Sommertreffen und Vollversammlung von Pinzgauerrind Schweiz
Erwin Engel neuer Präsident der Schweizer Pinzgauerzüchter!
Nachdem sowohl im Frühling 2020 als auch 2021 coronabedingt keine Jahresversammlung abgehalten werden konnte, wurde am Samstag, den 28. August das Sommertreffen und die Jahresversammlung auf einmal durchgeführt.
Wir trafen uns beim Viehhändler und Vereinsmitglied Franz Joseph Scherrer in 9476 Weite, wo wir von Franz‘ Mitarbeiterinnen mit einem Apero herzlich willkommen geheißen wurden.
Anschließend wurde mit der Versammlung der offizielle Teil durchgeführt.
Die Traktandenliste war nicht sehr lang und so ging es ziemlich zügig vorwärts. Christian Putzi stellte die Jahresrechnungen von 2019 und 2020 vor. Das wichtigste Traktandum war die Wahl eines neuen Präsidenten. Matthias Zimmermann aus Ehrendingen (Kanton Aargau) engagierte sich seit der Gründung des Vereins im Oktober 2010 als Präsident. Nachdem er schon länger angekündigt hatte, dass er das Amt abgeben möchte, habe ich (Erwin Engel) mich bereiterklärt, die Funktion des Präsidenten zu übernehmen.
Die Stimmberechtigten gaben mir dann auch alle ihre Stimme, wobei ich mich für das geschenkte Vertrauen bedanken möchte. Ich werde versuchen den Verein weiterzuführen und wenn möglich noch etwas zu vergrößern. Die Gemeinschaft „Pinzgauerrind Schweiz“ besteht im Moment aus knapp 20 Mitgliedern.
Am Ende der Versammlung wurde Matthias Zimmermann mit einem kleinen Korb verschiedenster Hofprodukte der Familie Putzi aus dem Vorstand verabschiedet. Der scheidende Vorsitzende hatte als Vereins-Präsident doch einiges erlebt, da der Anfang ziemlich holprig war und so möchte ich ihm hiermit meinen Dank aussprechen für seinen Einsatz und das Durchhalten. Matthias und seine Familie bleiben uns hoffentlich als Vereinsmitglied erhalten!
Im Anschluss an die Versammlung wurde uns von der Viehhandelsfirma Scherrer ein wunderbares Mittagessen serviert. Feines Fleisch vom Grill und ein großes Salatbuffet standen bereit, bevor es mit Kaffee und Kuchen weiterging.
Franz Scherrer stellte die Gegend und den Viehhandelsbetrieb vor, welcher im St. Galler Rheintal – in der Gemeinde Wartau liegt. Wartau besteht aus zahlreichen kleinen Dörfern, wobei noch interessant ist, dass sich keines der Dörfer Wartau nennt. Der tiefste Punkt der Gemeinde ist in der Rheinebene auf einer Höhe von 464 m Seehöhe, wo auch die Betriebsstandorte Scherrers sind, und geht hinauf bis auf den Gipfel des Alvier mit 2343 m.
Franz Scherrer führt den Besitz in der vierten Generation, welcher aus zwei Betriebsstätten und 60 Hektar Land, verteilt auf 6 km, besteht.
Scherrer handelt mit verschiedenen Viehrassen, unter anderem natürlich mit der schönsten Rasse, den Pinzgauern. Viel Erfahrung hat Franz Joseph mit dem Exportieren und Importieren von Rindern, verkaufte er sein Vieh bereits in viele Herren Länder, unter anderem auch nach Russland oder Georgien.
Etwas speziell ist vielleicht auch noch die Vermietung von Zuchtstieren verschiedenster Rassen. Drei solcher „Verleihstiere“ der Pinzgauer-Rasse konnten wir besichtigen – FRANSER von Heugenhauser, Duxner in Saalfelden (Z.Hubert Wörgötter, Moosburg, Uttendorf); HALLER-MARIO von Frtiz Gschossmann, Holzmeisterbauer in Kaprun sowie ein Schweizer Pinzgauerstier, der schon etwa 60 Besamungen auf verschiedenen Höfen gemacht hat.
Nach der interessanten und informativen Betriebsvorstellung genossen wir noch das Zusammensein mit den Pinzgauer-Kollegen und hatten es lustig und gemütlich. Es war wieder ein sehr schöner Tag, der allen Anwesenden zu verdanken ist.
Nun hoffe ich, dass wir noch viele weitere solcher Anlässe mit dem Verein genießen können und was mir persönlich auch noch wichtig ist, ist der Kontakt zum Ursprungsgebiet unserer Rasse, dem Pinzgau.
Erwin Engel
Lieber Erwin,
wir gratulieren zur einstimmigen Wahl und freuen uns, dass der Verein der Schweizer Pinzgauerzüchter mit dir in die Zukunft starten darf! Gerne bieten wir unsere Unterstützung an und freuen uns auf die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit, die bereits Matthias Zimmermann vorbildlich gepflegt hat!
Matthias Zimmermann gilt an dieser Stelle großer Dank - hat er den Wirrnissen des Anfangs erfolgreich getrotzt und dank eines "harten Kerns" die Gemeinschaft am Leben gehalten!
Auf die Frage an Matthias Zimmermann, wie es denn um seine Pinzgauerzucht stehe, kamen folgende erfreuliche Zeilen: "Die guten Verkaufsmöglichkeiten unserer Pinzgauer ließen den Bestand im letzen Winter etwas schrumpfen, aber wir haben sie noch in allen Alterskategorien, das heißt, dass auch diesen Winter wieder neue Rinder abkalben. Auch verwenden wir die Pinzgauer immer noch als Veredelungspartner auf andere Rassen, um robust Tiere zu bekommen".
Die Kuh Genevieve (mit welcher Matthias abgebildet ist) ist so ein "Veredelungsprodukt" - aktuell in der 5. Laktation, in der sie hochgerechnet gut 9.700 kg Milch produzieren wird und wieder trächtig ist. (von Rausch, gesext)
Was die Pinzgauer am Hof der Familie Engel betrifft, lässt sich an der Abbildung klar erkennen - sehr eindrucksvoll präsentieren sich die beiden Kühe, die von ihrer ersten Pinzgauerkuh Seiden, die 2011 importiert wurde, abstammen und als "Hof-Milchlieferantinnen" den heurigen Sommer daheim verbringen!
Wir dürfen uns davon überzeugen - beim nächsten Informationstag im Westen im Jänner 2022, wo Familie Engel ihre Züchterkollegen ganz herzlich nach St. Antönien einlädt!
Mit einem großen Danke für die Bereitschaft wünschen wir, dass sich der Verein gut weiterentwickeln und -wachsen darf - wir laden alle Pinzgauer-Züchter in der Schweiz, ob im Bereich der Mutterkuh- oder Milchviehhaltung angesiedelt, ganz herzlich ein, dem Verein beizutreten und somit Mitgestalter zu sein - weil im guten Miteinander bekanntlich Großes entstehen kann!
Christina Sendlhofer






