Simpert - ein Bayer übersiedelt nach Nordrhein-Westfalen!
Angekommen in der neuen Heimat - am Hof von Familie Hoffmann-Schäfer in Erndtebrück!
So einfach sich die erste Onlineversteigerung anlässlich der Süddeutschen Fleischrindertage gestaltete, so blieb die Distanz zwischen Friedberg und Erndtebrück unverändert dieselbe und musste nach dem erfolgreichen Einkauf noch organisiert werden.
"Sobald das Wetter die Fahrt zulässt, werden Michel und ich uns auf den Weg machen und Simpert abholen", schrieb Heike Hoffmann-Schäfer in ihrer Freude über den Zuschlag ihres künftigen, vielversprechenden Zuchtstiers.
Das Versprechen von Heike, von der geglückten Überstellung zu berichten, wurde gemäß ihrer Verlässlichkeit express erledigt und wir freuen uns, die folgenden Zeilen übermitteln zu dürfen...
Eine Woche nach der Ersteigerung von Simpert machten wir uns morgens gegen vier Uhr auf die 500 km-Reise zum Betrieb von Martin Augustin in Friedberg/Bayern.
Die Autobahn war nahezu leer und so begrüßte uns der Freistaat mit einem herrlichen Sonnenaufgang, das konnte ja nur noch ein guter Tag werden. Bereits um 9.30 Uhr erreichten wir den stadtnah gelegenen Hof von Martin. In dem großzügig angelegten Tretmist-Stall besichtigten wir die große Pinzgauer-Herde mit enormer genetischer Vielfalt. Neben den mächtigen Tieren, fiel uns sofort die besondere Ruhe in der Herde auf. Genau das, wo auch wir besonderen Wert drauf legen - ruhige, umgängliche Tiere.
Voller Leidenschaft und mit berechtigtem Stolz erklärte und zeigte uns Martin den Hof. Neben der Mutterkuhhaltung von Martin besteht noch eine Kooperation mit zwei weiteren Landwirten (Haltung von „Strohschweinen“ und Ackerbau). Gemeinsam wird eine Biogasanlage betrieben, die mit den anfallenden tierischen Exkrementen betrieben wird und nicht mit wertvollen Futtermitteln. Ebenso werden eine Hofmetzgerei und ein Hofladen zur Vermarktung der hofeigenen Produkte gemeinsam betrieben. Die regionalen Ressourcen werden genutzt, indem die Rinder neben Stroh mit Dinkelspreu, einem Abfallprodukt einer nahen Dinkelmühle, eingestreut werden.
Sämtliches Futter für Rind und Schwein wird auf den Flächen der Kooperation angebaut.
Eine wünschenswerte standort- und leistungsangepasste Kreislaufwirtschaft.
In Stadtnähe gelegen, wird viel Wert auf Öffentlichkeitsarbeit gelegt. So bietet die Kooperation den Hof als Lernort für Schulkinder an und große Hinweistafeln in Hofnähe erklären Spaziergängern die Wirtschaftsweise des Betriebs. Alles Merkmale einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft.
Nach einer Stärkung ging es dann ans Verladen unseres Simperts, was doch eine Zeit dauerte. Aber wer weiß auch schon, was einem blüht, wenn man auf einen fremden Hänger steigen soll. Alles gute Zureden half zunächst nichts, erst nach einem beruhigenden „Handauflegen“ ließ sich der gutmütige Simpert auf den Hänger führen. Mit einem herzlichen Dankeschön an Martin Augustin und sein Team machten wir uns mit unserer wertvollen Fracht auf den Heimweg.
Nach problemloser, zügiger Fahrt erreichten wir unseren Stall bei eisigen Temperaturen. In der Box warteten bereits drei Rinder und zwei tragende Kühe auf den Neuen. Wie es sich gehört, durfte er gleich neben unserer Herden-Chefin „Eri“ im Fressgitter Platz nehmen.
Nach einer eisigen Nacht (-20,8°C) war heute Morgen bei Simpert keine Spur von Jetlag zu spüren. Er hat sich gleich an die Arbeit gemacht! Seine erste Auserwählte heißt „Sotschi“ (krManta x Gigant), wie die Kärntner Omama. Aber auch "Schneeweissel" und "Schneeflocke" zeigen großes Interesse an dem feschen Stier. Bis zum Mai kommen noch vier weitere Rinder zu seiner eigenen kleinen Herde dazu.
Nun hoffen wir, dass er sich gut einlebt, lange gesund bleibt und viele schöne Kälber macht.
Heike Hoffmann-Schäfer
Liebe Heike,
vielen herzlichen Dank für den eindrucksvollen Beitrag, der einmal mehr das Vorzeigeprojekt von Martin Augustin und seinen Geschäftspartnern unterstreicht. Hier wird sichtbar, wie erfolgreich das Nutzen von Synergien für Mensch, Tier und die Umwelt ist - weil wir unsere Welt nur im Gesamten in eine bessere Zukunft führen können! Gratulation an Martin Augustin zu dieser Betriebsphilosophie und weiterhin alles Gute!
Simpert wird es nicht schwer fallen, sich in seinem neuen Umfeld einzufinden - hat er bei Familie Hoffmann-Schäfer eine ebenbürtige Heimat gefunden und so hoffen wir, dass er seinen Erwartungen gerecht wird und seinen Besitzern viel Freude bereitet!
Christina Sendlhofer



