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Südafrika - ein wunderschönes Land voller Gegensätze

XI. Pinzgauer Weltkongress in Pretoria

Das Wildleben im Buschland, die Landwirtschaft und natürlich Pinzgauer Rinder waren die Schwerpunkte der Kongressreise in Südafrika.
Mit fünfzig Teilnehmern aus Österreich und Südtirol stellte das Stammzuchtgebiet die größte Delegation beim 11. Pinzgauer Weltkongress.
Bei einer 10-tägigen Rundreise wurden Land und Leute kennengelernt, die kulinarischen Köstlichkeiten genossen und die Gemeinschaft der weltweiten Pinzgauer Familie gepflegt.

Ein sehr interessantes Reiseziel war der Kruger National Park. Mit einer Fläche so groß wie Belgien ist er einer der größten Wildparks Afrikas und liegt im Lowveld an der Ostgrenze Südafrikas zu Mozambique. Der Park wurde bereits 1898 gegründet, damals jedoch noch zum Schutz jagdbaren Wildes. Erst später wurde die Nationalparkidee aufgegriffen und seit den 1930er Jahren ist er ein beliebtes Touristenziel. Im Park leben viele interessanten Wildtiere, darunter die Big Five: Elefant, Büffel, Nashorn, Leopard und Löwe. Zebras, Giraffen, Antilopen, Gnus, Krokodile, Nilpferde, Affen können ebenso hautnah beobachtet werden. Die Winterzeit erreicht im August in Südafrika ihren Höhepunkt, es ist staubtrocken, das Gras ausgeblichen und die Wasserlöcher rar. Die ideale Zeit um die Wildtiere zu beobachten, da man weit in den Busch sieht und die Tiere auf Nahrungs- und Wassersuche viel herumziehen müssen. Besonders lohnenswert sind Fahrten mit offenen Wägen, wo ortskundige Park Ranger die Wege des Wildes genau kennen.

An der Westgrenze des Parks sind zahlreiche private Wildreservate angesiedelt. Auf unserer Tour wurde das 13.000 Hektar große Kapama besucht. Dieses beherbergt die gleiche Palette an Wildtieren wie der Kruger Park. In Kapama gibt es fünf Luxuslodges, die zahlreiche Touristen unterbringen können.  Bei den Pirschfahrten morgens und abends in offenen Jeeps werden von den Rangern unvergessliche Momente mit den Wildtieren beschert. Die Tiere sind an die Jeeps gewöhnt und erschrecken nicht. So kann bis auf einen Meter an die Löwen herangefahren werden. Gänsehautfeeling inkludiert! Menschen werden nur als Teil des Autos erkannt und sind dadurch keine Nahrungsquelle wurde uns versichert. Statistiken über gefressene Besucher existieren nicht ;)

Während unserer Tour wurde uns auch immer wieder die Geschichte Südafrikas bewusst. Ein Besuch in Soweto, dem South Western Township von Johannesburg brachte uns die Zeit der Apartheid näher. Hier leben zwischen 2,5 und 12 Millionen Menschen, die Schätzungen gehen weit auseinander. Entstanden ist diese riesige Siedlung als Wohnland der schwarzen Minenarbeiter in der Goldgräberstadt Johannesburg. Die Arbeiter mussten am Abend die Stadt verlassen und in die Vorstädte fahren, wo ihnen ein Wohnort zugewiesen wurde. Heute reihen sich hier schicke Wohnhäuser und riesige Wellblechsiedlungen aneinander. Ein  Besuch im Apartheidsmuseum, beim Hector Pieterson Memorial, das an die Schülerproteste 1976 erinnert, sowie das Freedom Charter Memorial, das die Freiheitscharta darstellt, veranschaulichen ein Stück Geschichte Südafrikas in einer schwierigen Zeit. Mit dem Ende der Apartheid 1994 versuchen die Südafrikaner egal welcher Hautfarbe gleichberechtigt miteinander zu leben. Im Alltag gestaltet sich dies aus unserer Sicht nach wie vor sehr schwierig, vor allem der Gegensatz Arm und Reich.

Pioniere ihrer Zeit waren die Voortrekker, jene europäischen, vor allem holländisch-deutschen Auswanderer die  nach der britischen Übernahme der Kapkolonie ab 1835 im großen Treck in Richtung Norden auswanderten und dort kleine Burenrepubliken gründeten. Im Norden des Landes querten wir immer wieder ihre Wege, die sie mit Ochsenwagen durch das Dickicht des Busches bezwangen. Pro Tag schafften sie rund 25 Kilometer und spätestens nach zwei Tagen musste Wasser gefunden werden. Im Norden angekommen gründeten sie Farmen in teils sehr unwirtlichen Gegenden, die teilweise noch bis heute bestehen.

Schlussresümee:

Die Pinzgauer Kongresse dienen dazu, den internationalen Austausch zwischen den Mitgliedsorganisationen zu fördern und anzuregen. Dies wurde durch den Besuch von über 120 Delegierten aus Österreich, Italien, Slowakei, Kanada, Australien und Südafrika eindrucksvoll bestätigt. Neueste Informationen über das Geschehen in der Pinzgauer Zucht wurden ausgetauscht und über den weltweiten Austausch von Genetik beraten. Eindrucksvoll konnte sich das Gastgeberland Südafrika präsentieren.  Die Qualität der Pinzgauer Fleischrinder besticht und braucht den Vergleich mit anderen spezialisierten Fleischrassen nicht zu scheuen.  Einmal mehr wurden die hervorragenden Merkmale des Pinzgauer Rindes hervorgehoben. An dieser Stelle eine Gratulation und ein riesiges Dankeschön den Gastgebern aus Südafrika!

Mathias Kinberger

Fachbericht von Thomas Sendlhofer

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