegt, besichtigten die Besucher den neuen 6er Side-by-Side Melkstand mit Warteraum im Altbestand des Stalles. Die Hälfte der Almzeit melkt die Sennerin dort die 37 Kühe. Die andere Hälfte der Almperiode weiden die Rinder zwei Kilometer weiter unten. Gemolken wird dort in einem Stall mit Fressgitter und Rohrmelkanlage.
Das Lehrerteam erwartete dann die mittlerweile hungrigen Wanderer mit einer kleinen Grillfeier. Bevor es wieder Richtung Heimat ging resümierte der eine oder andere Almerer den Tag und kam zu dem Schluss, welch herrlichen Gang seine Kühe auf dem Hochplateau Loferer Alm hätten im Vergleich zum steilen Gelände entlang der landschaftlich wunderschönen Glocknerstraße. Nach Kaffee und Kuchen war es aber höchste Zeit, die mehr als einstündige Heimfahrt anzutreten. Trotz Almausflug warten ja die eigenen Kühe schon aufs Melken.
Piffalm
Lage Gemeinde Fusch, erstreckt sich zwischen 1.200 m und 2.600 m Seehöhe
Almfläche: 633 ha davon 450 ha Sonderschutzgebiet des Nationalparks Hohe Tauern (Außernutzungsstellung seit 1998) sowie 37 ha Wirtschaftswald
Weidetiere: 37 Milchkühe, 36 Jungrinder inklusive Lehnvieh,19 Kälber, 11 Norikerpferde, 35 Tauernschecken Ziegen, 54 Schafe der Rassen Alpines Steinschaf und Bergschafe
Martina Mühlbauer, Bruck/Glocknerstraße


