Stünzel
– die traditionelle Wittgensteiner Kreistierschau seit 1833 mit Kult-Status
Am 13. Juni fand die Kreistierschau des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Wittgenstein e.V. auf dem Stünzel statt. Der Festplatz, inmitten eines alten Buchenwalds gelegen, war von den unzähligen Ehrenamtlichen trotz der starken Regenfälle an den Vortagen aufs Beste vorbereitet.
Der Besuch des Stünzelfests ist für viele Menschen in der Region ein unbedingtes Muss. Familien mit Kindern erleben hier die heimische Landwirtschaft hautnah, Landwirte tauschen sich im Fachgespräch aus. Hier trifft man sich, feiert und nicht selten, wie seit fast 200 Jahren, findet der eine oder andere den Partner fürs Leben.
Trotz der eher durchwachsenen Wetterprognose zog es doch ca. 13.000 Menschen auf den idyllisch gelegenen Festplatz. Neben der großen Tierschau boten rund 200 Händler ihre Waren an. Von der Mausefalle, über Tierzuchtbedarf und Schaumwaffeln bis zum Ackerschlepper, alles wurde angeboten. Zahlreiche Speisenangebote und Bierzelte komplettierten das Angebot.Am Festtag blieb es trocken und die Temperatur war mit 16° C angenehm und vor allem tierfreundlich.
Aufgetrieben wurden insgesamt 80 verschiedene Tierrassen: Kaninchen, Enten, Hühner, Tauben, Schafe, Pferde, Milchvieh und 12 Fleischrinder-Rassen. Die Fleischrinder bildeten mit 140 aufgetriebenen Tieren die größte Gruppe und bescherten Ordnern und Preisrichtern reichlich Arbeit. Das Preisrichter-Duo im Fleischrinder-Ring, Jannik Kastens und Torsten Kirstein (Masterrind/ Verden), war nicht nur von der Rassevielfalt beeindruckt, sondern viel mehr noch von der hohen Qualität der aufgetriebenen Tiere, die wohl deutschlandweit für eine Kreistierschau einzigartig sei.
Wie seit langen Jahren, waren auch die Pinzgauer Fleischrinder wieder vertreten.
In diesem Jahr hatten die Zuchtbetriebe Jakob Limper und Michael Schäfer 4 Färsen, eine Kuh mit Kalb und einen Bullen aufgetrieben.
In der Klasse der Färsen erhielt Skandia P# (V: Wolfgang/ MV: kr Manta, Z. u. B.: Michael Schäfer) den Ehrenpreis.
Kuh Ella PP* (V: kr Manta/MV: Gigant, Z. u. B.: Michael Schäfer) mit Kuhkalb Evie P# ( V: Wotan Pp*), sowie Bulle Wotan Pp* (V: UE Winz/ MV: UE Harry, Z: Bernadette Leibold/ B: Michael Schäfer) wurden in einem Ring vorgestellt. Sowohl Ella, als auch Wotan wurden mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.
Im großen End-Ring der Kühe über alle Rassen musste sich Ella PP* auf dem zweiten Platz hinter einer Simmental-Fleckvieh-Kuh einreihen. Die zwei Monate alte, gut genährte Evie hatte ihr doch viel abverlangt, sodass ihre Kondition noch nicht wieder optimal war.
Wochenlanges fleißiges Üben bringt Erfolg: Beim Jungzüchter-Wettbewerb belegte der 5-jährige Vincent Florin, zur Freude der ganzen Familie, mit der zwei Monate alten Evie den ersten Platz in seiner Altersklasse.
Vincent: "Oma, wen stelle ich nächstes Jahr vor?"
"Mal sehen, welches Kälbchen passend geboren wird."
"Oma, eigentlich wollte ich auch mal den großen Bullen vorstellen!"
Sprach es aus und schlief um 17.00 Uhr, nach seinem "12 Std.-Arbeitstag" auf dem Stünzel, glückselig ein.
Wie schön, wenn Kinder mit solchen Wünschen groß werden dürfen...
Mit herzlichen Grüßen an alle,
Heike Hoffmann-Schäfer
Liebe Heike,
vielen herzichen Dank für den schönen Beitrag von eurer Kreistierschau, der beweist, wie wichtig derartige Feste sind, weil sie neben allem Fachlichen einen unbezahlbaren Wert für die Gesellschaft leisten.
Welch großartiges Bild die Pinzgauer abgeliefert haben, braucht dabei nicht erwähnt werden, die Fotos bringen es unübersehbar zum Ausdruck!
Die größte Bestätigung und Freude ist zweifellos aber der grandiose Autritt eures Enkels Vincent, weil es die Kinder sind, die nicht nur unsere Herzen erobern, sondern Hoffnung und Zuversicht für eine gute Zukunft verbreiten.
Danke für all die Mühe um diesen glanzvollen Auftritt und in der Hoffnung, dass auch im nächsten Jahr eine große Kälberschar zur Auswahl steht, wird Vicents Wunsch bestimmt wieder in Erfüllung gehen! Es gibt tatsächlich nichts Schöneres, als Kindern solche Erfahrungen und Erlebnisse zu ermöglichen, die ihnen unvergessen bleiben.
Christina Sendlhofer



